Ronnenberg erlebt wieder einen Kulturhöhepunkt

Die Lütt Jever Scheune, Ronnenbergs Gastgeber aus Leidenschaft, seit einiger Zeit immer wieder im Gespräch in Sachen Kultur und Scheunenkino, präsentierte den jetzt in Hannover lebenden Kabarettisten Matthias Brodowy, nach vielen anderen Preisen zuletzt ausgezeichnet mit dem „Deutschen Kleinkunstpreis 2013“ in der Sparte Chanson/Lied/Musik.

In seiner Begrüßung freute sich der Veranstalter Henrik Walde Matthias Brodowy präsentieren zu können und war auch richtig stolz darauf. Wie immer waren auch dieses Mal alle Plätze besetzt.

Bekannt ist Brodowy auch als Conférencier, u. a. tritt er im Hamburger Hansatheater, in Roncallis Apollo-Varieté und im GOP Varieté Theater Hannover auf. Ebenso gastiert er regelmäßig im Quatsch Comedy Club auf und präsentierte kürzlich sein Programm „Kopfsalat“ bei der Hannover-Premiere im Lindener Apollo Theater.

In seinem achten, ganz aktuellen Bühnenwerk zeigte Matthias Brodowy dem Ronnenberger Publikum sein wahres Gesicht. Er hat das Chaos in seinen Gedanken zum "Kopfsalat" verwandelt. "Chaos ist Freiheit", sagt der 40-Jährige Brodowy und meint mit Nietzsche „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“, man ist also gleichzeitig Schaffender und Zerstörer.
Sein Ronnenberger Publikum begeisterte er u. a. mit Wortspielereien vom Pharmaschinken und „Warum ein Bier schal wird –ein Schal aber nie Bier wird?“. Auch bekannte Persönlichkeiten wie „die Perle der Uckermark“ sind für Brodowy kein Tabu. Er philosophiert über einen „Würstchenfabrikanten“, dem er ein ganzes Lied widmete, ebenso wie über das zu niedrige Kanzlergehalt. Die Analyse des Kaufverhaltens im Kaufhaus gibt auch Anlass zum Nachdenken wie das Problem zweier „ziemlich wenig dünnen“ Damen auf der Rolltreppe. ADHS und Ritalin fanden bei Brodowy eine ganz besondere Beachtung, ist es doch ein großes Thema bei der Erziehung von Kindern.

Etwa zwei Stunden präsentierte er einen Mix aus Spontan-Kabarett, Klavierspiel und Lesung, mit wunderlichen Gedankengängen, stückweiser Poesie und absolut aktuell.
Zum Schluss gab es viel Applaus und auch die obligatorische Zugabe fehlte nicht. Das alles in einem hohen Tempo, mit viel Gesang und hoher Treffsicherheit bei der Pointe. Der Witz in der Zugabe über den Zusammenstoß im Supermarkt brachte das Publikum noch einmal herzlich zum Lachen. Mit dem schönen italienischen Lied „Buona notte“ endete ein unvergesslicher aber auch nachdenklicher Abend. Auf ein Wiedersehen.

So überreichte denn auch der Veranstalter Henrik Walde das Ortsschild von Ronnenberg, möge Matthias Brodowy den Weg bald wieder nach Ronnenberg finden.
Ein Abend, aus dem man einiges mitnehmen konnte, quasi: Tohuwabohu to go!
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