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Ausstellung zum 80. Geburtstag des Künstlers Norbert Richter-Scrobinhusen

In den kommenden Wochen präsentiert das Museum im Pflegschloss in Schrobenhausen ein weiteres Kulturereignis: gezeigt wird in einer umfassenden Ausstellung die Arbeit des Künstlers Norbert Richter-Scrobinhusen. 1929 in Grafenwöhr geboren studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München und war anschließend an verschiedenen Gymnasien als Kunsterzieher tätig bevor er 1959 mit seiner Familie nach Schrobenhausen kam. Norbert Richter fand hier ganz schnell Anerkennung und war bei seinen Schülern sehr beliebt. Ab 1961 signierte er seine Bilder mit Richter-Scrobinhusen, ein Zeugnis seiner Verbundenheit mit der Stadt.
Das städtische Museum im Pflegschloss ehrt nun den 1975 verstorbenen Maler und Grafiker anlässlich seines 80. Geburtstages mit einer Ausstellung, die einen Querschnitt seines umfangreichen Werkes zeigt.
Herausragend sind seine Leistungen auf dem Gebiet der Radierung. Mit ausgezeichneten, oft beziehungsreich komponierten Blättern hatte er in dieser Technik Unverwechselbares und Eigenes geschaffen. Über 150 verschiedene Radierungen hat Richter-Scrobinhusen im Laufe von 20 Jahren geschaffen. Diese Radierungen, vor allem die Ätzradierungen, hat er bis zu sieben mal überarbeitet, bis er zufrieden war. Diese Zwischendrucke auf dem Weg zum endgültigen Ergebnis nennt man Zustände, die an Hand von mehreren Beispielen in der Ausstellung zu sehen sind.
Ein wichtiger Teil des Werkes von Norbert Richter-Scrobinhusen sind seine Aquarelle. Sie entstanden hauptsächlich auf seinen Reisen nach Frankreich, das ihn besonders anzog, aber auch in Portugal und Irland. Mit fast tänzerischer Leichtigkeit, Luftigkeit und Poesie wurden Orte und Landschaften aufs Papier gebracht. Die Sujets wechseln - mal sind es pittoreske Bauwerke, Häuserzeilen, dann wieder fast minimalistische Ausschnitte einer Landschaft bis hin zu weiten Darstellungen von Land und Himmel in großer Perspektive.
Zu sehen sind in der Schrobenhausener Schau auch eine Reihe von Handzeichnungen: Industrieanlagen, die in brillanter Weise den BMW Turm in München oder die Leinfeldersche Papierfabrik in Schrobenhausen wiedergeben dokumentieren die sein Interesse an den Entwicklungen seiner Zeit. Naturzeichnungen waren für Richter-Scrobinhusen wie eine Mediationsübung, er konnte sich viele Stunden lang in ein Objekt vertiefen. Für die Zeichnungen der Felsen in der Bretagne oder der Kiefern um Schrobenhausen brauchte er Tage oder sogar Wochen.
Weniger bekannt sind Richters Photoradierungen. Der Künstler entdeckte die Phototechnik für sich auf besondere Weise. Er malte oder zeichnete mit Tusche auf eine großformatige Glasplatte. Diese Platte wurde in der Dunkelkammer auf Fotopapier gelegt und belichtet. Das Papier wurde anschließend entwickelt und auf eine Holzplatte aufgezogen. Gemälde (vor allem in Öl) waren bei Norbert Richter-Scrobinhusen eher eine Seltenheit.
Während sein Hauptwerk vor allem die Radierungen, Kugelschreiberzeichnungen und Aquarelle ausmachten, hat er an Ölgemälden nur zeitweise gearbeitet. Seine frühen Ölgemälde waren oft Portraits. Es gibt aber auch hier als Themen Industriebauten oder -gelände, die Landschaft und das 260 mal 120 cm große Bild „Grafenwöhr in Flammen“, das im Rathaus Grafenwöhr hängt.
Die Ausstellung im Museum im Pflegschloss ist noch bis zum 6. September 2009 zu sehen. Öffnungszeiten: Mi, Sa und So 14 - 16 Uhr.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Stadtmagazin Schrobenhausen | Erschienen am 08.07.2009
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Ingeborg Vollmar aus Bissingen | 17.07.2009 | 17:06  
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