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Behinderte Kinder haben ein Recht auf bessere Bildungschancen

Zur heutigen Bundestagsanhörung zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention im Bildungsbereich in Deutschland erklärt
Adolf Bauer, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland
(SoVD) in Niedersachsen:
Es wird viel über ein inklusives Bildungssystem in Deutschland
gesprochen und zu wenig getan. Dabei steht längst fest, dass der
Handlungsdruck groß ist.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass behinderte Kinder nach
wie vor zu oft vom regulären Schulunterricht ausgeschlossen bleiben.
Nur 25 Prozent der behinderten Kinder können aktuell eine Regelschule
besuchen. Das ist zwar ein Zuwachs in den letzten vier Jahren, bleibt
jedoch auf niedrigem Niveau. In Niedersachsen liegt der Wert sogar nur
bei 11,1 Prozent. Das Bundesland ist damit trauriges Schlusslicht im
bundesweiten Vergleich.
Zugleich zeigt die Entwicklung der letzten Jahre: Die Zuweisungsraten
in Förderschulen verharren in Deutschland weiter auf hohem Niveau.
Denn weil die Zahl der Schüler mit Förderbedarf insgesamt immer
weiter an steigt, führen höhere Integrationszahlen nicht automatisch zu
sinkenden Förderschulbesuchsquoten.
Dies ist vier Jahre nach Unterzeichnung der UNBehindertenrechtskonvention
ein verheerendes Signal. Schuld sind insbesondere ein bundesweit unabgestimmtes Vorgehen bei der Umsetzung der Konvention sowie ausbleibende
Grundsatzentscheidungen in vielen Ländern. Insbesondere die ungeklärte Frage, wie Ressourcen für das inklusive Lernen von Sonderschulen an reguläre Schulen planvoll umzuschichten sind, braucht eine Antwort. Damit der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung spürbar vorankommt, müssen die Bildungspolitiker aus Bund und Ländern endlich an einen gemeinsamen
Tisch und verbindliche Beschlüsse fassen. Denn Lippenbekenntnisse
allein reichen nicht.
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