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Motoryacht Rasmus des MCR aus Seelze in "Berliner Gewässern" und "Templiner Gewässern"

Dahme ´Richtung Köpenick
   
Spree Richtung Berlin-Mitte
Nachdem die MY Rasmus von Potsdam aus in südlichen Berliner Gewässern unterwegs war (Frank W und Jürgen B), wollen Friedhelm S und Fritz S im Rahmen ihres traditionellen Sommertörns von Berlin-Köpenick nach Templin fahren. Von dort steht die MY Rasmus dann für weitere Unternehmungen zur Verfügung.

Di

Am 18.07.2017 reisen wir per Zug an und erreichen gegen Mittag nach einem stärkenden Döner am Bf-Kiosk in Grünau den Sportboothafen PSB24 in Berlin-Köpenick. Wir checken ein, kaufen im nahegelegenen Discounter mit den vier Buchstaben die Vorräte für die kommenden Tage und gönnen uns noch eine Verschnaufpause an Bord mit einem kühlen Getränk bei dem schwülen Wetter.

Um 14,30Uhr legen wir ab und fahren auf der Dahme in Richtung Köpenick, dann nach Backbord abbiegend auf der Treptower Spree Richtung Berlin-Mitte. Die 12km lange Fahrt endet am geplanten Tagesziel, der Citymarina Berlin am Rummelsberger See. Um 16Uhr liegt die Rasmus in Box 10 mit Seitensteg, direkt vor der mit Sitzecken und Sonnenschirmen ausgestatteten Hafenmauer an Leinen fest.

Wir genießen den Nachmittag an Bord nach einer abkühlenden Dusche, bevor wir am Abend in dem stark besuchten Restaurant 'Hafenküche' doch noch einen Platz ergattern. Mit einem Glas Wein und netten Gesprächen beenden wir den Abend an Bord.

PS: Restauration super, Hafen-Sanitäranlagen spärlich !

Mi

Mit einem ausgiebigen Bord-Frühstück (Schinken-Rührei) beginnen wir den wieder sonnigen ersten richtigen Fahrttag.

Schon früh um 9,15Uhr erreichen wir nach Weiterfahrt auf der Berliner Spree die Oberschleuse, die in den Landwehrkanal führt. Leider beginnen die Schleusenzeiten für Sportboote erst um 11,15h, also 2h Wartezeit. Nein, wir planen um und fahren weiter auf der Spree mitten durch Berlin. Wieder mal, aber es ist immer wieder schön; hinter der Schleuse Mühlendamm folgen die Hingucker: Dom, Museumsinsel, Bf Friedrichstraße, "Ständige Vertretung", Reichstag, Spreebogen, Bundeskanzleramt, Berlin HBf, Siegessäule, Innenministerium. Der Ansturm der Touristen auf die Ausflugsschiffe hält sich wegen der Vormittagszeit noch in Grenzen; ab Bundesrats-Anleger wird es ruhiger.

Leider ist der Charlottenburger Verbindungskanal wegen Bauarbeiten gesperrt, also geht die Fahrt weiter auf der Spree bis zum Westhafen-Kanal. Am Ende des Kanals erreichen wir die Schleuse Plötzensee und werden auch hier von deren Sperrung überrascht. Wie wir später durch die Funk-Durchsagen der Magdeburger Revierzentrale erfahren, ist die Schleuse aus personellen Gründen bis 31.07. gesperrt. Dem Sprecher ist diese Durchsage hörbar peinlich, zu Recht !

Also Fahrt zurück auf dem Westhaven-Kanal bis zur Spree und der Schleuse Charlottenburg. Schließlich biegen wir in Spandau nach Norden in die Havel ein; es folgt sofort die vielbefahrene Schleuse Spandau, die wir durch die Fahrt auf dem Westhafen- und Hohenzollern-Kanal umgehen wollten.

Nach 1h haben wir um 14Uhr den Engpass hinter uns und kommen auf der Havel zu der Kleinseenplatte um Tegel mit viel Wassersportaktivität. Eine kleine navigatorische Unachtsamkeit beschert uns eine Rundfahrt auf dem Tegeler See. In km10 beginnt mit dem von links einmündenden Havelkanal dann die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW).

Ab jetzt haben wir das quirlige Berlin hinter uns; der Ufercharakter beschert uns um Henningsdorf Industrieanlagen (Stahlwerk, etc.) und Berufsschifffahrt. In km18 legen wir bei dem Tagesziel in der idyllisch gelegenen Marina Havelbaude an.

Schöne Hafenatmosphäre (hoher Baumbestand) mit guter Restauration, die wir zum Essen genießen, um danach, wie gehabt, den ereignisreichen Tag an Bord gemütlich ausklingen zu lassen.

Do

Nachts gegen 1Uhr überquert uns eine Gewitterfront mit Starkregen, aber ohne Auswirkungen.

Das Frühstück heute beinhalt frische Brötchen (Hafenmeister-Service, super!). Nach der Ausfahrt geht die Fahrt weiter auf der kanalmäßig ausgebauten HOW. Die Ufer werden grüner, Industrieanlagen gibt es jetzt nicht mehr.

Wir passieren Oranienburg und erreichen die Schleuse Lehnitz. Nach kurzer Wartezeit hat sich eine größere Anzahl von Sportbooten angesammelt, die nun gemeinsam die Schleusenkammer füllen. Wegen des Schleusenhubs von über 5m strömt das Wasser mit Macht ein und läßt die Sportboote wie im Wildwasserkanal tanzen; Wasserschaum füllt die ganze Schleusenkammer aus.

Nach weitern 11km wird das Havel-Oder-Dreieck erreicht; hier zeweigt nach Norden die OHW (Obere Havel-Wasserstraße) mit dem Vosskanal ab. Dies ist die gemütliche und idyllische Strecke u.a. Richtung Templiner Gewässer. Schilfbewachsene Ufer mit Seerosen davor begleiten unsere Fahrt. Libellen tanzen über den Seerosen oder sitzen auf den gelben Knospen der Teichrose (Teichmummel). Sie fühlen sich in dieser Natur offensichtlich wohl. Wasservögel sind selten zu sehen, nur hin und wieder steht ein Reiher stolz am Ufer und beobachtet unsere Vorbeifahrt. Die vorbeiziehenden Orte zeigen noch häufig Bilder aus der Vor-Wendezeit.

Es folgen die Automatik-Schleusen Liebenwalde, Bischofswerder und schließlich Zehdenick. Vor den Schleusen treffen sich regelmäßig die Sportboote (siehe Schleuse Lehnitz) wieder.

Um 16Uhr fahren wir in Zehdenick zunächst bei der Marina Zehdenick zum Dieseltanken und machen dann in der zugewiesenen Box, wieder mit Seitensteg, fest. Bei einem Landgang erkunden wir die Umgebung bevor ein sintflutartiger Starkregen innerhalb einer halben Stunde viele Flächen unter Wasser setzt: das Marinagelände steht teilweise fußtief unter Wasser und verwehrt den Ausgang, so dass wir heute die Bordküche bemühen. Zuvor wechseln wir noch den Inhalt des Frischwassertank vollständig aus.

Am letzten Törnabend sitzen wir bei nun angenehmen Temperaturen an Bord und genießen das eine und andere Getränk.

Fr

Der letzte Törntag beginnt mit bedecktem Himmel und kühleren Temperaturen, die nach den schwülen Vortagen gut tut.

Wir legen früh ab und fahren auf der OHW weiter in naturbelassener Idylle mit vielen Kleinseen auf beiden Seiten der OHW. Es folgen die früheren Ziegeleien (Ziegeleipark Mildenberg); hier wurden im 19. Jahrhundert die Backsteine für den Berliner Häuserbau gebrannt. Dies begründet auch die Bedeutung dieser Wasserwege Richtung Berlin. Der Vosskanal zwischen Zehdenick und dem Havel-Oder-Dreieck wurde eigens hierfür gebaut.

Ab Burgwall begleiten uns zahlreiche Wassersport-Touristen mit den unterschied-lichsten "Sportbooten". In km31 zweigen dann Richtung Ost die Templiner Gewässer ab. Ab jetzt wird die Fahrt mit einigen Seen, der handbedienten Schleuse Kannenburg noch eine Stufe gemütlicher.

Im Röddelinsee liegt die neue Templiner Vorstadtmarina. Hier finden wir einen Liegeplatz für die Zeit, bis die MY Rasmus von hier weiter auf Fahrt geht.

Um 13h verlassen wir nach Aufklarierung die Rasmus: unsere Heimfahrt beginnt mit dem Taxi zum Bf Templin, Zugfahrt über Löwenberg (Mark) und Berlin nach Hannover.

Fazit

Schöner Sommertörn mit der MY Rasmus, der dem Titel uneingeschränkt gerecht wird: vom quirligen Berlin in mehreren wassersport-atmosphärischen Stufen in die erholsamen ursprünglichen Templiner Gewässer mit viel Natur. Wieder gute Seemannschaft; insgesamt 133km Fahrtstrecke mit 16,5h reine Fahrtzeit.

feS
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