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Ein Gottesdienst light – diese Abendkirche?

Seelze: St.Barbara-Kirche | Nehmen wir die Antwort vorweg: Nein!

Es waren zwei Pole, die diese Abendkirche gestaltet haben: Anna Selvadurai an der Gitarre und mit einer die Kirche füllenden Stimme und Torsten Pappert, der Pastor ohne Talar, der Tiefgründiges ganz leicht sagen kann. Beide hatten in ihren Texten das Motto der Veranstaltungsreihe „Abendkirche“ – Ich schenke euch ein neues Herz – auf unterschiedliche aber verbindende Art verarbeitet. Sie waren also zwei Pole, die nicht gegensätzlich sich mit dem Thema Liebe, Herz auseinandersetzten.

Torsten Pappert, Stadtjugendpastor aus Hannover und eigentlich noch im Vaterschaftsurlaub, hatte beim Betreten der Kirche den Besuchern ein rotes Herz gegeben, in das ein weiteres, kleines Herz gestanzt war. Dazu ganz im Gegensatz stand das schwarz/weiß-Musivideo von kettcar: Rettung. Da war dann von Kotzbrocken ebenso die Rede wie von einem Paar, das zusammen einem sehr feuchten Abend in einer Kneipe verbringen und trotzdem folgt in dem Song der Schluß: Dass Liebe das ist, was man tut.

Frech also startete diese Abendkirche.

Es folgte die Geschichte von Laura und Jan. Jan starrt auf die Tür, die ins Schloss gefallen ist. Wann – wüsste er nicht mehr zu sagen. Laura ist eine Arbeitskollegin. Sie hatte in irgendwie überrumpelt und gefragt, ob sie zusammen in eine Kneipe gehen wollten. Er hatte ja gesagt und sich dann nicht mehr getraut abzusagen. Jan wurde immer unsicherer – Laura schien er im Laufe des immer länger werdenden Abends anders als bisher wahrzunehmen. So als würde er sie zum ersten Mal sehen. Und jetzt steht er allein vor der Tür – was hat es zu bedeuten?

Nach dem nächsten Lied fragte Torsten Pappert: Wer war schon einmal richtig verliebt? Wer würde es gern sein? Dann beschäftigt er sich und die Anwesenden mit dem Thema Liebe. Liebe reißt mit, verändert einen Menschen. Man ist plötzlich bereit, Dinge preiszugeben – einem eigentlich fremden Menschen preiszugeben. Er kommt zu dem Schluss: Liebe ist eine tolle Emotion ohne Frage: Sie bringt Bewegung, sie will verändern.

Die Losung, die über dieser Veranstaltungsreihe steht, will kein chirurgisch neues Herz – zu Zeiten der Bibel gab es noch keine Transplantation. Gemeint sich eine neue, nicht die alte Emotion. Ein wenig weniger ich – ein wenig mehr Du. Und wir.
Das am Anfang erhaltene Herz mit einem ausgestanzten Herzen bekommt so eine tiefere Bedeutung.

Anna begeisterte nicht nur durch ihre klare, ergreifende Stimme, sie hatte auch Lieder mitgebracht, die immer zu lang anhaltendem Applaus führten: Better place – Rachel Platten oder „Die Liebe meines Lebens“ – Philipp Poisel - --- Gänsehautsongs. Aber auch die Lieder, die die Besucher mitsangen, waren leicht mitzusingen und doch nicht alltäglich „Das wünsch ich dir“.

Rund 20 Besucher hatten diese erste Abendkirche besucht und standen bei Cocktails – alkoholfrei – und Snacks noch einige Zeit zusammen und kamen zu einem einheitlichen Urteil: Abendkirche lohnt sich – wir kommen wieder !

Das sagten auch Anna und Torsten: Wir kommen gern wieder.
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