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850 Jahre Kloster Loccum - Klosterführung ,Impressionen

Laienrefektorium: Die Hochzeit von Kana (1886-91 gemalt von E.von Gebhardt)
Rehburg-Loccum: Kloster Loccum | Nach den Besuchen von Veranstaltungen im Kloster Loccum anlässlich der 850 Jahrfeier neugierig geworden auf eine Führung machten wir, mein Mann und ich, uns an einem Sonntag spontan auf den Weg dorthin. Wir hatten Glück. Viele Interessierte hatten sich eingefunden und so wurden kurzerhand zwei Führungen durchgeführt. Diese war sehr interessant und aufschlussreich. Wir haben viel erfahren über die Geschichte und das damalige Leben.
1163 gegründet als Zisterzienserkloster wurde es in Zuge der Reformation ein evangelisches-lutherisches Kloster, in dem künftige Pastoren, die auf ihre Pfarrstelle warteten, als Mönche auf Zeit aufgenommen wurden. Daraus entwickelte sich zu Beginn des 19.Jh das neue Predigerseminar. Heute ist im Kloster Loccum das einzige Predigerseminar der Hannoverschen Landeskirche angesiedelt. Nach ihren Universitätsabschluss werden hier Theologinnen und Theologen auf die praktischen Tätigkeiten im Pfarramt vorbereitet.
Wir besichtigten mit einem sehr fachkundigen Führer zunächst das Refektorium der Laienmönche, die zuständig für die praktischen Arbeiten waren und dann das Refektorium der betenden Mönche, die oft Priester waren. Bemerkenswert sind die Wandgemälde im ehemaligen Laienrefektorium. Der 1886 beauftragte Maler Eduard von Gebhardt malte den Raum mit biblischen Szenen aus, wobei er diese in die Loccumer Landschaft verlegte und darin viele Portraits von Loccumer Bürgern unterbrachte. Von dort ging es in das Refektorium, in dem auch viele alte und neue Bücher aus der Bibliothek zu finden sind. Das Refektorium wird heute für Empfänge und Veranstaltungen genutzt . Durch den Kreuzgang mit Blick in den Innenhof erreichten wir u.a. den Kapitelsaal, die Johanneskapelle und schließlich die Stiftskirche.
Für die Johanneskapelle fertigte der Maler Hermann Buß einen modernen Bilderzyklus an, der die Motive Meer, Steine, Mensch aufgreift. Die vier Bilder zeigen Szenen, in denen das Kloster und seine Umgebung, so auch das Steinhuder Meer und die Insel Wilhelmstein eine Rolle spielen.
Die Stiftskirche ist in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben. Beeindruckend das große Kirchenfenster an der westlichen Mittelschiffwand mit einer neueren Darstellung der Taufe Jesu durch Johannes und davor der Taufstein (von ca. 1600). Im nördlichen Seitenschiff beeindruckt die in diesem Jahr fertiggestellte frei stehende Orgel. Wir hatten zufällig auch Gelegenheit dem schönen Klang der Orgel zu lauschen.
Nach einer Kaffeepause mit leckerem Apfelkuchen im Klostercafé (Restaurationszelt aufgestellt anlässlich des Jubiläumsjahres) musste unser Spaziergang durch das Gelände und den schönen Klosterwald (unterschiedlich lange, ausgeschilderte Wanderwege) wegen Regen kürzer ausfallen als geplant. Aber wir werden bestimmt wieder kommen !
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