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Motoryacht RASMUS des MCR aus Seelze im Emsland unterwegs

  Seelze: Yachthafen Seelze | Eine (zu kurze) Reise (15.06-23.06.13); Bericht eines Vereinsmitgliedes

Papenburg, dort habe ich die Rasmus übernommen. Sie lag in dem ruhigen „Yachthafen am Turm“ an der alten Werft. Abends wurde ich von Mitgliedern des Yachtclubs zum Bier eingeladen und so konnte ich einige Informationen über das Revier erfragen.

Am nächsten Morgen legte ich ab und musste das nächste Hindernis passieren, die Eisenbahnbrücke. Leider ging die Brücke nach längerer Wartezeit und einem ungeduldigen zweiten Anruf endlich hoch. Der Vorteil war, dass die Seeschleuse gerade offen war und ich sofort einlaufen konnte.

Dann ging es auf die Ems bei etwas Wind und mäßigem Sonnenschein. Zunächst wollte ich Leer anlaufen, aber die Fahrt ging schneller als ich dachte und ich passierte schon, trotz auflaufendem Wasser, nach knapp zwei Stunden die Leda. So ging die Fahrt weiter bis zur Schleuse Oldersum. Nach kurzer Wartezeit fuhren wir, ein Segler und die Rasmus in den Ems-Seitenkanal. Inzwischen schien die Sonne herrlich warm. Der Ems-Seitenkanal, ein ruhiges geradezu idyllisches Gewässer, das Wasser hat die typische Farbe der alten Kanäle nach der braunen Torffarbe. Inzwischen war ich auch schon ein bisschen müde, da ich alleine fuhr und legte am BSC Gandersum bei strahlender Abendsonne an. Sogleich waren zwei helfende Hände da, und nahmen die Seile zur Anlege an.

Ein ruhiges Plätzchen dort am BSC Gandersum, nur in der Umgebung ist leider nichts zum Einkehren. Ich machte noch eine langen Spaziergang, unterhielt mich länger mit einer Bauersfrau, die zufällig aus dem Hof dort in der Nähe herauskam und an der Hauptstraße sah ich ein Schild, welches zum Emssperrwerk zeigt. Dies ließ ich mir nicht entgehen und fand die Erläuterungstafeln vor dem imposanten Bauwerk sehr instruktiv.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Emden. Dort lag ich im Binnenhafen, sozusagen Mitten in der Stadt und besuchte das Henri-Nannen-Museum mit einer interessanten interaktiven Ausstellung und ging abends essen. Leider wählte ich das falsche Lokal, einen Italiener, mit nicht gerade gutem Essen. Als ich noch ein wenig durch die Stadt schlenderte stellte ich fest, dass um 21.30 Uhr die meisten Lokale schon schlossen, auf Deutsch gesag:. es war „tote Hose“. Kaum bewegte man sich aus dem innersten Kreis der Innenstadt, sah man, dass jedes zweite Geschäft geschlossen und zu vermieten war.

Den Plan weiter nach Aurich zu fahren gab ich auf und tuckerte langsam wieder durch den Ems-Seiten-Kanal, wieder bei schönem Wetter, zurück. Ich machte eine kleine Pause, diesmal am anderen Ufer am PWV Petkum, und beim Ausstellen des Motors riss der Motorstop-Bowdenzug, d.h. der Motor ließ sich nicht mehr ausstellen Nach einem kurzen Moment der Panik, reif ich den Hafenmeister von Petkum an, der mir, sehr hilfreich den Tipp gab, wieder Richtung Emden zu fahren, da sei am Kanal die Firma „Motor-Meyer“, die sich mit Bootsmotoren auskenne. Also wieder zurück. Leider hatte die Werkstatt sehr viel zu tun, aber sie bastelten hilfreich auf die Schnelle einen Draht, mit dem ich den Motor ausstellen konnte.

Also wieder umdrehen und dann ging es Richtung Leer, wo ich abends, nachdem er mir die innere Brücke geöffnet hatte, von dem unkomplizierten Hafenmeister begrüßt wurde. Auch hier hatte ich einen schönen Platz, direkt an der Promenade, von dort war man mit wenigen Schritten in der Innenstadt.
Nachdem ich einem Restaurant einen guten Matjes gegessen hatte, schlenderte ich in Richtung Rasmus. Vor mir gingen zwei Damen, nach einmal durch scannen und aufgrund ihrer Gespräche identifizierte ich sie als Lehrerinnen, die sich in Richtung einer Dichterlesung begaben. Da ich sowieso nichts vorhatte, folgte ich ihnen und landete in dem Kulturcafe in der Stadtbibliothek. Und siehe da, zwei mir bekannte Autoren lasen dort aus ihren Werken. Den einen kannte ich persönlich, der in den 80iger Jahren „Der Flug des Phönix“ geschrieben hatte. Dieses Buch war auf alle Fälle in Berlin so etwas wie ein Kultbuch. So war es ein spannender Abend.

Am nächsten Tag, den Freitag, öffnete mir der Hafenmeister pünktlich um 13.30 Uhr die innere Hafenbrücke, so dass ich pünktlich um 14.00 Uhr die Schleuse „Leer-Log“ passieren konnte, fuhr mit auflaufendem Wasser bis nach Weener in kurzer Zeit, passierte die Schleuse und legte im Yachthafen dort an um mir das nette kleine Städtchen anzusehen.

Am Samstag ging es die kurze Strecke nach Papenburg zurück. Leider mussten insgesamt fünf Sportboote vor der Seeschleuse lange warten, ehe wir passieren konnten und dann gab es noch einmal eine längere Wartezeit vor der Eisenbahnbrücke, aber dann legte ich wieder am Yachthafen am Turm an.

Am Sonnabend setzte ich mich in den Zug von Papenburg zurück nach Hannover, wäre allerdings am liebsten noch länger auf der Rasmus geblieben.

Inzwischen war vereinbart, dass der Bowdenzug von der Firma Roelfs vor dem nächsten Wochenende repariert wird. Am Donnerstag, den 20.06. bekam ich den Anruf, dass der neue Bowdenzug zum Motorstop neu eingebaut ist.

feS (Bericht und Fotos: FE Schwipper)
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