Anzeige

Frauen-„PC-Bauer“-Power an der Maria-Ward-Realschule Schrobenhausen

Die Wagemutigen und ihre Hardware
 
Die vielen Kabel: eine echte Herausforderung

Schülerinnen kreieren Modding-PC „Marke Eigenbau“

Powerfrauen findet man längst nicht mehr ausschließlich am heimischen Herd oder im Beruf. Vielmehr finden immer mehr von ihnen auch an ursprünglichen Männerdomänen Gefallen.

„Wieso“, dachten sich z.B. die Teilnehmerinnen des Wahlfachs Kommunikations-technologie der Klasse 10c, „sollten die cool aussehenden PCs der Gamer (=Computerspieler) nur der männlichen Fraktion vorbehalten sein?“
Also wurde der Entschluss gefasst, selbst einen sogenannten Modding-PC (engl.: to modify = modifizieren) zu bauen. Beim "Modden" wird höchster Wert darauf gelegt, das PC-Gehäuse und die Komponenten optisch so zu gestalten, dass diese einzigartig sind. ( Anderorts gibt es sogar schon einen Bierkasten, ein Mikrowellengerät oder einen Schreibtisch mit PC-Innenleben und futuristischen Wasserkühlungskonstruktionen.) Plexiglasfenster, durch die die verschiedenfarbig ausgeleuchteten „Innereien“ zu bewundern sind, sind dabei ein absolutes Muss.

Es schloss sich eine ausgedehnte Internetsitzung an, in deren Verlauf die benötigten Bauteile ausgesucht wurden, eine Preissuchmaschine sowie eigene Gebrauchtteile (Prozessor und Arbeitsspeicher) halfen dabei, die Kosten im Rahmen zu halten.

Schnell gelang es, die inzwischen eingetroffenen Hauptkomponenten zu sichten und in beispielhafter Teamarbeit zusammenzubauen: Das Mainboard wurde in das Aeroengine Il Case (Gehäuse) geschraubt, der AMD-Prozessor in den Sockel eingesetzt und mit Kühler versehen, das platinfarben glänzende Netzteil mit zwei blau beleuchteten Lüftern fand seinen Platz, Arbeitsspeicher, Festplatte, Grafikkarte und DVD-Laufwerk / Brenner ergänzten die Hardware-Grundkonfiguration. Nach kurzer Verkabelung wurde zum ersten Mal der Einschaltknopf gedrückt und - siehe da - die Bauteile gaben die ersten Geräusche von sich, dazu schafften die zahlreichen, beleuchteten Lüfter einen optischen Eindruck von dem, was noch kommen sollte. Anschließend wurde das Betriebssystem Windows XP sowie alle benötigte Software aufgespielt, um daraus einen voll funktionsfähigen PC zu machen.

Das Sahnehäubchen war schließlich das eigentliche „Modding“:
Es entspann sich eine ausführliche Diskussion über die effektvollsten Standorte für Night-Magic-Lichterketten, Sharkoon SATA Kabel mit Neoneinlagen, Meteor und Bubblelights. Lange war unklar, ob man nicht doch lieber dem blauen Leuchtkabel gegenüber dem grünen den Vorzug geben sollte. Man beriet, wie man die Steuereinheiten per Klettverschlussklebeband möglichst gut verstecken konnte etc.
Die Verkabelung des Ganzen sowie die optische Perfektionierung mittels Kabelbindern war der letzte Kraftakt, der genauso wie alle vorherigen von den Schülerinnen in perfektem Teamwork unter Zuhilfenahme der englischsprachigen Einbauanleitungen bewerkstelligt wurde.

Und dann kam er, der große, langersehnte Moment: Die Vorhänge wurden geschlossen, der „On/Off“-Knopf gedrückt ...
Das Ergebnis kann man nicht annähernd angemessen beschreiben oder in Bilder fassen, man muss es gesehen haben. Kommentare wie „ Las Vegas“ oder „Discofeeling pur“ lassen nur erahnen, was Frauen –„PC-Bauer“-Power in der Schule leisten kann.

Heute steht der PC als Demonstrationsobjekt für Computerbestandteile zur Verfügung, wird aber auch als vollwertiger Schülerinnenarbeitsplatz für den IT-Unterricht im hausinternen Schulnetz genutzt. Und der nächstjährige Kommunikationstechnologie-Wahlkurs kann schon mal darauf hoffen, dass bald irgendwo ein altgedienter grauer Standard-PC schlapp macht, um die Chance zu erhalten, technisch und künstlerisch eigene Vorstellungen eines weiteren „echt krassen Teils“ verwirklichen zu können.

Im Internet sind auf der Schulwebsite unter dem URL
http://www.maria-ward-sob.de/komtek.htm
weitere technische Einzelheiten und Bilder zu finden.

Helmut Stöcker und die KT-Gruppe 10c der Maria-Ward-Realschule Schrobenhausen
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.