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S4-Ausbau: Dr. Thomas Goppel als Spin-Doctor der Staatsregierung?

Völlig überfüllte S4, weiterhin ein alltägliches Bild. (Foto: Münchner Merkur, 4.12.2015, mvz-tz)
Puchheim: S-Bahnhof Puchheim |

Mit den geplanten Bahnhofsumbauten in Buchenau und Fürstenfeldbruck bis 2020 („Verbesserungen auf der S4“, SZ, 11.4.2017) lenkt die Staatsregierung nur vom Versagen beim S4-Ausbau ab, der bis 2019 fertiggestellt sein sollte.



Eigentlich ist der CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Goppel eher ein stilles Wasser und versucht Verbesserung auf der S4 nicht publikumswirksam über die Presse, sondern durch diskrete Kontakte mit Bahn und Innenministerium herbeizuführen - bisher leider erfolglos. Gemäss „Verbesserungen auf der S4“ (SZ, 11.4.2017) betätigt er sich jedoch (wahrscheinlich unabsichtlich) als Spin-Doctor der Staatsregierung. Ein Spin-Doctor versucht bekanntlich Ereignisse mit dem richtigen Dreh zu versehen, so dass der Auftraggeber (die durch die CSU geführte Staatsregierung) in möglichst gutem Licht erscheint. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Buchenau, die Errichtung eines Bahnsteigs an Gleis 1 in Fürstenfeldbruck (SZ, 11.4.2017) und der Vorzug des barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs Puchheim (SZ, 19.2.2016) werden als von der CSU erreichte bedeutende Errungenschaft für die Pendler verkauft. Dies ist jedoch nichts anderes als das Eingeständnis, dass der Streckenausbau zwischen Pasing und Buchenau nicht vorankommt. Der barrierefreie Bahnhofsausbau von Buchenau und Puchheim und der zusätzliche Bahnsteig in Fürstenfeldbruck wären nämlich ursprünglich integraler Teil des S4-Ausbaus gewesen, den Innenminister Joachim Herrmann bis 2019 in Aussicht stellte (SZ, 19.11.2014). Und der Brucker Bahnsteig 1 ermöglicht frühestens ab 2020 nur wieder den Ende 2015 gestrichenen Halt von Regionalzügen.

Wir fordern den Landtag auf, seinen Beschluss zur Massenpetition S4-Ausbau von 2012 endlich umzusetzen: „Die Eingabe wird der Staatsregierung zur Würdigung überwiesen, mit der Maßgabe, dass im Hinblick auf die Dringlichkeit des Anliegens unverzüglich eine erneute Beratung stattfindet, wenn Klarheit über die zweite Stammstrecke besteht.“ Nicht nur die Errichtung des neuen Bahnsteigs in Fürstenfeldbruck, sondern der mehrgleisige Ausbau zwischen Pasing und Eichenau inklusive des Überwerfungsbauwerks Westkopf Pasing müssen mit höchster Priorität verwirklicht werden. Dies sollte der Landtag jetzt beschliessen.

Dagmar Mosch, Mitglied des Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied
Elke Struzena, Bündnis 90/Die Grünen Ortsverein Grafrath/Kottgeisering
Dr. Manfred Sengl, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Puchheimer Stadtrat
Dr. Reinhold Koch, Stadtrat, Puchheim
Dr. Martin Runge, 2. Bürgermeister, Gröbenzell
Thomas Brückner, Verkehrsforum Fürstenfeldbruck
Gottfried Obermair, Kreisrat Fürstenfeldbruck, Maisach
Dr. Ralf Wiedenmann, Zell ZH, Schweiz (Puchheim 1975-1988)
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