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Swing- und Gospelchor-Projekt angelaufen

Das 1. Foto (von V. Bohlmann) von unserem frischgebackenen Gospelchor
 
Chorleiter M. Krause beim Training
Gospelchor-Projekt in Rehna gestartet, noch Plätze frei!

Herr Diakon Krause, meine erste Frage ist natürlich die, wie Ihr neues Projekt denn angelaufen ist.
Krause: Wunderbar! Wir waren am Donnerstag Abend zwölf junge Frauen und Männer und wir haben gleich richtig schön frische und mehrstimmige Gospelmusik zustande bekommen. Einige weitere Interessenten haben sich schon gemeldet.
Haben denn die Teilnehmer schon alle Chorerfahrung?
Krause: Die Hälfte, schätze ich. Ich habe die Sache natürlich so konzipiert, dass im Grunde jede Badewannensängerin und jeder Stadiongröhler sofort gut mitmachen kann.
Also muss man keine Noten kennen? Und muss man nicht furchtbar hoch singen?
Krause: Jeder kann sich etwas an Noten orientieren. So sieht man zum Beispiel, ob die Melodie nach unten oder nach oben geht. Sie wird aber nie zu hoch gehen, keine Angst. Ich habe geeignete Stücke besorgt. Außerdem kann ich das E-Piano, das schon mal einen guten Klangteppich liefert, bei Bedarf tiefer stellen.
Wie kann man jetzt noch einsteigen? Fallen Kosten an?
Krause: Das Ganze ist ein Projekt der Evangelischen Kirchgemeinde; Kirchenzugehörigkeit ist aber nicht notwendig. So trägt auch die Kirche anfallende Kosten. Wer allerdings nach der Probe noch in geselliger Runde bei einem Glas Wein in geselliger und fröhlicher Runde bleiben möchte, der kann ja dann auch gerne mal Wein oder Knabberzeug mitbringen.
Also einfach vorbei schauen, Freitag (30. 01.) um 19 Uhr an der katholischen Kirche, ....
Herr Krause, warum geht das Projekt nur bis Ostern?
Krause: Niemand soll dazu verdonnert werden, sich gleich für den Rest seines Lebens festzulegen. Es wird auch nach Ostern weiter gehen. Jeder kann sich dann frei entscheiden, ob er weitermacht oder nicht. Auch wer jetzt mal hineinschnup-
pert, ist nicht genötigt wiederzukommen. Na klar wünsche ich mir viele begeisterte Mitstreiter, die mit mir wunder-gospelige Musik machen. Aber am wichtigsten ist die Freude: es soll Spaß machen, schließlich ist es unsere wertvolle Freizeit; welche allerdings manchmal auch sinnvoll gestaltet sein will.
Wir danken für das Gespräch und wünschen guten Gelingen.

Bei unserem 2. Treffen Ende Januar - wir sind immerhin schon 17 Leute - besuchte uns Volker Bohlmann und machte dieses schöne Titelfoto. Er bat mich um weitere Informationen. Weil aber schon alles Wichtige über dieses Projekt im Interview gesagt worden war, entschied ich mich einige Hintergrund-Informationen über die Gospelmusik zu schreiben. Hier also der Text:
Seit Jahren sprießen in Deutschland Gospelchöre wie Pilze aus dem Boden. Was macht den Reiz dieser Lieder aus, warum fasziniert diese Musik auch chorunerfahrene oder auch nicht kirchliche Menschen jeden Alters? Ich möchte versuchen darauf zu antworten.

Erstens reizt einfach der musikalische Stil. All unsere moderne Musik, sei es Rock Pop, Swing, Jazz oder Rap, hat seine Wurzeln insbesondere in der religiösen Musik der Afroamerikaner, welche bekanntlich vormals als Sklaven von ihrem afrikanischen Kontinent nach Amerika verschleppt wurden, glücklicher Weise aber ihre hüft- und herzbewegenden Rhythmen nie vergaßen.

Zweitens sind Gospels Lieder der Hoffnung. Das Wort „Gospel“ bedeutet so viel wie „Frohe Botschaft“ (von altenglisch god spell), das eingedeutschte griechische Wort dafür lautet Evangelium. Diese „Frohe Botschaft“ ist das Kernstück des christlichen Glaubens und bedeutet, kurz gesagt: Ich vertraue darauf, dass ich gewollt und geliebt bin; ein Urvertrauen, welches ein Säugling naturgemäß noch hat und welches wir als Erwachsene stets und ständig suchen; angestammte Wörter für dieses Ziel und den Ort dieses Vertrauens sind in unserem Sprachgebrauch „Gott“ bzw. „Reich Gottes – Himmelreich – Himmel“ (engl. heaven). Hoffnung und Urvertrauen sind elementare menschliche Bedürfnisse. Die Schwarzafrikaner drückten diese Mischung aus Klage, Trauer, Hoffnung und Protest in ihren Gospelgesängen aus. Wir Mecklenburger sind in solchen Dingen recht ausdrucksarm. Macht nichts, wir leihen uns dankbar die Gospelsongs.
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