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Sonderausstellung im Museum im Pflegschloss - Wilma Hermine Witte (Gemälde und Zeichnung)

Bäuerin in der Lüneburger Heide

Das Museum im Pflegschloss zeigt vom 22. Oktober (um 14.30 Uhr) bis 26. November Bilder und Grafiken aus dem Nachlass von Wilma Hermine Witte. Die Ausstellung präsentiert den individuellen Weg der 1912 in Hamburg geboren Künstlerin von ihren ersten Erfolgen mit expressiven Arbeiten in den 1930er Jahren bis hin zu den späteren Stilleben, Portraits, Landschafts- und Stadtbildern.

Die Arbeiten von Wilma Hermine Witte sprechen eine starke Sprache, sie erzählen von Verletzlichkeit, Stolz und Lust und bleiben bis auf wenige abstrakte Grafiken gegenständlich. Einen Schwerpunkt ihres Werkes bildet der Mensch, dem sie mit ihren ausdrucksvollen Bildern Gestalt verleiht. In ihren Porträts erfasst sie ihr Gegenüber von innen heraus, ergründet dessen Seele. Sie übersetzt ihre Wahrnehmungen in Farben und Formen. Das Innenleben, die Angst oder die Trauer, die Freude oder das Leid, das beispielsweise eine alte Bäuerin empfindet, widerspiegelt sich in der Gestik, Mimik und der Körperhaltung der dargestellten Person. Die subjektive Einstellung, welche die Künstlerin zu ihrem Modell entwickelt, geht als wesentlicher Bestandteil in die Gesamtwirkung der Gemälde ein.

Ihre Kindheit verbrachte Wilma Hermine Witte in Hamburg und studiert von 1931- 1935 sie an der Hansischen Hochschule bei Arthur Illies, Alfred Ehrhardt, Paul Bollmann und Willi Tietze. Seit 1933 arbeitete sie mit Franz Nespethal zusammen, beide stellten ihre Arbeiten in verschiedenen gemeinsamen Ateliers in Hamburg aus. Während der NS-Zeit legte ihr die Reichskammer der Bildenden Künste (RdBK) nahe, nicht mehr „entartet“ zu malen und auch nicht mehr auszustellen. Witte zog sich daraufhin nach Süddeutschland zurück und arbeitete als freischaffende Restauratorin. Nach Kriegsende gründete sie mit ihrem Ehemann Franz Nespethal am Chiemsee die Künstlerkolonie „Roter Reiter“, kehrte aber nach ihrer Scheidung mit dem gemeinsamen Sohn nach Hamburg zurück. Trotz schwieriger äußerer Umstände verbunden mit mehreren Umzügen führte sie ihre künstlerische Arbeit fort. Im März 1997 starb die Künstlerin in München. Der Nachlass von Wilma Witte befindet sich im Besitz ihres Sohnes, Alexander Nespethal. Private und öffentliche Sammlungen, darunter die Hamburger Kunsthalle kauften Arbeiten der Künstlerin an. Öffnungszeiten: Mi, Sa, So 14 – 16 Uhr.
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