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Die Naturwelt Chiemsee zeigt gern, wie der Obstbaumschnitt geht - Jetzt ist die richtige Zeit für Obstbaumschnitt und -dressur

  Seeon-Seebruck: Naturwelt Chiemsee |

Seeon-Seebruck - Obstbaum-Flüsterer Nils Güthlein hat am letzten Samstag an den jungen Obstbäumen der Naturwelt in Esbaum bei Seebruck gezeigt, wie man junge Bäume richtig zuschneidet und die Äste so dressiert, dass der Baum Form und Früchte bekommt.

Güthlein ging dabei zwar auf verschieden Methoden ein, konzentrierte sich aber auf die Öschbergschnitttechnik aus den 20ern. Diese Pflegeart wird nur bei Halb/Hochstämmen angewendet. Nils Güthlein hat bereits angekündigt, er werde gerne nochmal zur Naturwelt Chiemsee kommen, um zu einem anderen Zeitpunkt gerne einmal weitere Methoden in einem Baumschnittkurs erklären...! Nebenbei gab es leckere Kuchen für die interessierten Gartler.

Güthlein machte klar, dass es beim Schnitt von Buschbäumen in erster Linie schon beim Einkauf gilt, auf gute Baumschulware zu achten. Damit sei bereits ein wichtiger Schritt getan. Bei der Pflanzung sei es ebenso wichtig, dass die Veredelungsstelle, also die Stelle die oberhalb der Wurzel, erkennbar an einer Verdickung, mindestens 10 cm aus der Erde heraus schaut!!! Zum Schutz vor Wühlmäusen hat Güthlein die Obstbäume der Naturwelt Chiemsee mit einem 1 m breiten Hasengitter geschützt, welches etwa 50 - 60 cm eingegraben wurde.

Flink und sicher ging Nils Güthlein mit der Schere vor. Ganz gezielt kappte er an der einen und anderen Stelle sogenannter Sprosser, Augen oder Äste. Schnitt von Buschbäumen: In erster Linie ist es sehr wichtig schon beim Einkauf darauf zu achten, gute Baumschulware zu erwerben. Der erste Schnitt wird an der Stammverlängerung vorgenommen, damit das Bäumchen einen Neuaustrieb macht. Wer denkt, dass es dadurch zu seitlichen Ausschlägen kommt, der irrt. Im Gegenteil wird der Ast zum stärkeren Wachstum angeregt und dabei auch fester. Kleiner Abschnittstellen heilen von selbst. Erst ab dem Durchmesser einer 2-Euro-Münze schützt Güthlein die Schnittstelle. und seinen Klammern

Bei den seitlichen Ästen, die am Stamm abgehen bindet Güthlein erst einmal den jeweiligen Trieb nach unten. Der Baumflüsterer will damit ungefähr einen 60-Grad-Winkel erreichen. Auch dieser Trieb wird dann angeschnitten, um einen Wuchsimpuls zu erwirken, alle weiteren kleineren Zweige werden entweder mit einer sogenannten Hohlschnur, oder mit den Spreizklammern abgeleitet und nicht angeschnitten. Damit erreicht man eine erstaunliche Stimmulation zur Blütenbildung, die bereits im kommenden Jahr eine reiche Ernte beschert!!

Wenn irgendwann einmal ein Trieb zu lang werden sollte, dann immer auf einen seitlichen oder nach unten abgehehenden Trieb ableiten. Das geht einfach mit den Klammern und Schnüren, die man ungefähr 6 Wochen dort lassen sollte. Natürlich geht es auch, wenn nur auf eine Blütenknospe, erkannbar als die etwas dickeren Knospen, zurückgeschnitten wird. Ganz wichtig ist eine gute Nährstoffversorgung im März/April, eine weitere im Juni, den zu dieser Zeit brauchen die Früchte genügend Nährstoffe um auch gut auszureifen zu können! Dabei bitte nicht nah am Stamm düngen, sondern in einer Entfernung entsprechend der Astauslage im Boden rund um den Baum kleine Depots eingraben. Dort holen sich die Wurzeln, was sie brauchen.

Ob dann am Ende die Früchte pflückreif sind, kann man ganz einfach erkennen, indem man die Frucht mit der Hand umfasst und sie mit Seitwärtsbewegungen ankippt, wenn sie dann in die Hand fällt, dann ist die Frucht pflückreif...! Schon 27 Obstbäume hat der Verein Naturwelt Chiemsee mittlerweile auf dem Gelände stehen. Die meisten davon haben bereits ihre Paten gefunden. Die Bäume wurden mit den Namen ihrer Paten beschildert. Wer zum Obstbaumschnitt Fragen hat oder solche Dressurklammern sucht, der kann in der Staudengärtnerei Planwerk auf dem Gelände der Naturwelt Rat und Hilfe bekommen.

Pressemitteilung Naturwelt Chiemsee - PON
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