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Pünktlich wie die Eisenbahn…

        Schwabmünchen: Bahnhof | … dieses Sprichwort zählt schon seit Jahren nichts mehr bzw. gehört nicht mehr zum Wortschatz der Deutschen Bahn. Vergeht doch nicht ein Tag an dem nicht ein Zug, im Verbindungsbereich Schwabmünchen – Augsburg – München oder Schwabmünchen – Buchloe – München und jeweils wieder zurück Verspätung hat.
Hierbei diskutieren wir aber schon lange nicht mehr über ein paar Minuten, den die gehören bereits wohl standardmäßig zum Fahrplan der DB, wenn auch nicht im Fahrplan ausgewiesen. Nein, – wir sprechen hier über fünf Minuten und mehr. Ein typisches Beispiel ist der 5:46 Uhr Zug über Schwabmünchen nach Augsburg. Dieser sollte dort am Hauptbahnhof Fahrplanmäßig um 06:06 Uhr auf Gleis neun ankommen. Doch leider ist dem schon lange nicht mehr so. Entweder dieser Zug kommt erst um besagte Zeit am Haltpunkt Augsburg-Morellstraße an und wartet dann dort seine zwei bis drei „Morellstraßen-Gedenkminuten“ oder aber er kommt tatsächlich einmal dort um 06:03 Uhr an, dann aber wir selbstverständlich die Wartezeit bis zur Abfahrt zum Hauptbahnhof verlängert, damit sich die Fahrgäste nicht wundern können warum der Zug einmal pünktlich am Zielbahnhof Augsburg ankommt, welchen man in der Regel nicht vor 06:09 Uhr erreicht. Klar man kann jetzt schon sagen, ach das sind doch nur drei Minuten. Richtig, – aber dies dafür jeden Tag, hochgerechnet auf das ganze Jahr mit ca. 220 Arbeitstagen sind dies gut 11 Stunden. Hierbei sind jedoch noch nicht einmal die anderen Verspätungen, welche auf der nachfolgenden Strecke – aus welchen Gründen auch immer oft hinzukommen eingerechnet. Man kann getrost davon ausgehen dass über das Jahr gesehen da gut und gern drei TAGE zusammen kommen! Machen Sie das mal ihrem Arbeitgeber klar. Vielen Dank Deutsche Bahn für drei unbezahlte Arbeitstage welche wir als Pendler zusätzlich zu unseren normalen Fahrzeiten auf unser Ihrer Strecke verbringen dürfen. Denn diese Zeiten werden vom Arbeitgeber nicht bezahlt. Solche Dinge kann sich aber auch nur die DB leisten, ein privater Arbeitgeber wäre bei einer solchen Geschäftspraktik bereits längst pleite. Verspätungen im Winter sind ja mittlerweile schon an der Tagesordnung. Zu dieser Jahreszeit mit Schnee zurechnen ist ja völlig Abstrus.
Thema Wirtschaftlichkeit: Wer kann mir erklären warum z.B. um 17:09 Uhr von Buchloe ein Regional Express ohne Zwischenhalt nach Augsburg drischt und 10 Minuten später eine Regionalbahn mit je einem Halt in Schwabmünchen und Bobingen hinterherfährt? Wieso kann man nicht den Expressfahrplan so gestallten, dass dieser die beiden Stopps mitversorgt? – Nur damit der Regionalexpress von Lindau nach Augsburg weiterhin unter einer Stunde Fahrzeit hat? – Jetzt muss man aber auch wissen, dass dieser Expresszug täglich schon Verspätung hat. Es wäre also somit doch kein Problem diese beiden Zwischenstopps noch mit einzuplanen. Zumal, und jetzt kommt der Hammer, die nachfolgende Regionalbahn den Bahnhof Buchloe nicht vor dem Express verlassen darf. Unverschämtheit! Wie hier von Seiten der DB über die Köpfe der Pendler hinweg entschieden wird „die Regionalbahn muss warten“. Und zwar mindestens noch acht bis neun Minuten NACHDEM der Expresszug den Bahnhof Buchloe verlassen hat. Wir Pendler haben wohl kein Recht auch mal pünktlich nachhause zu kommen, Hauptsache wir zahlen pünktlich unser Ticket. Wir sind ja erst meist auch erst elf oder mehr Stunden unterwegs, was machen da schon noch 10 oder 15 Minuten länger aus? Der Lindau – Augsburg Express könnte auch in Schwabmünchen oder Bobingen überholen, die Möglichkeiten hierfür wären ja da, aber nein das geht von Seiten der DB aus nicht! Unvermögen und Überheblichkeit kann man da nur sagen. Und wie sieht es mit der Verbindung von Augsburg nach Schwabmünchen aus? Warum hat Bobingen einen 10 bis 15 Minutentakt und in Schwabmünchen fährt in der Regel nur zweimal die Stunde ein Zug? – Aber nicht wie Sie vielleicht denken alle halbe Stunde, da kann schon auch mal eine dreiviertel Stunde und mehr dazwischen liegen. Die Antworten lasen auf sich warten bzw. werden einfach „ausgesessen“. Von völlig Überfüllten Zügen wollen wir schon gar nicht mehr sprechen und auch nicht davon, dass e so gut mit keine Gepäckablagen in den Zügen gibt. Wozu auch? Ganz zu schweigen von der Reinheit in den Zügen.
Doch es gibt auch Punkte welche bei der DB gut und immer pünktlich ablaufen. Ja, – man mag es fast nicht glauben, es sind tatsächlich zwei an der Zahl. Punkt eins die monatliche Abbuchung der Fahrkarte und Punkt zwei die jährliche Preiserhöhung Anfang Dezember.
Natürlich mit entsprechender Begründung wie: Verbesserter Service – aber wo? Nicht in den Zügen, die sind nach wie vor total versifft oder es fällt die Heizungs- bzw. Klimaanlage aus oder der ganze Zug hat ein technisches Problem usw. usw… Gut hört sich auch die Ausrede „wegen gestiegener Energiekosten…“ an. Nun ist es aber doch so, dass die DB ihren Strom an der europäischen Strombörse einkauft, zu Preisen von welchen ein privathaushalt nicht im Entferntesten auch nur zu träumen wagen würde. Hinzu kommt, dass die Deutsche Bahn auch noch einen sehr beachtlichen Teil – um nicht zu sagen sogar einen Großteil ihres Stromes selbst produziert. Nicht nur dass hierfür also keine Energiekosten anfallen, sondern im Gegenteil auch noch Gelder eingenommen werden. Und selbst wenn die DB noch zusätzlich Strom nachkaufen muss zu einem Bruchteil wie ein normaler Haushalt. Ach ja, da ist ja noch der Diesel. Auch hier verhält es sich sehr ähnlich, zumal die Preise mittlerweile sogar wieder gesunken sind. Die meisten Züge, welche mit Diesel fahren sind Güterzüge. Wird hier der „gemeine“ Pendler auch zu Kasse gebeten, um den Güterverkehr am Ende sogar mit zu finanzieren? Eine interessante Frage. Ja, das liebe Geld muss man doch, zumindest laut DB viel davon in die Energiekosten stecken, da bleibt dann für andere Dinge wie Reinigung und so weiter nicht mehr viel übrig. Aber für Durchsagen in englischer Sprache dafür hat man Geld. Diese Ansagen laufen natürlich immer dann wenn es nötig ist. So wie fast jeden Morgen im Pendlerzug um 05:46 Uhr. Da Deutschland international ist und aus Gleichheitsgründen möchte ich hier dafür plädieren, dass diese Ansprachen in Zukunft auch in französischer und spanischer Sprache gemacht werden. Selbstverständlich mit der Option weiterer Sprachen hinzufügen zu können. Als multikulti Land würden mir da schon noch einige Sprachen als Alternative einfallen und ich bin mir sicher auch diese unsere Mitbürger haben ein recht hierauf (hat bisher wahrscheinlich nur noch keiner eingeklagt) und würden es der DB danken.
Aber um Ausreden war die DB ja noch nie verlegen. Gut klingt doch auch immer: Auf Grund eines Vorausfahrenden Zuges (nur weiß keiner wo der plötzlich herkommen soll)…“ oder „auf Grund einer Weichenstörung (gerade im Winter sehr beliebt, wie kann man hier auch mit Schnee rechnen)…“ Auch gut ist „Auf Grund eines belegten Gleises…“ oder „einer Signalstörung…“ Gern benutzt wird auch „Auf Grund eines technischen Defekt…“ und so weiter und so weiter. Man könnte noch viele Ausreden nennen. Also liebe DB wie wäre es mal mit Ehrlichkeit? Hier ein Beispiel: „Auf Grund von Unvermögen…“ oder „Wegen Inkompetenz haben wir eine Verspätung von…“ Denkbar wäre auch „Auf Grund völlig veralteter Wägen und Technik…“ oder Auf Grund unausgegorener Technik…“ Ich denke die Fahrgäste würden diese Ehrlichkeit sogar honorieren.
Stellt sich da schon die Frage warum es in den Nachbarländern mit der Pünktlichkeit der Züge klappt und warum in Deutschland nicht? – Und dabei wundert sich die DB dann auch noch warum ihre Zugbegleiter/innen (völlig wertungsfrei und ohne rassistischem Hintergrund) zumeist ausgestattet mit schlechten deutsch Kenntnissen, dafür aber jeder Menge Hochnäsigkeit verbal angegangen und attackiert werden.
Tja, und dann sind da noch unsere lieben Fahrgastzähler, die armen Tropfe. Die tun mir ja im Grunde schon leid, werden von der bayerischen Eisenbahn Gesellschaft immer dann eingesetzt um Zählungen durchzuführen wenn es richtig Sinn macht. Nein, nicht wie sie vielleicht vermuten würden an Montagen oder so das wird dann immer an einem Freitag getan, wenn viele Arbeitnehmer sich einen Gleitzeittag oder frei nehmen. Oder noch besser an einem Freitag in der Ferienzeit, da fahren ja besonders viele Pendler und Schüler mit der Bahn. – Das macht Sinn und weckt doch auch immer wieder zu einem belustigendem Lachen an. Ich bitte Sie mir meine kleinen Boshaftigkeiten und Ironie zu entschuldigen, aber es ist einfach nun mal so. Wie sonst soll man verstehen, dass im Dezember mit der Fahrplanumstellung sich wieder vieles verschlechtert aber nichts verbessert hat. So fährt zum Beispiel der 05:22 Uhr jetzt erst 05:23 Uhr fahrplanmäßig aus Schwabmünchen ab. Früher konnte der „ALEX“, welcher Buchloe um 05:33 Uhr verlässt meist noch eine Minute warten damit wir diesen erwischen konnten – gut er ist kein Anschlusszug – und dennoch wartete er. Das muss die DB wohl spitz gekriegt haben, „dem muss ein Riegel vorgeschoben werden“ – anders ist es nicht zu verstehen dass die Regionalbahn nun also eine Minute später abfährt. – Genau in dem Wissen, dass der „ALEX“ nicht länger warten kann.

Das geht mich nichts an…

… oder dafür bin ich nicht zuständig. Ein sehr beliebter Satz des Bahnhofpersonals in Schwabmünchen. Nur wen geht es was an?
Der Fahrkartenautomat spinnt mal wieder. Bitte lassen Sie den völlig überforderten Mitarbeiter der DB damit in Ruhe. Sie bekommen sonst nur eine aggressive Antwort mit den Worten: „Das geht mich nichts an, für Fahrkartenverkauf bin ich nicht zuständig. Rufen sie die Hotline von den Automaten an“. Okay, das war wohl zu schwer. Nächster Versuch sie möchten eine Auskunft, weil Aushängekasten vereist ist und somit das innenhängende Plakat nicht lesbar ist. Antwort: „Schauen sie auf die Aushänge im Schaukasten. Das ist nicht mein Aufgabenbereich. Ob ich einen kleinen Fahrplan ausgeben kann? Nee, haben wir nicht“. Der Tonfall und die geistreiche Antwort sprühen natürlich vor Motivation. Thema Zugverspätungen. Dafür gibt es ja gottseidank die digitalen Laufbandanzeigen an den Bahnsteigen. Blöd nur dass da nur die Uhrzeit durchläuft, von 100 Verspätungen sehen vielleicht gerade mal höchsten, und das bei wirklich gutem Willen 10% angeschrieben, zumindest in Schwabmünchen. Kommt man durch Bobingen, Inningen ja sogar Haltepunkt Augsburg Messe oder Morellstraße, dort stehen die Verspätungen immer angeschrieben. Natürlich ist unser Bahnhofspersonal auch hierfür nicht zuständig. Jüngstes Beispiel Donnerstag der 21. Februar um 05:45 Uhr. Wie gewohnt stehen alle Pendler am Bahnsteig drei und warten auf die Regionalbahn nach Augsburg Hauptbahnhof. Die Schranken haben sich bereits geschlossen und das Signal ist auf Grün und die Lichter des Zuges sind auch schon zu sehen. „Oh, toll heute kommt der Zug aber pünktlich“. Wir Pendler also machen uns bereit in den Einfahrenden Zug einzusteigen und treten bis an den Sicherheitsstreifen, welchen wir Verantwortungsbewusst nicht überschreiten vor. Denkste,- falsch gedacht. Plötzlich ein lautes Hupen des Zuges und da ist er auch schon wieder durch den Bahnhof durch. Was war denn das gerade? Der „ALEX“ auf dem Weg von Buchloe nach München. Aber sollte der nicht direkt über Kaufering fahren? Eigentlich schon, nur ist Streckensperrung auf dieser Strecke kurz nach Fürstenfeldbruck, – aber das auch erst seit ca. 22:30 Uhr des Abend zuvor. Wie also sollte unser Mitarbeiter das jetzt schon – nach so kurzer Zeit wissen? Nein liebe Leser es gab keinen Hinweis dass ein Zug zu einer Zeit durch den Bahnhof rast, welche hier eigentlich gar nicht fährt du schon überhaupt nicht um diese Zeit. Noch gab es eine Durchsage mit dem Hinweis auf dieses Vorkommen sprich „außerplanmäßige Durchfahrt eines Schnellzuges“. Wie verantwortungslos muss man eigentlich sein? Was hätte alles passieren können? Lassen Sie mal ein kleines Kind dort stehen. Der Sog ist Emmens und von einem Kind ist da kaum etwas entgegen zu setzen. Wer wäre Schuld gewesen? (Mutmaßung) Natürlich nicht das Bahnhofspersonal oder die DB, sondern wahrscheinlich die Eltern bzw. die Aufsichtsperson. Fragt man sich also schon wozu die Lautsprecher am Bahnsteig gut sind wenn nicht für solch wichtige Informationen? Ach ja richtig. Unser Mitarbeiter war hierfür selbstverständlich auch nicht zuständig. Welch Impertinenz und Ignoranz.
Ein Weiterer Stein des Anstoßes ist derzeit das Schneeräumen und Streuen bei Glatteis. Zugegeben, dass ist nun wirklich nicht deren Aufgabe. Aber, wer informiert einen Räum und Streudienest, damit der Bahnsteig möglichst schnee- und eisfrei ist und gefahrlos betreten werden kann. Sie ahnen es bereits. Nicht die Aufgabe unserer Mitarbeiter/innen. – Muss den wirklich erst etwas passieren bevor reagiert und gehandelt wird?
Stellst sich also die Frage bzw. sollte sich das Bahnhofspersonal die Frage stellen wozu sind sie eigentlich zuständig? Hm, jetzt fällt es mir ein. Damit die Schranke rechtzeitig geschlossen wird, damit ein Zug über den Bahnübergang fahren kann. Nur leider wird sogar dies, im wahrsten Sinne des Wortes „verschlafen“. Und wir Pendler müssen dann an die Scheibe des Bahnwärterhäuschen klopfen, damit dieser auf das Knöpfchen drück und sich die Schranke schließt, da unser Zug bereits vor dem Übergang steht und nicht in den Bahnhof einfahren kann. – Auch keine so arge Seltenheit. Mit welcher Intoleranz muss sich unser eins bei der DB eigentlich noch herumschlagen? Wo kämen wir hin wenn jeder so denken und handeln würde wie unsere Bahnbediensteten. Also liebe Schwabmünchner Bahnhofsmitarbeiter passt auf und haltet Euch das eine Knöpfchen warm, damit es über kurz oder lang nicht heißt: „Die Arbeit ist ihnen über den Kopf gewachsen und war für einen Menschen zu vielseitig und anspruchsvoll. Dies steuert jetzt ein Computer aus der Ferne. Etwas mehr Menschlichkeit, Toleranz und Nähe zum Fahrgast sprich Pendler täte Euch gut zu Gesicht stehen.

P.S.: Hier fällt mir noch ein richtig guter Song der Gruppe "Wise Guys" über die Deutsche Bahn ein:

"Thank you for traveling with Deutsche Bahn"

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2 Kommentare
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Josef Miller aus Augsburg | 28.02.2013 | 21:48  
26.130
Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 01.03.2013 | 18:17  
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