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Besuch in Demitz

        Das karnevalistische Altherrencorps Hannover von 1974 e.V.

besuchte vom 18.11. bis 20.11.2016 zum
60. Jubiläum
den Karnevalsclub Demitz


Am Freitagmorgen gegen 9:00 Uhr fuhren 8 Corpsbrüder mit zwei Fahrzeugen Richtung Demitz nach Sachsen. Bei der Abholung eines Corpsbruders wurden wir schon gleich in den ersten 5 Minuten von der Polizei fotografiert. Und das in der 30iger Zone. Die Fahrt verlief problemlos aber es herrschte starker Regen. Bei den letzten 100 km zeigten sich am Himmel schon die helleren Teile des wolkenverhangenen Himmels.
Unsere Ankunftszeit hatten wir gut im Griff. So konnten wir schon ein wenig die Gegend erkunden. Gegen 15:00 Uhr trafen beide Fahrzeuge auf dem Grundstück unseres Karnevalsfreundes Jürgen Platz ein.
Eine herzliche Begrüßung erfolgte und wir wurden gleich in die Geheimnisse der Imkerei eingeführt. Unser Karnevalsfreund Jürgen Platz hielt einen Vortrag in seinem Museumsraum und zeigte uns auch die Bienenkörbe mit den entsprechenden Transportfahrzeugen. Wir mussten feststellen das die Honigerzeugung ein mühsames Geschäft ist. Die Einladung zu einer Tasse Kaffee nahmen wir dankend an zumal wir auch die vielen verschiedenen Sorten Honig probieren konnten und als Nachtisch gab es obendrauf Kamenzer Schinkenwurst. Das ist Gastfreundschaft pur.
Danach bezogen wir unsere Hotelzimmer und freuten uns das Jürgen ein sehr gutes Hotel ausgesucht hatten. Die Gaststätte und Pension Jiedlitz befindet sich in Burkau, östlich von Bautzen. Das gemütliche Hotel ist eine gute Basis, um die Region Oberlausitz bei Wanderungen oder Radtouren, Exkursionen zum Barockschloss Rammenau oder bei einer Besichtigung der Lessingstadt Kamenz zu erkunden. Der Abend verlief harmonisch bei gutem Essen und vielen guten Gesprächen zumal auch unser Karnevalsfreund Jürgen Platz später hinzukam.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem leckeren Frühstück nach Bautzen.
Bautzen ist das Zentrum der Oberlausitz und hat eine als Flächendenkmal erhaltene und in der Sanierung fortgeschrittene historische Altstadt, interessantes deutsches und sorbisches Kulturleben, ein abwechslungsreiches touristisches Umland.
Hier erwartete uns der Stadtführer Andreas Thronicker, der uns in wunderbarer Weise die Stadt Bautzen zeigte, er war mittelalterlich gekleidet und redete uns nur mit „edle Herren“ an. Auch machten uns seine Sprüche die er angeblich von seiner Großmutter hatte, sehr viel Freude. Sogar etwas Deutschunterricht war dabei und das von einem Sachsen.(In keinster Weise oder in vollster Zufriedenheit) ist noch nicht mal in Sachsen Sprachgebrauch.
„Der Lauenturm bietet Euch, Ihr Edlen, einen grandiosen Blick auf meine Stadt, auf die Ebenen im Norden und auf die Bergketten im Süden. Über 1000 Jahre alt ist das ehrwürdige Bautzen. Und über 600 Jahre davon wachet der Lauenturm über seine Sicherheit! Ich, sein Türmer, (Andreas Thronicker) kann Euch viele Geschichten erzählen vom Wohl und Wehe der Stadt, von Treue und Verrat, von Feuer und Wasser.“
Und das tat er dann auch:
Die Besichtigung des Doms St. Petri in Bautzen, - obersorbisch Katedrala swj. Pětra,- ist eine der größten Simultankirchen Deutschlands. Er zählt zu den wichtigsten Kirchenbauten Sachsens und ist der älteste Kirchenstandort der Oberlausitz. Der Dom befindet sich am Fleischmarkt in der Bautzener Altstadt, gegenüber dem Rathaus.

Der Fleischmarkt
Auf diesem Platz zwischen Petridom und Rathaus befand sich bis 1799 der St.-Petri-Friedhof, der bereits 1523 und 1607 verkleinert wurde. Fleischmarkt wurde an der östlichen Friedhofsmauer abgehalten und nach der Auflösung des Friedhofes bis in die 70er Jahre des 20. Jh. auf dem ganzen Platz durchgeführt. In der Mitte steht noch der letzte erhaltene, um 1611 geschaffene, Wassertrog von Wenzel Röhrscheidt d. J. Das Brunnenstandbild zeigt den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. In seiner Regierungszeit kamen die Ober- und die Niederlausitz durch den Prager Frieden 1635 an Sachsen. Die Ostseite des Platzes wurde 1971–77 einschließlich der dahinterliegenden Häuser rekonstruiert. Die 1945 zerstörten Häuser der Nord-Ost-Seite und Westseite wurden 1989–93 durch Neubauten ersetzt. Das Haus Nr. 2 an der Ostseite besitzt seit 1670 ein schönes Portal mit Hausmarke und reichverzierter schmiedeeiserner Tür mit einem Löwenkopf als Türklopfer.

Deutsch-Sorbisches Volkstheater
Nach dem Umbau der Schützenbastei wurde dort 1796 das erste Theater in Bautzener eröffnet. Zuvor fanden die Aufführungen auf dem Gewandhausboden statt. 1813 diente das Theater als Lazarett, wurde zerstört und wiederaufgebaut. 1865 ging es in den Besitz der Stadt über und wurde 1868/ 71 völlig umgebaut. 1905 erhielt es die um 1840 von Ernst Rietschel geschaffenen Giebel-Figuren »Die Allegorie der Tragödie«, die sich bis zum Brand 1868 am Dresdner Hoftheater befanden. Stadttheater und Sorbisches Volkstheater wurden 1963 zum Deutsch-Sorbischen Volkstheater vereint, dem einzigen professionelle zweisprachige Theater Deutschlands. 1968 wurde das Haus am Lauengraben aus kulturpolitischen Gründen abgebrochen und 1975 hier in den Schilleranlagen als Zweckbau vor dem Societätsgebäude neu errichtet. Eine umfassende Modernisierung und Erweiterung fand von 2006 bis 2011
Hartmannsches Haus
Das palaisartige Gebäude entstand von 1720 bis 1724. Den Namen erhielt es am Ende des 19. Jh. nach seinem Besitzer. Leider nicht verwandt mit unserem Günter. Es wird mit seinen angeblich 4 Treppen, 12 Schornsteinen, 52 Räumen und 365 Fenstern auch als »Jahreshaus« bezeichnet. An der reichverzierten Fassadengestaltung macht sich der Einfluss des böhmischen Barock auf den sächsischen Barock der Bautzener Bürgerhäuser besonders stark bemerkbar. Die zwei weiblichen Figuren am Hauptportal symbolisieren die irdische und göttliche Wahrheit. Im Spitzgiebel flankieren Putten das »glückhafte Schiff«, das Zeichen des Handelskaufmannes.
Das Haus beherbergte u. a. König Friedrich II. von Preußen (1745), Kaiser Napoleon I. (1807 und 1813), Zar Alexander I. von Russland (1813), die Sachsenkönige August I. (1823) und Anton (1827 und 1829) sowie Prinz Albert (1849).
Reichenstraße
Schon 1359 wurde diese Straße als »platea divitum«, als »Straße der Mächtigen, Vornehmen, Reichen« und 1399 als »Reichengasse« erwähnt. Ihre jetzige Anlage erhielt die Straße nach dem großen Stadtbrand von 1634. Sie bildete das Zentrum des Handels und war die wichtigste Verkehrsstraße der Stadt.
Die stattlichen Bürgerhäuser wurden im Wesentlichen nach den Stadtbränden von 1709 und 1720 neu erbaut und mit barocken Fassaden geschmückt. Im Haus Nr. 4 von 1720 / 40 befand sich von 1833–1898 das Bautzener Postamt. Vom Haus Nr. 5 soll Napoleon I. im Mai 1813 das Schlachtfeld im Osten der Stadt beobachtet haben. Am Haus Nr. 14 von 1709 sind hebräische Schriftzeichen zu finden und das vergoldete Segelschiff der Nr. 29 weist auf ein Kauf- und Handelshaus hin. Mit der 1981 erfolgten Rekonstruktion der Reichenstraße, in der die Fassaden der Häuser renoviert wurden, entstand ein Fußgängerbereich
Der Nachmittag
Nach der Stadtbesichtigung mussten wir uns erst einmal stärken mit einem kleinen Imbiss. - Denn wenn der Kopf tut weh, die Füße stinken, dann muss man erst mal etwas trinken- Dann ging es weiter zu dem ehemaligen Stasi Gefängnis in Bautzen. Hier konnten wir spüren und sehen zu welche Foltermethoden das damalige Regime fähig war um anders denkenden Menschen die Würde zu nehmen.
Bautzen II
1902 – 1906
Zwischen Lessing- und heutiger Weigangstraße sowie Mättig- und Taucherstraße entsteht nach Plänen des Königlichen Landbauamtes ein neues Justizgebäude, das Amts- und Landgericht unter einem Dach vereint. In dieses U-förmige Hauptgebäude fügt sich ein fünfgeschossiges T-förmig
angelegtes Untersuchungsgefängnis ein und schließt damit den karreeförmigen
Komplex. Die Architektur (Bauarchitekt Grosselt und Finanz- und
Baurat Schnabel) lehnt sich bewusst an die Gestaltung der Ortenburg an.
Das Gefängnis ist für 203 Häftlinge eingerichtet, in fünf Etagen gibt es
145 Einzel- und 23 Dreimannzellen, ein bestimmter Bereich ist Frauen vorbehalten.
Das Gefängnis ist bis 1945 außer mit Untersuchungshäftlingen
stets auch mit bereits verurteilten Strafgefangenen belegt.
1933 – 1945
Während der Zeit des Nationalsozialismus werden zunehmend politisch
und rassisch Verfolgte inhaftiert, darunter ist u. a. der 1943 in Berlin-Plötzensee
hingerichtete tschechische Publizist Julius Fucˇík.
1945 – 1949
Das Gefängnis und das Justizgebäude sind von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Im Untersuchungsgefängnis sitzen sowohl Verantwortliche des Nationalsozialismus als auch politisch Andersdenkende ein. Die Häftlinge werden ohne rechtsstaatliche Prüfung vor ein sowjetisches Militärtribunal gestellt und fast ausnahmslos zu Haftstrafen zwischen 15 und 25 Jahren verurteilt. Die meisten waren völlig unschuldig, aber es gab auch einige NS-Verbrecher darunter. Im September 1949 wird das Gefängnis von der sowjetischen Besatzungsmacht an die Behörden der DDR übergeben.
1949 – 1956
Bis Ende 1950 untersteht der Strafvollzug in Bautzen II dem Justizministerium.
Mit der Umstrukturierung des Strafvollzugssystem in der DDR
erfolgt ab dem 1. Januar 1951 die Übernahme durch die Deutsche Volks- polizei bzw. das Ministerium des Innern. Bautzen II ist Außenstelle von
Bautzen I und wird von diesem mitverwaltet. Unter den Inhaftierten befinden sich viele politische Häftlinge, die wegen oppositioneller Aktivitäten gegen das SED-Regime von DDR-Gerichten verurteilt worden sind.
1956 – 1989
Die Anstalt wird selbstständige Strafvollzugseinrichtung BAUTZEN II.
Offiziell untersteht sie wie alle Strafvollzugseinrichtungen der DDR dem Ministerium des Innern, jedoch bestimmt in Bautzen II ausschließlich das Ministerium für Staatssicherheit die Belegung und die Vollzugsbedingungen. Damit beginnt die besondere Geschichte des „Stasi-Knastes“ (Das gelbe Elend) in Bautzen.
Die ersten 90 Gefangenen werden im August 1956 aus Brandenburg-Görden nach Bautzen II gebracht. Inhaftiert sind seitdem Regimekritiker (z. B. Walter Janka, Gustav Just, Erich Loest, Heinz Brandt, Rudolf Bahro u. v. a.), Fluchthelfer, wegen Spionage oder Republikflucht Verurteilte, aber auch aufgrund politischer und krimineller Vergehen verurteilte Offiziere und Parteifunktionäre
sowie einzelne Nazikriegsverbrecher. Einige Gefangene werden jahrelang in strenger Einzelhaft oder Isolationshaft gehalten. Besonders gefürchtet ist der Arrest, der in speziellen Zellen unter menschenunwürdigen Bedingungen verbüßt werden muss. Die Gefangenen nennen sie „Tigerkäfige“. Durch ein Quergitter tagsüber auf ca. 3 qm begrenzt, können die Häftlinge hier 16 Stunden lang nur stehen oder hocken. Vor allem bis Anfang der 60er Jahre ist Arbeit eine Auszeichnung. Ab 1963 sind auch hier die Häftlinge stärker in den Produktionsprozess von Betrieben eingebunden, dazu werden im Kellergeschoss Arbeitsräume neu gebaut. Ab August 1965 werden die Häftlinge erstmals auch mit Namen angesprochen und dürfen ihn auch gegenüber anderen Gefangenen nennen. Bis dahin war lediglich der Gebrauch der Häftlingsnummer zulässig. Obwohl mitten in der Stadt gelegen, dringt aus diesem „Haus des Schweigens“ wenig nach außen.

Die Jubiläumsveranstaltung
Am Samstagabend brausten wir los zur Jubiläums-Veranstaltung unseres befreundeten Carnevalsclub Demitz. Der Club feierte sein 60-jähriges Jubiläum.
Wir wurden mit Helau und “Schwarzwasser Ahoi“ freundlich von den Karnevalisten begrüßt. Die Prunksitzung fand in einer großen Turnhalle statt, es waren etwa 600 Karnevalisten in froher Erwartung. Nach den Tänzen Mariechen begann der Empfang der Präsidenten der Karnevalsvereine von Sachsen und der Gastvereine. Die Präsidenten mit Gefolge übergaben ihre Präsente an den Präsidenten Volkmar Sowinsky vom Karnevalsclub Demitz. Es war ein schöner Abend mit vielen Darbietungen, Lasershow, guter Musik und auch die Speisen und das Bier waren nicht übel und bezahlbar. Alles in allem ein gelungenes Jubiläum

Heimfahrt
Am nächsten Morgen ging es nach dem ausgiebigen Frühstück wieder heimwärts. Natürlich mussten wir erst noch bei unserem Karnevalsfreund Jürgen Platz viele Gläser Honig kaufen. Wir fuhren gegen 10:00 Uhr los und waren zwischen 14:00 Uhr und 15:00 Uhr wieder zu Hause. Es war eine wunderbare Veranstaltung die auch dem Gemeinschaftsgeist der Corpsbrüder diente.
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