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Eklat in Vereinsversammlung

Versammlungsleiter diffamiert einen Antragsteller und weigert sich, seinen schriftlich eingereichten Antrag zu behandeln

Zu einem Eklat kam es bei der Jahreshauptversammlung des Schwabmünchner Verschönerungsvereins am Freitag, dem 12. April, im Hotel Deutschenbaur.
Der Versammlungsleiter weigerte sich, einen schriftlich eingereichten Antrag eines Vereinsmitglieds zu behandeln, und zwar mit der Begründung, der Vorstand des Vereins habe einstimmig beschlossen, den Antrag nicht zu behandeln, da der Antragsteller seiner Meinung nach immer nur darauf aus sei, gegen alles zu sein, alles zerstören wolle und zudem sowieso kein Recht besäße, einen Antrag zu stellen, da er sich nicht an der Parksäuberungsaktion des Vereins beteiligt habe. Als rechtlichen Grund für die Nichtbehandlung des Antrags gab er an, der Antrag sei zu spät beim Vereinsvorstand eingegangen. Eine Frist, bis wann dies hätte geschehen müssen, konnte er nicht nennen, auch war von den anwesenden Vorstandsmitgliedern dafür in der Vereinssatzung keine Bestimmung zu finden, sodass ungeklärt bleibt, ob der Beschluss des Vorstands des Verschönerungsvereins, den Antrag des Mitglieds nicht zuzulassen, rechtlich zulässig war und ist.

Vorstand verweigert Information über Umbaumaßnahmen im Luitpoldpark

Inhalt des Antrags war, die Mitglieder des Verschönerungsvereins auf ihrer Jahreshauptversammlung über die geplanten Umbaumaßnahmen im Schwabmünchner Luitpoldpark, geplant ist die Errichtung eines Niedrig-Seil-Kletterwaldes und eines Disc-Golf-Parcours, zu informieren und sie darüber abstimmen zu lassen, ob sie diese Umbaumaßnahmen wollten. Dazu kam es aber nicht, weil der Versammlungsleiter mit Hinweis auf den negativen Vorstandsbeschluss dies nicht zuließ, auch nicht über den Inhalt des Antrags informierte, den er überraschenderweise gar nicht in die Versammlung mitgebracht hatte. Der Antragsteller, Josef Gegenfurtner, musste sich daraufhin sein Rederecht förmlich erkämpfen und stellte den Hauptpunkt des Antrags vor, der eine Information der Mitglieder des Schwabmünchner Verschönerungsvereins über die geplanten Umgestaltungsmaßnahmen im Luitpoldpark mit einem Niedrig-Seil-Kletterwald und einem Disc-Golf-Parcours vorsieht, um ihnen dadurch die Gelegenheit zu geben sich über das Projekt eingehend zu informieren und sich in einer Abstimmung für oder gegen das Projekt zu entscheiden.

Bedauern des Antragstellers

Herr Gegenfurtner bedauert vor allem, dass der Vorstand des Verschönerungsvereins nie vorhatte, seine Mitglieder über die geplanten Umgestaltungsmaßnahmen im Luitpoldpark zu informieren, obwohl es dabei um Eingriffe in eine Parklandschaft geht, die sie mit ihrem Engagement und ihrer finanziellen Unterstützung maßgeblich mitgestaltet haben und deren Erholungscharakter er besonders durch die Errichtung eines Disc-Golf-Parcours gefährdet sieht. Sein Antrag, meint er, wäre eine gute Gelegenheit gewesen, darüber zu informieren. Dabei ist Herrn Gegenfurtner klar, dass eine Abstimmung für oder gegen das geplante Objekt rechtlich nur dann möglich gewesen wäre, wenn sich zuvor eine qualifizierende Mehrheit für eine solche Abstimmung ausgesprochen hätte, da sein Antrag nicht in der Einladung zur Mitgliederversammlung aufgeführt war.
So aber gingen die Vereinsmitglieder ohne Informationen über die geplanten Umbaumaßnahmen in ihrem Luitpoldpark auseinander und wurden am Schluss noch mit der absurden Forderung des Versammlungsleiters an Herrn Gegenfurtner konfrontiert, er solle doch dafür sorgen, dass im Luitpoldpark die Enten nicht mehr gefüttert würden (dann könne er auch Anträge stellen).

Ehefrau des Antragstellers fühlt sich ebenfalls diffamiert

Abschließend sei noch die Bemerkung erlaubt, dass auch die Ehefrau von Herrn Gegenfurtner darüber empört ist, wie ihr Mann in dieser Jahreshauptversammlung bloßgestellt wurde, da dies auch auf sie zurückfalle. Sie rät ihrem Ehemann jedoch von rechtlichen Schritten gegen den Vorstand des Schwabmünchner Verschönerungsvereins wegen des Verdachts eines Satzungsverstoßes ab. Er selbst schließt dies nicht aus, sollte sich herausstellen, dass die Nichtbehandlung seines Antrags satzungswidrig gewesen sein sollte.

Unerfahrener Versammlungsleiter - Mauscheleien hinter den Kulissen

Herr Gegenfurtner hält es dabei dem Versammlungsleiter, dessen Namen zu nennen seiner Meinung nach bedeuten würde, ihm zu viel Ehre zu erweisen, durchaus zugute, dass er zum ersten Mal eine Jahreshauptversammlung des Schwabmünchner Verschönerungsvereins leitete und es ihm daher an Geschick fehlte, seinen Antrag souverän zu den eigenen Gunsten zu nutzen, so wie es erfahrene Versammlungsleiter tun. Ernsthaft zu fragen bleibt jedoch, warum sowohl die Verwaltung der Stadt Schwabmünchen als auch der Vorstand des Verschönerungsvereins sich so strikt weigern, die geplanten Umbaumaßnahmen im Luitpoldpark öffentlich zu machen. Haben sie etwas zu verbergen? Wurde hinter verschlossenen Türen gemauschelt? Oder wissen beide genau, dass mit der Errichtung eines Niedrig-Seil-Kletterwaldes und eines Disc-Golf-Parcours in diesem Vorzeigepark ein Juwel ohnegleichen zerstört wird?
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1 Kommentar
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 15.04.2013 | 20:44  
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