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Fast sorgenfreie Grundschuljahre endeten vor 25 Jahren / Klassentreffen weckt teils verschüttete Erinnerungen

1982 kurz nach der Einschulung mit Klassenlehrerin Gabriele Reuter
 
1986 zum Ende der Grundschule mit Klassenlehrer Hans-Günther Geisendorf
Sarstedt/Hotteln. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der 1c bis 4c der Jahre 1982 bis 1986 an der Grundschule I in Sarstedt sind auf den Tag genau 25 Jahre nach der Schulentlassung zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Das Wiedersehen begann zur Kaffeezeit in Vogt’ s Alter Rösterei in Sarstedt. Dafür hatten Berit Steinberg (Gödecke) aus Leisterförde in Mecklenburg und Thorsten Locht aus Lambsheim in der Pfalz die weitesten Wege zurückgelegt.

Zeit gefunden hatte auch Gabriele Mierse aus Rosenthal bei Peine, die seinerzeit als junge Lehrerin in Klasse 2c unterrichtete. „Allerdings habe ich kaum Erinnerungen an euch“, bedauerte die nur kurzzeitige Klassenlehrerin. Dennoch ging der Gesprächsstoff nicht aus. Und was nicht mehr erinnert wurde, konnten andere ergänzen, wenn auch manchmal nach etwas Nachdenken.

Gabriele Mierse war 1984 der ersten Klassenlehrerin Gabriele Reuter gefolgt, nachdem Familie Reuter beruflich Mann und Vater in die USA gefolgt war. Reuters leben mittlerweile schon lange wieder in Sarstedt. „Frau Reuter hat sich auch riesig über unserer Einladung gefreut“, berichtete Mitorganisator Dirk Warneke seinen Mitschülern von einem Telefonat. Aber aufgrund eines lange geplanten Kuraufenthaltes könne Reuter leider nicht teilnehmen.

Auch einige Mitschüler hatten im Vorfeld abgesagt. Allgemein wurde bedauert, dass sich einige auch gar nicht gemeldet hätten. Andere hingegen wollten vielleicht kommen. „Doch vielleicht heißt immer nein“, stellte Jens Heise dazu ganz schlagfertig fest.

Im Laufe des Nachmittags stand als Höhepunkt die Besichtigung der alten Schule an. In der heutigen Regenbogenschule zeigte Hausmeister Hubert Pietsch zunächst den Neubau. Besonders interessiert war neben Lehrerin Mierse Gesa-Christine Ossenkopp, die als Lehrerin in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten ist und heute Schulleiterin einer kleinen Grundschule in Winnigstedt im Kreis Wolfenbüttel ist. Es habe sich hier in Sarstedt so viel getan, waren sich beide einig: Der alte Pavillon und der überdachte Weg mit dem Toilettentrakt, vor dem sich alle Schüler morgens zu versammeln hatten, sind zwischenzeitlich längst Geschichte oder wie Hausmeister Werner Hübner im grauen Kittel hinter seiner Milchausgabe liebenswerte Erinnerung.

Für die ehemaligen Schüler war natürlich der heutige Altbau von größerem Interesse. Nicht nur Lars Brettin zeigte sich im alten Klassenraum erstaunt: „Ich habe das alles viel, viel größer in Erinnerung.“ Aber wir gut 25 Kinder müssen hier Platz gefunden haben. Marc Hahne, extra angereist aus Kükenmoor im Kreis Verden (Aller), gab gestenreich eine sich dort zugetragene Anekdote zum Besten, über die bis auf eine alle Mitschüler nicht nur schmunzeln, sondern teilweise auch herzhaft lachen konnten. „Ich saß aber doch viel näher dran“, stellte Hahne fest, als sein damaliger Banknachbar seine Sicht der Dinge darlegen wollte.

Der Werkraum im Keller, Schulaufführungen in der alten Aula oder eine Tierpräsentation eines Wanderzoos im Gebäude der heutigen Kulturgemeinschaft riefen teils tief verschüttete Erinnerungen an eine im Nachhinein doch schöne Schulzeit unbeschwerter Kindertage wach.

Auch Klassenlehrer Hans-Günther Geisendorf ist seiner letzten Klasse unvergessen geblieben. „Beim täglichen Singen aus der Mundorgel gab er stets den Takt vor“, zeigte Anja Binder (Rehbein) die passenden Handbewegungen. „Unserem alten Klassenlehrer waren nach seiner 1986 erfolgten Pensionierung nur noch wenige Lebensjahre vergönnt“, bemerkt Matthias Moock erschrocken. „Geisendorf ist schon bald 20 Jahre tot.“ Dabei war es den Schülern, als seien sie gerade noch gemeinsam mit dem Schiff die Weser aufwärts oder während der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexico im Landschulheim in Hohegeiß gewesen.

Das Klassentreffen klang in Davud’s Restaurant am Rathaus aus. Beschlossen wurde, dass die drei Hottelner Organisatoren Stephanie Franke, Yvonne Jenke (Kaune) und Dirk Warneke nicht weitere zwölfeinhalb Jahre mit einer erneuten Einladung warten dürften. Es solle sich länger geplant „schon“ in fünf Jahren getroffen werden.

Zwischendurch soll es zudem immer mal wieder spontane Verabredungen in Sarstedt und Umgebung geben, damit man sich nicht wieder so lange aus den Augen verliert. Schließlich seien Giesen, Hannover oder Hemmingen-Westerfeld nicht aus der Welt.
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