Schwabegg blickt 2010 auf 900 Jahre zurück

  Schwabegg - ein Dorf mit rund 750 Einwohnern im Landkreis Augsburg kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Die erste urkundliche Nennung fand im Jahr 1110, also vor 900 Jahren statt. Anlass, um auf die Geschichte zurückzublicken und auf das aktuelle Jubiläumsjahr vorauszublicken.
In einer Urkunde erscheint der Name des Ortes erstmals 1110 als "Wernher de Swabeiko" genannt. Er gehört zu dem Adelsgeschlecht das spätestens seit 980 die Vogtei (Schutzherrschaft) über die Augsburger Bischofskirche ausübt. Die Burg Schwabegg, diente als typisches Festungswerk mit Ungarnwällen. Sie bot vermutlich Bischof Ulrich in den Wirren vor der Ungarnschlacht 955 auf dem Lechfeld Zuflucht. 1208 wurde die Burg in einer Fehde durch den Augsburger Bischof zerstört, bald aber wieder aufgebaut. 1372 wurde die Burg von den Augsburgern erneut zerstört. Wieder aufgebaut, wurde sie im Bayerischen Krieg 1422 ebenfalls teilweise zerstört und nicht wieder instandgesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände der ehemaligen mittelalterlichen Burg ein Kalvarienberg errichtet.
Dieser Ursprung hat nicht nur der Gemeinde ihren Namen gegeben, sondern war auch für ein halbes Jahrtausend Name eines Herrschaftsgebiets. Dieses erstreckte sich als sogenannte Grafschaft Schwabegg zur Zeit ihrer größten Ausdehnung im 17. und 18. Jahrhundert von der Gennach westwärts bis an den Scheitel des Höhenrückens bei Mattsies und dehnte sich von den Wäldern um Hilpoldsberg im Norden bis an den Hartwald bei Wörishofen.
Erste Siedlungsspuren des heutigen Schwabegg wurden aber aus viel früherer Zeit gefunden. Entdeckungen aus der Bronzezeit wurden auf dem Wannberg gefunden. Außerdem belegen Ausgrabungen einer Terra Sigillata Manufaktur um 170 römische Spuren. Wahrscheinlich war zu dieser Zeit auch bereits der Weinberg besiedelt und als solcher genutzt.

Mit verschiedenen Veranstaltungen wollen die Schwabegger dieses besondere Jahr 2010 feiern.
Bereits im Fasching haben die jungen Musiker des Ortes ihr diesjähriges Motto dem Anlass angepasst: „Mittelalter“. Nach dem Ball wird auch auf den Umzügen in den umliegenden Gemeinden mit einem aufwändig gestalteten Faschingswagen in Form einer Burg auf das Jubiläum hingewiesen.
Die Freiwillige Feuerwehr wird am 2. Mai wieder einen mit viel Liebe geschmückten Maibaum errichten. Eigentlich hätte der Baum ja entsprechend zweijährigem Rhythmus erst 2011 wieder aufgestellt werden sollen. Aber bei einem solchen Jubiläum ist für die Floriansjünger eine Ausnahme selbstverständlich.
Da der Musikverein auch auf das 90 jährige Bestehen der örtlichen Blaskapelle zurückblicken kann, wird dieser Anfang Juni 4 Tage feiern. Auftritt der Blaskapelle Scherstetten und von Kurt Pascher mit seinen Böhmerwälder Musikanten stellen dabei die Höhepunkte dar.
Im August feiert dann zunächst die Jugend auf der Partynacht. DJ Tomix wird für ausgelassene Stimmung bis tief in die Nacht sorgen. Am 15. August wird dann das Patrozinium der örtlichen Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ gebührend gefeiert. In der Mayr-Halle werden die weit bekannten Spezialitäten serviert.
Weitere Veranstaltungen werden aktuell von den verschiedenen Vereinen des Ortes geplant und auf myheimat rechtzeitig bekannt gegeben.

Weitere Informationen finden Sie auf www.schwabegg.de. Dort ist die Geschichte des Ortes sowie ein Roman aus dieser Geschichte zu finden. Aktuelles zu den verschiedenen Aktivitäten der Vereine sowie das monatlich erscheinende „Schwabegger Blättle“ finden Sie hier.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin schwabmünchner | Erschienen am 29.01.2010
1 Kommentar
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Juan Carlos Oliver-Vollmer aus Augsburg | 13.01.2010 | 11:25  
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