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Auf der alten Festung in Marseille 1915 – 1954. Autobiografische Berichte und externe Aufzeichnungen. Fotos

 
Die alte Festung von Marseille, 1954. In der Festung wurden 1915 die „Annamite“-Vietnamesen untergebracht. Auch die Legionäre wurden dort in Quarantäne gehalten, während das 2. Büro in ihrem Heimatland Nachforschungen betrieb. Ich habe 1949 in den Kasematten auf schmutzigen, verwanzten Matratzen gelegen und nachts Kolonnen von Wanzen gesehen, die über unseren Köpfen an der Gewölbedecke entlangmarschiert sind und sich auf uns fallen ließen. Foto: © Dietrich Stahlbaum 1954
Die alte Festung von Marseille 1954. In der Festung wurden 1915 die „Annamite“-Vietnamesen untergebracht. Die französische Regierung hat damals 4 600 von ihnen als Kanonenfutter in den Ersten Weltkrieg geschickt. Ein großer Teil von ihnen ist auf europäischen Schlachtfeldern gefallen.
Mein vietnamesischer Freund Nguyen Tran Dung aus Hanoi besucht zzt. Marseille. Er hat nachgeforscht und dokumentiert die menschenrechtswidrige Kolonialpolitik der französischen Regierung.
Der Urgroßvater seiner Frau war wahrscheinlich einer der „Annamites“-Vietnamesen. Er ist nach dem 1.WK in Marseille geblieben und hat dort geheiratet. Dung und seine Frau besuchen jetzt dort ihre Verwandten. Einer von ihnen hat von 1948 an als französischer Fremdenlegionär in Vietnam gekämpft – freiwillig. Er wollte in die alte Heimat seiner Vorfahren und ist nach dem Krieg, unerwünscht, nach Marseille zurückgekehrt.

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Mehr hierzu in meinem Roman »Der Ritt auf dem Ochsen oder Auch Moskitos töten wir nicht«:

Ich weiß nicht mehr, wann ich auf die Idee kam, diesen Roman zu schreiben. Nach meiner Rückkehr 1954 in Deutschland, dann während meines Aufenthaltes in Stockholm, wo ich in einer internationalen Buchhandlung gearbeitet habe, und bis zum Beginn meines Ruhestandes 1990 war ich neben meinen beruflichen Tätigkeiten politisch aktiv, so dass an eine Aufarbeitung meiner Vergangenheit nicht zu denken war. 1995 war ich dann soweit. Das Manuskript war 1999 fertig, 2 000 erschien die Printausgabe des Buches.

In Erinnerung geblieben waren die reißerischen, Legion und Legionäre diskriminierenden Berichte fast aller Medien der 50er Jahre und die dementsprechenden Reaktionen in der Bevölkerung. Auch heute wird jedes Mal, wenn einer von uns in Deutschland straffällig geworden ist, erwähnt, dass es sich um einen Ex-Legionär handelt. Deshalb habe ich die Thematik des Romans zeitdokumentarisch erweitert.

Das Ergebnis: ein Roman, subjektiv-autobiografisch im Kontext der historischen Ereignisse, mit großen Teilen, die ich selber so erlebt habe, wie beschrieben (besonders im 1. Teil). Anderes ist Fiktion.

Renard ist weitgehend identisch mit Dietrich Stahlbaum. Miroslav, mein „zweites Ich“, ist eine Kunstfigur (2. + 3. Teil). Alles, was hier erzählt wird, ist damals – irgendwo in Indochina – passiert. Nur die Roman-Handlung ist komponiert und komprimiert worden. Der 3. Teil wird von einer dritten Person erzählt. Dies entspricht der buddhistischen Lehre vom Ich-losen Selbst.

Zum Titel: Der Ritt auf dem Ochsen, das ist die Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst. Der Ochse ist sein ICH, das Ego. Der 2. Teil des Titels meint den buddhistischen Pazifismus, der alles Leben einbezieht.

Der Roman besteht aus einer Fülle von Ereignissen, Fakten und Gedanken, Fiction and Non Fiction. Er ist vielfältig und komplex. Er ist ganzheitlich konzipiert. Alles in diesem Roman hängt von und miteinander zusammen. Die Printausgabe ist vergriffen, eine eBook-Ausgabe gibt es seit 2012.

http://www.bookrix.de/_ebook-dietrich-stahlbaum-de...…/
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 15.08.2019 | 17:34  
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