Anzeige

An der äußersten Granze - Saarbrücken

(Foto: Ulla Trampert / pixelio.de)
Saarbrücken: Zentrum | An einer Grenze von Deutschland liegt Saarbrücken, wer mit dem Zug dort hinreist wird nach langer Fahrt durch den Wald fast schon eine Großstadt im Grünen erhoffen. Der saarländische Dialekt ist gewöhnungsbedürftig, aber gut zu verstehen. Wie in allen Dialekten  gibt es auch hier für den Fremden witzige Ausdrücke. Mit "graute" ist sich fürchten gemeint und "Galljäh" sind Hosenträger. Und so beginnen wir unsere Stadttour im Schloss.

Saarbrücker Schloss

Das barocke Saarbrücker Schloss beherbergt ein Museum und ist Standort für Kulturveranstaltungen. Im 11. Jahrhundert wurde der Vorgängerbau zum ersten Mal erwähnt. Durch die Jahrhunderte hindurch wurde der Bau immer wieder zerstört, viele Zeichnungen im Museum belegen das, zum Beispiel während der Französischen Revolution und im zweiten Weltkrieg. Aber auch nach dem Krieg verschlechterte sich die Bausubstanz immer mehr und so gibt es praktisch bis auf den heutigen Tag, Renovierungen und Sanierungen. Im Schloss und außerhalb hat der Besucher den Eindruck, durch die Jahrhunderte zu fallen.
Erst 1988 wurde das "Historische Museum" eröffnet. Es findet sich vor allem für den Besucher ein Überblick über die neuere Geschichte von Saarbrücken. Schwerpunkt ist das 19. Jahrhundert und so kann man sich einen Überblick verschaffen, wie sich Deutschland vom Kaiserreich zur Bundesrepublik entwickelt hat. Zwar liegt Saarbrücken auch heute noch am Rand von Deutschland, aber in fast allen Bereichen der Wirtschaft ist der Ablauf typisch für Deutschland. Der früher dominierende Bergbau mit dem Transport über die Saar hat sich heute zur Dienstleistungsindustrie umgewandelt, was auch in anderen Teilen von Deutschland der Fall war.
Wer sich nicht so für die Fakten interessiert, kann sich auch die Entwicklung der Menschen im 19. Jahrhundert in den Kunstwerken anschauen. Einmalig in Deutschland ist der "Brennende Berg", deswegen wollen wir ihn besteigen, er ist auch nur 350 Meter hoch. Wegen des Bergbaus, auf dem Weg dorthin sind auf Infotafeln viele Informationen dazu zu sehen, ist der Berg zu seinem Namen gekommen. Entweder kann man die warme Luft aus der Felsspalte spüren oder nach einem Regenfall sind Dämpfe zu sehen.

Blumental und Rosengarten

Harmlose Natur ist im "Deutsch Französischen Garten" zu beobachten, nicht weit entfernt zur Grenze nach Frankreich. Schon im 19. Jahrhundert war der Garten ein Ausflugsziel für die Städter. Für den heutigen Menschen ist die Architektur der 50er Jahre sehenswert, denn heutzutage würde kein Garten oder Park so angelegt werden. Um den Deutschmühlenweiher findet der Gast eine der größeren Parkanlagen in Deutschland mit einem Blumental und einem Rosengarten. Den Tag beschließen wir bei einem Kabarett in einer der zahlreichen Kleinkunstbühnen in Saarbrücken. Meist ist Theater oder Kleinkunst in einem Nebenraum einer Wirtschaft zu finden und haben es auch viele Kabarettisten aus Saarbrücken schon ins Fernsehprogramm geschafft.
Davor bestellen wir uns zum Abendessen Dibbelabbes, ein Topfkuchen aus Kartoffeln oder Gefilde, das sind Kartoffelklösse mit Wurst gefüllt oder Geheirate, das sind Mehlklöße mit Soße. Zwar hat das Saarland nur ein kleines Weinbaugebiet, doch wird auch ein Tropfen von dort vom Kenner zu schätzen sein.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.