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Zu Weihnachten seltenen Pilz gefunden

habituell deutlich ein Leccinum, wenngleich der Stiel nicht rau, sondern eher gerieft ist
Die Weihnachtszeit gilt als Zeit der Wunder. Dies scheint sich nun auch hinsichtlich der Pilze zu offenbaren. Ich traute meinen Augen kaum, als ich diesen Blätterpilz am 24. 12. 2008 abends fand - unter Fichte! Dabei ist einem vom Habitus her doch sofort klar, dass es sich um einen Raufußröhrling (Leccinum) handeln muss. Dazu die glockige rote Kappe: klar, eine Rotkappe! - eine Birkenrotkappe oder eine Eichen- oder Espenrotkappe ...
Aber im Winter? Und: unter Fichte??
Das erste mal aufgestoßen habe ich allerdings erst richtig und dann auch sehr laut (das lag vielleicht auch am Sekt, war ja immehin Weihnachten), als ich die Hutunterseite betrachtete: von wegen Röhrling! Das waren doch Lamellen, Blätter! Ein Blätterpilz also. Sofort denkt man an einen Knollenblätterpilz.
Ich sah in diversen Pilzbüchern nach. Tatsächlich, mein Pilz, bzw. meine beiden Pilze - ein neuer kleiner Fruchtkörper wuchs dirket neben dem großen, siehe Bild 3 - meine beiden Pilze hatten unten Knollen, und zwar scheidig aufgerissene. So blätterte ich alle Knollis im Buch durch. Mein vorläufiges Ergebnis war: roter oder (der seltenere) brauner Fliegenpilz, welche durch kräftige Regenfälle auch mal ohne die bekannten weißen Flecken / Flocken dastehen können. Aber Flocken hatten meine Kandiaten auf jeden Fall. Das ist auf dem Foto doch gut zu erkennen?! Gut, die Flocken sind rotbraun, also ist wohl nur die Farbe abgewaschen. Also hier mein vorläufiges Ergebnis: Amanita regales (der braune Fliegenpilz).
Begründung: Farbe stimmt, Stiel bis 20 cm stimmt, Lamellen gedrängt stimmt, Sporen waren nicht auszumachen - es ist ja auch schon Winter - da ist er eben abgesport, Vorkommen bei Fichten stimmt (wenn meine Fichte auch schon abgesägt und geschmückt war - ist ja Weihnachten), Geschmack unbedeutend stimmt (aber hart wie Knochen !)
Gegenanzeigen: die Knolle entspricht nicht o.g. Art; möglicher Weise gibt es seltenene Scheidlinge (Volvariella), zu denen er gehört, aber die haben keinen Ring.
Ach, ich bin noch neu in diesem Gebiet und kann nur raten. Selbst die Schnecke (auf dem Hut befand sich eine hörnerlose Schnecke, Bild stelle ich in wenigen Tager nach) kann nicht helfen, da Schneckenfraß kein Indiz für Giftigkeit oder Ungiftigkeit ist (Fliegenpilze sind giftig,
Scheidlinge eher nicht und Schüpplinge fast immer bitter). Meine Eltern kennen sich noch weniger aus als ich. Sie haben ihn einfach "Samtrübliger Matti" genannt (nach meinem Vornamen Matthias und Spitznamen Matti - und nach meiner samtigen und rüpelhalten Wesensart). Na, das kann ja auch nicht die Lösung sein, einfach einen neuen Namen erfinden. Obwohl: vielleicht ist es doch eine neue Art oder Varietät oder Taxus. Dann werde ich vielleicht noch berühmt. Und das kurz nach Weihnachten! So stelle ich diesen Pilz hiermit zur Diskussion und warte gespannt auf Post. Frohes und pilzreiches neues Jahr!!!
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3 Kommentare
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Matthias Krause aus Rehna | 02.01.2009 | 20:36  
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Matthias Krause aus Rehna | 02.01.2009 | 20:41  
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Matthias Krause aus Rehna | 03.01.2009 | 10:42  
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