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Johann Michael Sailer und Johann Baptist Hofner

Eine gute Adresse für Kultur: das Pflegschloss

Vor 175 Jahren starb Aresings großer Sohn, Johann Michael Sailer, ein hervorragender Theologe und volksnaher Bischof - im gleichen Jahr 1832 kam in Aresing der Tiermaler Johann Baptist Hofner zur Welt. Eine Sonderausstellung im Museum im Pflegschloss von Oktober bis November 2007 widmete sich beiden Männern und versuchte soweit wie möglich die Persönlichkeiten darzustellen und einen Eindruck ihres Werkes und ihres Wirkens zu geben.

Das Leben und Wirken Johann Michael Sailers war unlösbar verbunden mit einer inneren Erneuerung des Katholizismus am Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit aller Kraft setzte er sich ein für einen Durchbruch zum „Alten Wahren“ und gegen die Aufklärung. So hielten ihn die Aufklärer für einen verkappten Jesuiten, die Münchener Nuntiatur als mystischen Schwärmer, verderblichen Neuerer und Papstfeind. Als Theologe hatte Sailer entscheidenden Einfluss auf die Theologie des 19. Jahrhunderts. Als Lehrer und Priester war Sailer bei seinen Studenten und werdenden Priestern sehr geschätzt, Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., suchte häufig den Rat des späteren Bischofs von Regensburg. Mehrere Portraits des Theologen sowie sein schriftstellerisches Gesamtwerk hatte die Gemeinde Aresing für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Die Taufmatrikel aus der Zeit von 1751, in denen Sailers Taufe verzeichnet ist, kam vom Archiv der Diözese Augsburg als Leihgabe.

1832 war auch das Geburtsjahr von Johann Baptist Hofner. Der als Tiermaler gerühmte Hofner hatte nie viel Aufhebens um seine Kunst gemacht und war auch zu Lebzeiten kaum bekannt, obwohl sich seine Entwicklung keineswegs isoliert im abgelegenen Aresing abspielte. Hofner war eingebunden in die Entwickung der Münchener Landschaftsmalerei und gilt Kennern als einer der Großen seines Faches. Er etablierte sich auf den großen internationalen Kunstausstellungen in München, ebenso bei den Weltausstellungen in Paris und Wien. Zum Ende des 19. Jahrhunders flammte die alte Freundschaft mit Franz von Lenbach, mit dem er bereits um 1852 in Schrobenhausen malte, wieder auf. Lenbach half seinem Freund aus so mancher Misere, wie die Briefe Lenbachs in der Ausstellung bezeugten. Gezeigt wurden auch Hofners Pilztafen, die nach mehr als hundert Jahren das erste Mal wieder alle sieben vereint gezeigt werden konnten.

Hierzu schrieb Franz von Lenbach am 2. Dezember 1901 folgendes Gutachten:
„Mit Vergnügen bezeuge ich hiermit, dass die von Johann Baptist Hofner gemalten Schwammerlinge unter den Künstlern große Bewunderung hervorgerufen haben. Die 7 Tafeln sind sowohl künstlerisch als auch wissenschaftlich von großer Bedeutung, - wie früher zu Rubens Zeiten die Blumen durch Breughel, so sind in unserer Zeit durch Hofner die oben genannten Kinder der Erde auf das vollkommenste verewigt.“
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