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Wie sieht die Zukunft aus?

Am 3. April 2001 fand die Auftaktveranstaltung der Projektwerkstatt „Zukunftspark Blumenthal-Saatbruch“ statt. Die Auftaktveranstaltung zu den Werkstattgesprächen zum „Landschaftspark Emscherbruch“ – hier ging es um Areale im Süden von Herten und Recklinghausen – war am 5. Mai 2001. Die Bürger wurden aufgerufen, ihre Vorstellungen zur Gestaltung der genannten Flächen zu nennen. An beiden Veranstaltungen nahm ich als Mitglied des Fachforums Nachhaltige Stadtentwicklung der Lokalen Agenda 21 teil, dessen Sprecher ich seit dem 8. Oktober 2002 bin. Bereits bei den Werkstattgesprächen zeigten sich große Unterschiede. So wurden Anregungen aus der Bürgerschaft bei der Veranstaltung zum Zukunftspark von den Verantwortlichen häufig kleingemacht. Das Fachforum schlug u. a. folgendes vor: Ansiedlung innovativer Betriebe, Errichtung einer „ganzheitlichen Bildungsstätte“ als Haus des Lernens unter Vernetzung der Recklinghäuser Bildungsseinrichtungen, Erzeugung regenerativer Energien vor Ort und geringe Energieverbräuche der Gebäude, Grünvernetzungen vom Wasserturm auf dem Fritzberg über das Areal des Paschgrabens und Zukunftsparks zum Kanal mit Rad- und Fußweg, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Anpflanzung von immergrünen Gehölzen, um ganzjährig Kohlendioxid abzubauen, Sauerstoff zu erzeugen und Feinstaub zu binden.

Auch heute sind große Unterschiede bei der Umsetzung zur Gestaltung der Flächen festzustellen. In Herten wurden neue Betriebe angesiedelt, die zum Teil innovative Arbeitsplätze schufen. In Recklinghausen heißt das Areal seit einigen Jahren nicht mehr „Zukunftspark Blumenthal-Saatbruch“ sondern „Gewerbliche Mitte Blumenthal“. Haben sich die Verantwortlichen von der Zukunft verabschiedet? Dafür findet man auf dem Recklinghäuser Areal "Bodenschätze“, denn die MGG sanierte den Boden nur bis zu einer Tiefe von 50 cm. Die erforderliche Dekontamination des Bodens erfolgte noch nicht vollständig, sodass bis jetzt keine Ansiedlung von Betrieben stattfinden konnte. Die Kosten für die noch ausstehende Bodensanierung wird zu 25 % von der Stadt übernommen, der Rest ist förderungsfähig – und der Verursacher sowie frühere Eigentümer zahlt nichts. Einzig die Kommualen Servicebetriebe haben auf dem Gelände ihren Sitz. Doch selbst hier übernahm die Stadt keine Vorbildfunktion, denn das Gebäude wird auf konventionelle Art mit Energie versorgt. Andere Städte sind da längst weiter. Wenn die Weichen in der Gegenwart nicht richtig gestellt werden, wird die Zukunft hier wohl nicht stattfinden.
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