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Jubiläumsjahr startet mit großem Programm

Uwe Kreuzer von der Leine-Zeitung will die alte Fahne mit dem jetzigen SVD-Vorstand ablichten.
 
Alle schön hierher sehen!
 
Günter Röhrbein, Barbara Salein, Harry Bienek und Rainer Duvenbeck mit Fahne vor dem Gründungslokal Heimberg.
1909, dem Gründungsjahr des MTV Dedensen, ist das Jahr mit der großen Balkankrise, die letztlich 1914 in den Ersten Weltkrieg mündet; 1909 sendet erstmals ein englischen Schiff das international eingeführte SOS-Signal; 1909 fliegt eine Frau im Alleinflug eine Strecke von 300 Metern; 1909 werden Bernd Rosemeyer und Artur Müller, gen. Artur Brecht, geboren; 1909 erhält Selma Lagerlöf den Nobelpreis für Literatur. Und in diesem Jahr gründen nun am 31. Oktober turninteressierte Dedenser Männer den Männerturnverein Dedensen von 1909, ein mutiges Unternehmen, war doch der Sport noch keineswegs hoffähig. Der Sport wurde aber schon wesentlich früher als geeignetes Körperertüchtigungsmittel für Männer erkannt. Während dieser Zeit schossen in den nahegelegenen Dörfern Dedensens die Vereinsgründungen nur so hervor. Der erste Turnabend mit 24 Mitgliedern wurde am 3. November im gerade fertiggestellten Saal der damaligen Dedenser Gaststätte "Zum Alten Krug" von Heinrich Heimberg durchgeführt. Mit knappen finanziellen Mitteln ausgestattet, haben die Landwirte Heinrich Kokemüller, Heinrich Lohrbach, Heinrich Borges, Heinrich Schulze und Bäckermeister Karl Stange den jungen Verein kräftig unterstützt. Auch die kostenfreie Nutzung der Halle trug zum Gelingen des Turngedankens bei. Der Vereinsbeitrag pro Jahr betrug 2 Mark, bei den damaligen Verdienstmöglichkeiten ein recht beachtlicher Betrag.
Der Verein trat der Deutschen Turnerschaft im Leine-Weser-Gau bei. Die Beteiligung an Wettturnkämpfen in der Umgebung brachte dem jungen Verein erste Erfolge. Im Jahr 1911 wurde in Dedensen das 1. Bezirksturnfest des Leinebezirks durchgeführt. Zu diesem Anlass weihte der damalige Pastor Heede die neue Vereinsfahne, die dann später im 2. Weltkrieg eine Kriegsbeute der englischen Besetzer wurde. Der MTV Dedensen wurde nach Aufnahme von Frauen in Turnverein (TV) Dedensen umbenannt. Immer wieder wurde das aufstrebende Vereinsleben durch unvorhersehbare weltumspannende Ereignisse in seinen Zielen gestoppt. Zuerst war es der 1. Weltkrieg, bei dem acht Sportvereinsmitglieder den Tod fanden. Nach dem Weltkrieg war die Inflationszeit ein großes Hemmnis, konnte doch mit dem unwerten Geld nichts angeschafft und ein Vereinsleben nur sehr mühsam aufrecht erhalten werden. Nach dieser glücklosen Zeit nahm die unglückselige Nazi-Zeit dem Verein das Handeln durch das Gleichschaltungsgesetz aus der Hand. Und mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erlosch alles Dedenser Vereinsleben völlig. Nur noch die von den nazis selbst gegründeten Vereine durften weiterbestehen.
Die englische Besatzungsmacht verbot nach dem Krieg zunächst alles Vereinsleben. Es waren auch die vielen Gefallenen zu beklagen, die dem Turnverein früher angehört hatten. Aus dem heimbergschen Turnsaal wurden nach und nach alle Turngeräte requiriert oder unbrauchbar gemacht. Schriftliches diente für besondere Zwecke in den Toiletten. Doch auch diese unheilvollen Ereignisse ließen den Turngedanken nicht einschlafen. Schon 1946 gab es im Verein ein kleines Wiederbelebungspflänzchen, daß zu einem blühenden Leben wuchs. Zur Turnergruppe kam anfangs eine Tischtennisgruppe hinzu, die den Namen TV Dedensen in der Umgebung bei sportlichen Ereignissen bekannt machte.
Mit großen finanziellen Bemühungen und großzügigen Unterstützungen des Land- und Sportkreises Neustadt a. Rbge. wurden die kaputten Turngeräte repariert und neue angeschafft. Alles fand sich wieder ein, nur die erbeutete Fahne blieb bis heute verschwunden. Schneidermeister Friedrich Harrendorf nähte aus Stoffresten dem Verein eine neue Fahne. Anläßlich der 50-Jahr-Feier wurde dann die heute noch vorhandene Vereinsfahne ihrer Bestimmung übergeben.
Sportlich kamen zu den Tischtennisspielern noch die Leichtathleten hinzu, auch sie erzielen im regionalen Bereich großartige Erfolge. Bei der Einrichtung einer neu zu gründenden Fußballsparte kam es zu Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und Fußballspielern. Die folge war die Gründung des eigenständigen Fußballclubs (FC) Dedensen. Aber auch diese getrenntlebende Zeit zwischen TV-Sportlern und FC-Spielern wurde fünf Jahre später mit einer Fusion unter dem Namen Sportverein (SV) Dedensen beendet. Im August 1964 wurde endlich der langersehnte Sportplatz in Betrieb genommen. Am 15./16. August erfolgte zur Einweihung ein großes Fußballturnier. Auch die Leichtathleten profitierten vom Sportplatz und hatten endlich Übungsstätten durch die 100-m-Bahn und die Weit- und Hochsprunganlage sowie Wurfringe fürs Kugelstoßen und Diskuswerfen.
1971 wurde die sehnsüchtig erwartete Turnhalle in Bau gesetzt. Im November stand der Richtkranz über dem Bau und 1972 wurde sie ihrer Bestimmung übergeben.
Im Laufe der vergangenen Jahre hatte sich eine erfolgreiche Volleyballsparte gegründet. Seniorenturner hatten im Trainingsplan ihren Platz gefunden. Endlich konnten auch die SVD-Sportler das Sportabzeichen vor Ort machen, hier ist Herbert Grewe der eifrige Initiator. Fußball spielte aber nach wie vor die große Rolle im Verein. Das herausragendste Ereignis ist 1985 ein Freundschaftsspiel gegen die Bundesligaprofis von Werder Bremen, das mit einem sportlichen 0:15 und einem finanziellen Desaster für den Verein endete. Aber nicht nur die sportlichen, sondern auch die gesellschaftlichen Ereignisse hatten einen großen Stellenwert im Vereinsleben: 1988 wurde die erste Rot-Weiße Ballnacht mit einer großartigen Resonanz gefeiert.
Heute hat der Verein um die 700 Mitglieder. Erneut sind in den vergangenen Jahren weitere Sparten hinzugekommen, die das Angebot an sportlichen Veranstaltungen erweitern: Gesundheitsturnen, Kinderturnen, Tanzen und Wandern. Die letzte Sparte gehört heute zu den aktivsten im Verein. Jeden Monat wird eine Wanderung gemacht, an der im Durchschnitt 25 Wanderer teilnehmen. 2005 feierte die Leichathletik-Sparte ihr 50-jähriges, 2006 die Tischtennissparte ihr 60-jähriges und 2009 feiert die Volleyballsparte ihr 40-jähriges Bestehen. Und die Turner? Natürlich ihr 100-jähriges Bestehen.
Für das Jubiläumsjahr haben sich die Sparten zu je einer monatlichen Veranstaltung aufgerafft. Begonnen hat das Programm schon mit dem Silvesterlauf mit fast 100 Teilnehmern und dem Neujahrsempfang Dedensens, das der SVD am 11. Januar im Haus der Vereine ausrichtete. Es folgten am 23. Januar ein Mitternachtsturnier für Jugendliche, am 15. Februar das allseits beliebte Bosselturnier, am 23. Februar war eine Rosenmontagsparty in der Sporthalle vorgesehen. Es folgten am 22. März eine für die Zukunft unvergessene Turnschau in der Sporthalle, 18. April: Tischtennis-Juxfamilienturnier, 26. April Wandern, Walken, Nordic Walking, Radfahren, 16. Mai "Spiel ohne Grenzen", 6. Juni das beliebte "Matjesfest", 13. Juni das 3. Seifenkistenrennen in den Reuterwiesen, im Juli/August die Seelzer Stadtmeisterschaften im Fussball, im August eine Turnabzeichenabnahme, 22. August ein Jugend-Beachvolleyballturnier. Am 4. und 5. September finden dann die offiziellen Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Vereins statt. Den Abschluß bietet am 31. Oktober die "Rot-Weiße Ballnacht".
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