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Trotz klirrender Kälte: THW Sarstedt lässt es knallen!

  Die Einsatzmeldung kam am Donnerstagabend gegen 19:00 Uhr: „Explosion mit mehreren Vermissten und Stromausfall.“ Zum Glück war es nur eine Übung.

„Gerade hatte ich mir etwas Warmes gekocht…“ ein wenig Enttäuschung darüber, in die Kälte zu müssen schwingt in Kay Dobbersteins Stimme mit. Aber genauso wie für seine 17 Kameraden war das nicht Grund genug für ihn, den Funkalarmempfänger zu ignorieren – auch wenn es sich „nur“ um eine Übung handelte, schließlich ist jedem der Ehrenamtlichen bewusst, dass sie sich auch bei echten Einsätzen weder Uhrzeit noch Wetterlage aussuchen können.

„Für uns war die Übung vor Allem aus zwei Gründen interessant.“ erläutert Zugführer Christian Rathke, „Erstens wollten wir sehen, wie schnell wir unter der Woche einsatzbereit sind und zweitens konnten wir testen, ob unsere neuen Funkalarmempfänger zuverlässig auslösen.“ Seit Anfang des Jahres ist das THW nämlich mit neuer digitaler Technik für die Alarmierung der Helferinnen und Helfer ausgestattet. „Alles hat sehr gut geklappt! Wir konnten eine knappe halbe Stunde nach Alarmierung abrücken.“ Verglichen mit Feuerwehr und Rettungsdienst klingt das natürlich langsam, man darf aber nicht vergessen, dass das THW deutlich mehr Technik mitführt, die für den jeweiligen Einsatz individuell verlastet wird und auch mit einer größeren (Mann-)Stärke ausrückt. Das ist allein deshalb schon nötig, da die THW-Einsätze häufig länger dauern und bundesweit durchgeführt werden.

Die Aufgaben für die Übung waren durch die Kälte durchaus komplex: An einer Einsatzstelle am Schützenplatz speiste die Fachgruppe Elektroversorgung (FGrE) Strom in das Stadtnetz ein. Mit Unterstützung der E.ON Avacon schalteten die THW-Spezialisten ihre Netzersatzanlage (NEA) auf das bestehende Netz auf.
Im Drehbuch für die Übung war Zugführer Rathke davon ausgegangen, dass zwei Mitarbeiter der Stadt Sarstedt bei Wartungsarbeiten in einer Pumpanlage einen Kurzschluss ausgelöst hatten und Teile der Stadt vom Stromnetz getrennt waren – keine angenehme Vorstellung im Winter, daher war schnelles Handeln gefragt. Die beiden Mitarbeiter galten als vermisst, was die Bergungsgruppen des Sarstedter THW Ortsverbandes auf den Plan rief.
Unter Gruppenführer Tobias Göhler suchten und bargen die ehrenamtlichen Retter die zwei Verletzten (Rettungspuppen) aus dem schwer zugänglichen Pumpenhaus. Für die Übung als fehlend deklarierte Leitern und enge Zugangswege machten die Rettung schwer durchführbar.

Die Endbesprechung fand mit durchweg positivem Tenor in der Unterkunft statt. Bei Tee, Kaffee und Bockwürsten konnten sich die freiwilligen Helfer wieder aufwärmen. Zum Abschluss fasste Rathke die Übung zusammen: „Das hat reibungslos geklappt, vor Allem bin ich zufrieden, dass Ihr so zahlreich hergekommen seid. Wir wollten Euch noch vor dem ersten offiziellen Dienst „aufwecken“ und Euch so auf ein spannendes THW-Jahr einstimmen.“ Denn zu tun gibt es noch reichlich; ab sofort laufen die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier des Ortsverbandes in der Sarstedter Innenstadt am 02.06.2012 auf Hochtouren.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Leine-Nachrichten | Erschienen am 16.02.2012
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