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Skrupellose Arbeitnehmer-"Entsorgung" in Rheine

Rheine: KTR Kupplungen | Skrupellose Kapitalismuswillkür in Rheine
Die menschenverachtenden Machtauswüchse am Arbeitsmarkt konnten im Falle des Pfandbons und der Wegwerfbuletten ja gerade noch gerichtlich entschärft werden. Dabei ging es laut Arbeitgeberargumentation um das Urvertrauen zwischen den Vertragsparteien. Wir haben gelernt, dass Kleinigkeiten zum Verlust der beruflichen Existenz führen können. Diese Klagen setzten allerdings eine prinzipielle Verfehlung voraus.
Was aber, wenn die „Zielperson“ über 30 Jahre lang dem Unternehmen treu und gewinnbringend gedient hat? Auch solchen Mitarbeitern versucht man zur Senkung der Kosten zu kündigen, obwohl erst im Februar 2011 eine Belobigung durch den Geschäftsführer für 50 % Umsatzzuwachs in 2010 ausgesprochen wurde.

Geht nicht? Da fragen Sie mal die Geschäftsleitung der KTR Kupplungstechnik in Rheine. Man muss nur dreist genug Gründe für eine fristlose Kündigung konstruieren. Ein treuer, aber teurer Mitarbeiter sollte mit Hilfe der fristlosen Kündigung jeden Anspruch auf Entschädigung/Abfindung verlieren und durch einen billigeren Kollegen, der schon 3 Tage nach der Kündigung die Tätigkeit übernahm, ersetzt werden.

Aber der Reihe nach: Der leitende Vertriebsingenieur im Außendienst, L.M., versah seinen Dienst 31 Jahre lang zum Wohle des Unternehmens mit steigendem Umsatz. Der Vertriebsleiter Partmann sann jedoch anscheinend nach Möglichkeiten, den Außendienst zu kontrollieren und seine Macht zu vergrößern, indem er ein Exempel statuierte.
Vertriebsleiter Partmann unterbreitete also vor einiger Zeit L.M. den Vorschlag - zu extrem schlechten Konditionen - in Altersteilzeit zu gehen. L.M. konnte diese Konditionen nicht akzeptieren und lehnte ab.

Seit der Zeit muss jemand akribisch nach einem Fehlverhalten von L.M. gesucht haben – bis April 2011: Anscheinend hatte die Tagesabrechnung in SAP Fehler, denn es stand das Datum eines Sonntags (statt Dienstag) darauf und nach Prüfung bei den Kunden ergab sich, dass L.M. auch nicht dort gewesen sei . Also bestellte man ihn flugs ohne Angaben von Gründen in die Zentrale. Dort konfrontierten ihn die Firmenleitung (Geschäftsführer Gerstner, Vertriebsleiter Partmann, Personalchef Klinge und die externe Rechtsanwältin Poletti) und die stumm anwesende Betriebsratsvorsitzende Voermann mit dieser Anschuldigung und drohte mit fristloser Kündigung. Die Anwältin übernahm die Regie und forderte lautstark, er möge seine Verfehlung zugeben.
Der verdatterte und völlig unvorbereitete L.M. konnte allerdings klären, dass seine Sekretärin irrtümlich lediglich das Datum verwechselt hatte und er von unterwegs mit den Kunden nur telefonieren konnte, da er im Sturm mit dem Firmenwagen einen Unfall hatte. Es wurde eindeutig keine Verpflegungspauschale zu 6 Euro zu Unrecht abgerechnet. Gleichzeitig - nachgewiesen - mit Unfall unterwegs sein und im Büro zu Unrecht Spesen bekommen, geht irgendwie gar nicht.
Trotzdem erdreistete sich der Vertriebsleiter zu bemerken, man würde dann eben etwas anderes finden. Völlig unbeeindruckt von dieser nicht haltbaren Anschuldigung wurde die fristlose Kündigung zweimal ausgesprochen.
Sechs Wochen später stehen diese neuen Begründungen noch immer aus! Man sucht wohl immer noch verzweifelt nach neuen Verfehlungen. Auch wenn es diese nicht gibt – die Geschäftsleitung hat skrupellos Fakten geschaffen!
Die ARGE verweist auf dreimonatige Sperre der Zahlungen. Für die KTR Kupplungstechnik anscheinend kein Thema.
Hier wird dreist gepokert, dass der maßlos enttäusche und verzweifelte L.M. das Handtuch wirft und den Rausschmiss bei kleiner Abfindung wohl noch als gute Lösung akzeptiert. An allen gesetzlichen und moralischen Kategorien vorbei soll der Arbeitnehmer gezwungen werden, ohne jedes Verschulden und nur aus Gründen der Profitsucht des Unternehmens erhebliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Die unverdienten Vorteile lägen allein bei den Raffkes. Es gibt eben keinen Aufhebungsvertrag, den beide Seiten akzeptieren würden, sondern es gilt das Diktat des Chefs! Wer den ersten Vorschlag nicht hinnimmt, fliegt unter erschwerten Bedingungen – ohne jede Ersatzzahlung und ohne schnelle Unterstützung durch die ARGE.

Zur Würdigung des Verhaltens:
Das Grauen ist nicht anonym, sondern hat Namen:
Geschäftsführer Josef Gerstner, Vertriebsleiter Norbert Partmann, Personalchef Holger Klinge und die externe Rechtsanwältin Elisabeth Poletti vom VMM (Verband Münsterländischer Metallindustrieller).
Die bewusste Strategie, die Kosten ohne jede Rücksicht auf Verdienste, Treue, Moral, finanzielle und vor allen Dingen: menschliche Auswirkungen nicht im anonymen Markt, sondern bei den eigenen Mitarbeitern zu drücken, ist mehr als schäbig. Kommt diesen unqualifizierten Vorgesetzten und moralischen Krüppeln gar nicht in den Sinn, dass ihr freches, egoistisches und zerstörerisches Verhalten, das bewusst mit falschen Anschuldigungen hochmoralische Menschen an ihrem Lebensmut zweifeln lässt, keinen betriebswirtschaftlich noch so plakativen Erfolg rechtfertigen kann? Ihre Arroganz und Maßlosigkeit reduziert den Wert von treuen Mitarbeitern auf Null. Es geht nicht nur um eine angemessene finanzielle Regelung, sondern gerade um die psychischen Folgen dieser brutalen, unverschuldeten Ausgrenzung. Eine Lebensleistung wird zerstört.

Zur Erinnerung: Es geht nicht um die Ahndung einer wie auch immer zu wertenden Verfehlung, sondern es wurde vorsätzlich ein Grund gesucht und konstruiert, um einen finanziellen Vorteil ohne Rücksicht auf die Folgen für den unschuldig betroffenen Mitarbeiter zu ergattern. Mit einer Überrumpelungsstrategie sollte L.M. zum „freiwilligen“ Austritt aus dem Unternehmen verleitet werden.
Diese Betriebsleiter tragen nach Gutsherrenart leider bei ihrer Vernichtungsstrategie kaum eine einklagbare Verantwortung. Im schlimmsten Fall - für die Unternehmensleitung - kassiert das Arbeitsgericht die Kündigung und die Betriebsfürsten machen weiter wie bisher. Die Folgen für den unbegründet Gekündigten bleiben jedoch fatal. Das darf für die Verursacher nicht folgenlos bleiben. Der Pranger allein reicht nicht aus.

Gefordert sind ebenfalls die Unternehmenseigentümer, die die Unternehmenskultur nicht diesen Fehlbesetzungen überlassen dürfen. Sollten sie sich nicht eindeutig von derartigen Machenschaften distanzieren, müssen sie ebenfalls in die öffentliche Kritik einbezogen werden. Ich – und sicherlich nicht nur ich – fordere eine entsprechende Stellungnahme. Entstammen diese kryptischen Ideen von erfolgreicher Unternehmensführung den kranken Hirnen verkrampfter Angestellter, die selbst Angst um ihre Arbeitsplätze haben? Woran kann es liegen, dass „Führungsverantwortliche“ so instinktlos Probleme heraufbeschwören? Muss in diesem Unternehmen die restliche Belegschaft durch ein Exempel eingenordet werden?

Wird eigentlich nur in Sonntagsreden der Wert des Betriebsklimas für den Erfolg eines Unternehmens betont? Wiegt der vermeintliche finanzielle Vorteil dieser Willkürmaßnahme den Imageschaden auf? Ich wüsste jedenfalls, wem wegen Betriebsschädigung zu kündigen wäre.
Wann war wohl der Personalchef Klinge das letzte Mal bei einem Fortbildungskurs in Sachen Personalführung?
Vielleicht erläutert Geschäftsführer Gerstner im Kontext mit diesem „Fall“ mal seinen Leitspruch: „Wir sehen uns als Familie, in der jeder Einzelne dafür verantwortlich ist, dass Leistung Spaß macht“. Was ist seine Leistung? Was macht ihm Spaß? Wem soll/ darf wessen Leistung Spaß machen? Was hätte L.M. tun müssen, damit seine eindeutig erbrachte Leistung der Geschäftsleitung Spaß macht?

Ist diese Entsorgungsstrategie tatsächlich Sichtweise der ganzen Firmenleitung, oder traut sich niemand mehr, dem unverfrorensten Strategen zu widersprechen? Kommen der qualifizierten (?) Anwältin nicht Bedenken bei derart dünner und konstruierter Argumentation? Wird Frau Poletti vom VMM(Verband Münsterländischer Metallindustrieller) stolz sein auf ihre Aktion?
Diese schnöselige Anwältin erdreistete sich bei der Güteverhandlung anzumerken: „Nach 31 Jahren erfolgreicher Arbeit bei KTR als leitender Vertriebsingenieur wird es ihm sicherlich möglich sein, im Alter von 64 Jahren noch eine neue Tätigkeit zu finden“.
Es wäre interessant zu wissen, ob der VMM (Verband Münsterländischer Metallindustrieller) die durch seine Mitwirkung eskalierte Situation auch so kommentiert, oder ob es angebracht wäre, das Personal zu wechseln. Dazu müssten sich allerdings die Mitglieder äußern, denn Frau Poletti gehört zur Geschäftsleitung.

Es ging eindeutig nicht darum, leichte oder gar schwere Verfehlungen unter Berücksichtigung der langjährig erbrachten Leistung angemessen – bis hin zur Abmahnung – zu ahnden, bzw. zu korrigieren, sondern es ging ausschließlich um die Brutalstrategie, ohne jede Wertschätzung Kosten zu sparen. Das ist schlicht übelster MACHTMISSBRAUCH. Sieht so der Dank einer wirtschaftlich gesunden Firma für langjähriges Engagement eines verdienten Mitarbeiters aus, der erst kürzlich für seine Umsatzsteigerung vom Chef gelobt wurde?
Ein kritischer Blick ist noch auf den Betriebsrat zu werfen. Von einer Vertretung der Arbeitnehmer war nichts zu merken. Der Betriebsrat hat ohne die Vorwürfe bei L.M. zu hinterfragen oder dem Betroffenen ein Anhörungsrecht zu gewähren, der fristlosen Kündigung zugestimmt. Welche Rolle hat dieser Betriebsrat eigentlich in dem Unternehmen? Wie rechtfertigt dieser Betriebsrat sein Verhalten, seine Tatenlosigkeit? Wie wird die Belegschaft damit umgehen?
Wer bin ich?
Nicht G. Wallraff oder Robin Hood, aber jemand, dem solches Verhalten ostelbischer Junker des vorletzten Jahrhunderts maßlos stinkt und der in der glücklichen Lage ist, von solchen verrohten „Führungskräften“ nicht abhängig zu sein. Solche Zustände können anscheinend nur durch eine Veröffentlichung angemessen (?) geahndet werden. Das hat nichts mit dem Bruch von Betriebsgeheimnissen oder dem Schutz der Privatsphäre zu tun, auch wenn wohl schon nach dem schwarzen Schaf gefahndet wird, der mir diese „Geheimnisse“ gepetzt hat.
Ein schockierter - noch aktiver - Angestellter der KTR, den ich seit Studienzeiten kenne, hat mir diesen „Fall“ mitgeteilt. Da ich in der Nähe von L.M. wohne, habe ich Kontakt mit ihm aufgenommen und er hat mir mit großer Betroffenheit seine Sicht privat dargelegt. Er konnte nicht ahnen, dass ich den „Fall“ veröffentlichen werde. ….
Es liegt allein in meiner Verantwortung diese Fakten oder Empfindungen veröffentlicht zu haben. Es sollte – im Falle einer Fehlinterpretation der Ursachen – für die Unternehmensleitung kein Problem sein, das Gegenteil öffentlich zu belegen.
©Udo Ohm
Ich warte gern auf eine Nachricht / einen Kommentar unter u.ohm@freenet.de . Informantenschutz garantiere ich.
Noch besser würde mir gefallen, wenn Sie direkt öffentlich auf diesen Artikel mit einem Kommentar antworten würden unter
http://www.myheimat.de/rheine/themen/ktr-kupplunge...
oder unter http://www.ktr-mob.blog.de .
Dort können Sie notfalls ein Pseudonym benutzen.
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