Anzeige

Stolpersteinverlegung in Sehnde

5 Stolpersteine warten auf Verlegung
Sehnde hat endlich seine Stolpersteine. Damit gedenkt die Stadt des Schicksals seiner jüdischen Mitbürger und auch sichtbar dem, was Sehnde seinerzeit selbst diesen angetan hat. Die Verlegung der Stolpersteine am gestrigen 3. Dezember 2012 wurde von vielen Personen begleitet, darunter nicht nur Amtsträger, sondern auch viele, denen der Anlass wichtig genug war, ihn mit der Anwesenheit zu würdigen und in der Kälte auszuharren. Nach den Ansprachen von Bürgermeister Lehrke und Ortsbürgermeisterin Höft ging Gunter Demnig daran, in die vorbereitete Stelle in der Mittelstraße 10 die ersten 5 Stolpersteine für die Familie Rose zu verlegen. Begleitet wurde dies durch den Chor der Grundschule Breite Straße unter Leitung von H. Adleff und 3 Musiklehrern der KGS, u.a. mit jüdischer Klezmermusik auf Geige, Klarinette und Gitarre. Regina Runge-Beneke vom Arbeitskreis Stolpersteine und Lehrerin an der KGS, die lange Jahre zu dem Thema geforscht und auch das Thema Gedenken vorangetrieben hat, referierte dann zu dem Schicksal der Familie Rose und erzählte auch interessante Details. Nachdem die Mitglieder des Arbeitskreises weiße Rosen auf den verlegten Stolpersteinen abgelegt hatten, ging es zur Nordstr. 7/8, wo in gleicher Weise 3 Stolpersteine für Mitglieder der Familie Schragenheim/Königheim verlegt wurden. Auch diese wurde wieder vom Chor und den Lehrern der KGS musikalisch umrahmt. Die Grundschule Breite Straße wie auch die KGS wollen die Patenschaft für die Steine übernehmen, d.h. die Messing-Oberfläche von Zeit zu Zeit polieren und des Schicksals der Ermordeten gedenken. Im Anschluss daran ging es nach Ilten, wo in der Hindenburgstr. ein Stein für Else Osterwald verlegt wurde. Diese Steine sind 10 mal 10 cm groß, besitzen eine Messingoberfläche, in die die Daten der ermordeten jüdischen MitbürgerInnen graviert sind und kosten jeweils 120 Euro. Das Geld dafür wurde von mehreren Einwohnerinnen und Einwohnern Sehndes gespendet. Flyer zu den Gedenksteinen und den Schicksalen der ehemaligen jüdischen MitbürgerInnen gibt es im Sehnder Rathaus. Es ist wichtig, dass dieses Thema wachgehalten wird auch über die Kenntnis der damaligen Ereignisse. So war die Aktion der Verlegung der Stolpersteine auch ein Stück Reue über das Verschulden von Sehndern und Sehnderinnen in der NS-Zeit.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.