Anzeige

Üstra lässt Grundschulkinder "im Regen" stehen!

Sehnde: Grundschule Breite Straße | Sehnde 20.01.2017

Seit Inkrafttreten des Fahrplans 2017 im Dezember, hat die Üstra/GVH den Busverkehr in Sehnde komplett umgestellt. Hintergrund war der Anschluss des Sehnder Neubaugebietes hinter dem Billerbach an die Linie 371, das bislang vom Linienverkehr abgeschnitten war. Die Linienzusammenlegung und Fahrplanänderung sollte kostensparend und effizient umgesetzt werden. So kostensparend, dass man mutmaßen könnte, die Konzeption sei den Praktikanten der hannoverschen Verkehrsbetriebe überlassen worden. Dabei wurde nämlich offensichtlich überhaupt nicht berücksichtigt, dass die Sehnder Buslinien gerade morgens und mittags, bzw. nachmittags einen großen Teil der Sehnder Schüler befördern!

Die groß angelegte Linienänderung und Fahrplanumstellung traf die Schulkinder, die nach Gretenberg und Klein Lobke müssen, besonders hart. An der neu errichteten Haltestelle Kanalstraße müssen neuerdings schon die Erstklässler der Grundschule Breite Straße einen völlig sinnbefreiten Umsteigevorgang hinter sich bringen – nur eine Station mit dem 371er von der Schule entfernt! Für zehntausende Euros wurde an der Kanalstraße eine Buswendeschleife nebst einer neuen Haltestelle errichtet, die sich keine 200 m von der bereits bestehenden Haltestelle Stettiner Weg entfernt befindet! An der Wendeschleife müssen die Grundschüler an der stark von LKWs befahrenen Gretenberger Straße warten, um in Ihren Anschlussbus der Linie 372 zu steigen. Problem dabei ist allerdings, das der 371er durch seine neue Mammutroute fast immer zu spät ankommt und der Anschlussbus dann schon weg ist. In der letzten Woche (3. KW) ist der 372er Anschlussbus vier mal komplett leer nach Gretenberg und Klein Lobke gefahren, während die Grundschüler verspätet an der Umsteigehaltestelle Kanalstraße ankamen und völlig verunsichert, ohne jegliche Aufsicht bei Minustemperaturen dort zurückblieben. Und das trotz der Tatsache, dass die Busse in Funkverkehr miteinander stehen! Die Sechs- bis Achtjährigen mussten dann von Eltern eingesammelt werden, die bis dahin nur mutmaßen konnten, wo ihre Kinder abgeblieben waren. Ein untragbarer Zustand! Auf Dutzende von Elternbeschwerden an die Üstra gab es bisher noch keine Reaktion.

Über die weitreichenden Fahrplanänderungen waren die Schulen im Vorfeld offensichtlich nur unzureichend in Kenntnis gesetzt worden, was dazu führte, dass einige Schüler am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien gar nicht wussten, wie sie überhaupt nachhause kommen sollten. Abgesehen von der Tatsache, dass die neuen Abfahrtszeiten völlig mangelhaft auf die Schulschlusszeiten angepasst wurden, sind Kinder, die z. B. von der KGS in die südlichen Ortsteile müssen, nun nach dem Unterricht gezwungen, eine komplette Stadtrundfahrt zu absolvieren, bis sie endlich zum wohlverdienten Mittagessen nachhause kommen. Obendrein sind für viele Schüler nach Unterrichtsschluss unzumutbare Wartezeiten von bis zu 45 Minuten entstanden – teilweise an nicht ganz ungefährlichen Haltestellen, wie z. B. an der KGS, direkt an der B 65.

Die Üstra ist gefordert, die Sicherheit unserer Kinder zu gewährleisten! Statt Geld in die überfüssige neuen Bushaltestelle Kanalstraße zu investieren, hätten die Verkehrsbetriebe lieber die lebensgefährliche Bushaltestelle Gretenberg/Friedhof (Alte Ziegelei) entschärfen sollen. Hier müssen die Kinder morgens immer noch ungeschützt im dunkeln, direkt am Fahrbahnrand der massiv von Lastkraftverkehr befahrenen Landstraße L411 auf den Bus warten. Der Busfahrplan müsste dringend durch Zusatzbusse und Direktverbindungen in den Schulschlusszeiten verbessert werden. Man würde sich wünschen, dass die Verantwortlichen bei der Üstra noch einmal "die Schulbank drücken" und das Chaos umgehend in den Griff bekommen!


S. Zertz

Pressesprecher des Fördervereins der Grundschule Breite Straße
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentar
6
Katja Raddatz aus Hannover-Mitte | 25.01.2017 | 12:33  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.