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Auf dem Ems-Radweg von Emden nach Münster

  Schlüchtern, im Juli 2013 - Plan war, den Ems-Radweg von der Mündung flussaufwärts bis zur Quelle und von dort weiter an Weser und Fulda bis nach Hause zu radeln. Wegen der heißen Temperaturen von bis zu 36°C beendeten wir die Tour aber schon in Münster und hoben uns den Rest für später auf.

Am 1. Tag reisten wir mit der Bahn nach Emden und besichtigten dort den alten Hafen und die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt.

An Tag 2 radelten wir zuerst an die Spitze der Hafenmole, wo der eigentliche Start- und Zielpunkt des Ems-Radwegs liegt. Nach etwa 12 km erreichten wir von dort die Fähre von Petkum nach Ditzum und setzten an das westliche Emsufer über. Immer am Damm entlang, manchmal etwas eintönig, führt der Radweg bis nach Leer. In dem sehenswerten Städtchen legten wir bei leckerem Fischbrötchen eine Mittagspause ein. Unser Tasgesziel Papenburg begrüßte uns nach 65 km mit der Ansicht der riesigen Werfthallen der Meyer-Werft, wo viele berühmte Kreuzfahrtschiffe gefertigt wurden. Nach 7 km Stadtrundfahrt stellten wir fest: Das Stadtbild selbst, geprägt durch den Hauptkanal, der durch das Stadtzentrum fließt, übertraf unsere kühnsten Erwartungen. Restaurants links und rechts des Kanals, nette Cafés und Eisdielen und natürlich die Tatsache, dass Radfahrer Vorfahrt haben, begeisterten uns. Sehr lecker speisten wir zu Abend - im Fischrestaurant "Smutje" - sehr zu empfehlen!

Am nächsten Morgen (Tag 3) verließen wir die Stadt wegen der zu erwartenden Hitze schon sehr früh und fuhren durch eine sehenswerte Landschaft, manchmal durch schattige Wälder, manchmal durch wunderschöne Auen, aber auch öfters am Flussufer entlang bis hinein nach Meppen, wo wir schon am frühen Nachmittag ankamen. Hier war die Stadt schon zum Großteil von fußballbegeisterten Holländern besetzt, denn am Abend spielte Ajax Amsterdam gegen Werder Bremen. Mit Stadtrundfahrt und Hotelsuche kamen wir an diesem Tag auf 76 Radkilometer.

Auch der 4. Tag begann sehr früh. Am Dortmund-Ems-Kanal entlang fraßen wir auf frisch asphaltiertem Radweg in kürzester Zeit die ersten 20 Kilometer. Erst in Lingen gönnten wir uns eine Pause bei Kaffee und Matjesbrötchen. Die eigentliche Mittagspause fand in Salzbergen statt, wo ein Zigeunerschnitzel Kraft für den letzten Abschnitt spendete. Vorbei am Kloster Bentlage erreichten wir das geplante Tagesziel Rheine so früh, dass wir uns nach dem Kaffeetrinken entschlossen, noch ein wenig weiter bis in die kleine Ortschaft Elte zu radeln, wo wir nach 79 km ankamen. Dort hatten wir das Vergnügen, im Landgasthof direkt neben dem Festzelt des Schützenvereins zu nächtigen. Dementsprechend fiel unsere Nachtruhe aus.

Trotzdem starteten wir auch am 5. Tag sehr früh, verabschiedeten uns von den letzten nächtlichen Festbesuchern und steuerten unserem Tagesziel Münster zu. Dazu mussten wir den Ems-Radweg verlassen, um am Dortmund-Ems-Kanal entlang ins Stadtzentrum zu gelangen. Dabei beobachteten wir neidisch, wie sich einige mutige Schwimmer trotz regem Schiffsverkehr im Wasser des Kanals erfrischten. Wir ruhten uns im Schatten der Bäume auf dem Promenadenring, der die Altstadt von Münster umschließt, von der Fahrt in der glühenden Mittagshitze aus. Danach besuchten wir den Schlossgarten, besichtigten die Innenstadt mit Dom und Domplatz, die herrlichen Fassaden und Galerien und entschlossen uns, mit diesem Höhepunkt unsere Fahrt hier nach 66 Tages- und etwa 300 Gesamtkilometern zu unterbrechen, um sie irgendwann später bei angenehmeren Temperaturen fortzusetzen.

Am nächsten Morgen fuhren wir noch vom Hotel zum Bahnhof, stiegen in den Zug und erreichten nach einer Fahrt über Koblenz und Frankfurt in überfüllten (in NRW hatten die Ferien begonnen), aber klimatisierten Fahrradabteilen am Nachmittag das heimatliche Schlüchtern.
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