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Sonderausstellung im Museum im Pflegschloss: „Otto Pankok: Menschenbilder - Zivilcourage in seiner Kunst“

Christus zerbricht
Otto Pankok hat sein umfangreiches Lebenswerk in einem halben Jahrhundert fruchtbar schöpferischer Arbeit geschaffen. Über viele Jahre widmete sich der Künstler vor allem den leidenden Menschen und den Menschen am Rande der Gesellschaft. Auf vielen Reisen hielt er die Verarmten und Ausgestoßenen fest, aber auch die unterschiedlichsten Landschaften und Tiere.

Mit der Ausstellung in Schrobenhausen soll nicht nur ein großer deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts gewürdigt werden, sondern auch ein Mensch, der sich in vorbildlicher Weise für Minderheiten, für Verfolgte und diffamierte Menschen eingesetzt hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Portraits, in denen sich die tiefe, körperliche und seelische Verwundung der Menschen in den Jahren der NS Diktatur widerspiegeln. Bis heute gehören sie mit zu den wichtigsten Beiträgen künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Es gibt kaum einen andern deutschen Künstler, in dessen Werk sich der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma so unmittelbar widerspiegelt wie bei Otto Pankok. Durch seine Freundschaft mit den Düsseldorfer Sinti wurde er schließlich zum künstlerischen Chronisten der an ihnen begangenen Verbrechen.
Pankok hat das Leiden des Menschen unter der Gewalt des Staates zum Thema gemacht, wobei er aber die Menschen nicht auf Klischees reduziert oder inszeniert, sein Blick geht tiefer: Es geht ihm darum, die von ihm porträtierten Menschen in ihrer Individualität und in ihrer unbedingten Würde hervortreten zu lassen. Nach dem Krieg setzte sich Otto Pankok für den Wiederaufbau eines besseren Deutschlands ein, er schuf Bilder von überlebenden Sinti, die er in Düsseldorf wiedergetroffen hat und tritt in Zeitungberichten sowie Rundfunkbeiträgen immer wieder für die Rechte dieser Menschen ein.
Otto Pankoks Lebenswerk umfasst über 6000 Kohlezeichnungen, fast 800 Holzschnitte, über 800 Radierungen, etwa 500 Lithografien, Steinschnitte und Monotypien sowie zahlreiche Zeichnungen für die Düsseldorfer Zeitung „Der Mittag“ und über 200 Plastiken.
Viele seiner Werke sind heute im Kunstmuseum in der „Alten Post“ in Mülheim an der Ruhr, im Otto-Pankok-Museum im Haus Esselt bei Drevenack und im Otto-Pankok-Museum in Bad Bentheim-Gildehaus zu sehen.

Die Bilder und Objekte sind Leihgaben des Otto-Pankok-Museums Haus Esselt und von einem Privatsammler.

Bilder: Otto-Pankok-Museum, Haus Esselt, Hünxe/Drevenack

Dauer: 28. Februar bis 11. April 2010
Öffnungszeiten: Mi, Sa, So: 14-16 Uhr
Ort: Museum im Pflegschloss, Schrobenhausen
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Stadtmagazin Schrobenhausen | Erschienen am 15.03.2010
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