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Das längste Konzert in der Geschichte von 12xk!

Nach drei Stunden löste sich die Konzertgemeinschaft ganz langsam auf. Leicht hätte es sein können, dass dieses Konzertende noch weiter in die Nacht hinein gereicht hätte, wären nicht die ersten Tropfen des angekündigten Schneesturms gefallen.

Das Publikum schien sich aus zwei Gruppen zusammen zu setzen: Die, die Daniel Fernholz schon beim Gottesdienst im Rahmen der Sommerkirche in der St. Barbara-Kirche erlebt hatten, und die, die ihn da verpasst aber davon gehört hatten. Ein paar Menschen waren wohl auch da, weil sie die Ankündigung im NDR neugierig gemacht hatte.

Daniel Fernholz ist also für Besucher von Veranstaltungen in der harenberger Kirche kein unbekannter Künstler. Dabei hatte er für diesen Abend ein anderes, ungewohntes Programm mitgebracht.

Also es waren eigentlich zwei Konzerte, die Daniel Fernholz diesem Publikum bot. Die erste Hälfte zeigte den Songwriter, der – angelehnt an den Stil von Herbert Van Feen, Reinhard May oder Hannes Wader – keine bequemen Texte singt. Der sein Leben und seine Erwartungen an das Leben in Texte fasst und: Der auch noch Stimme und Spaß hat, diese vorzutragen. Und so ist es nicht wunderlich, dass eines seiner Lieder über seine Zeit in Linden an der Ecke Köthnerholzweg/Limmerstraße erzählt. Die Frau, die am Fenster darauf wartet, dass das Leben vorbeizieht. Natürlich ist auch ein Lied, ein Liebeslied dabei: „Tausendmal sage ich: Ich liebe Dich“. Oder ein Hoffnungslied: „Ich bin verliebt in das Leben". Aber Daniel Fernholz wäre nicht er selbst, wenn er zwischen allen Liedern nicht sein Leben, seine Kritik an politischen Veränderungen, an dem Bruch zu seiner 37 Jahre getanen Krankpfleger-Tätigkeit formulieren würde. Dabei konfrontiert er sein Publikum einfach damit. Er hat beschlossen: Er nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Und er kommt damit an, denn er verarbeitet alles in seinen Liedern. Das neueste war am Konzerttag entstanden und hatte noch keinen Titel:

Alles ist schon gesagt, nichts ist wirklich neu
Jeder Tag, ne Wiederholung, auf die ich mich nicht freu
Flöten säuseln, flüstern oder schrilles Gebrüll
Über Dinge, die ich nicht wirklich wissen will

Daniel Fernholz ist als Songwriter, als Musiker und als Sänger ganz sicher ein Ausnahmekünstler. Er lebt mit dem Publikum auf, braucht es, um stimmlich und musikalisch an Gitarre, Mandoline oder Banjo aufzublühen und dann noch die Mundharmonika dazu zu nehmen.

Der zweite Teil begann mit Neil Young und 1972: „A hard of gold“. Und damit begann quasi das zweite Konzert – Coversongs.
Da musste „Mager Tom“ ebenso erklingen wie ein Lied von Paul Weller oder Leonhard Cohen. Aber Daniel Fernholz hat auch Musicalmusik im Repertoire und so gab es viel Applaus für „Memories“ aus Cats. Es ging weiter mit Bob Delon, mit den Beatles. Aber spätestens bei den Zugaben nach fast drei Stunden waren auch Hannes Wader und Reinhard Mey dabei.

Ein bemerkenswerter Abend mit einem bemerkenswerten Künstler, dem man den Spaß am Spiel auch mit dem Publikum anmerkt.
Die Menschen waren schon im herausgehen, als Daniel Fernholz bemerkte, dass er im Frühjahr eine erste CD herausgeben wird. Da kam dann vielfach der Hinweis: „Die können wir doch dann bestimmt bei einem der nächsten Veranstaltungen von 12xk kaufen?!?!“ – Das sagt doch alles über diesen Abend….. in der vollen St. Barbara-Kirche bei der 73. Veranstaltung.

Und mit irischer Musik geht es weiter am 12. Febraur 2017: 12xk - Klasse keltisch - Emerald
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1 Kommentar
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 19.01.2017 | 11:40  
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