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Schulhausfreunde: Engagement für das Alte Schulhaus Puchheim-Bahnhof beruht auf der Bayerischen Verfassung

Schmuckstück in Gefahr: Das historische Alte Schulhaus in Puchheim-Bahnhof soll laut Plänen einer Gemeinderatsmehrheit und des Bürgermeisters abgerissen werden. (Foto: Freunde des Alten Schulhauses Puchheim-Bahnhof)
Bürgermeister Dr. Herbert Kränzlein wirft dem Sprecher der Freunde des Alten Schulhauses Puchheim-Bahnhof vor "fundamentalistisch zu agieren" und "über das Ziel hinaus zu schießen". Die Schulhausfreunde hierzu: "Dann sollte aber auch er seine Ziele klar benennen und aufzeigen, wo Kompromisse möglich sind". Andernfalls falle der Vorwurf des "Fundamentalismus" auf ihn selbst zurück.

"Unsere Ziele sind klar begründet", sagen die Freunde des Schulhauses. Der Einsatz für die Baukultur erwachse aus den Bestimmungen der Bayerischen Verfassung. Bayern ist gemäß Verfassung ein "Kulturstaat", in dem die "kulturelle Überlieferung" geschützt wird (Art. 3 Abs. 1 und 2). Artikel 141 bestimmt, dass es eine "vorrangige Aufgabe" der Gemeinden ist, "kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder zu schonen und zu erhalten". Die "Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur" sollen geschützt und gepflegt werden.

Die lokalhistorische, architekturgeschichtliche und städtebauliche Bedeutung des Hauses konnte nach Ansicht der Schulhausfreunde bislang nicht realistisch abgewogen werden, da über dessen Geschichte und Architektur nur wenig bekannt war. Die Freunde des Schulhauses wollen dieses Defizit durch Information beheben und eine Güterabwägung auf umfassender Grundlage ermöglichen.

"Das Argument der Abrissbefürworter, die Sanierung käme teurer als ein Neubau, ist in dieser Verallgemeinerung nicht haltbar, schon gar nicht ohne gutachtliche Prüfung", so die Gruppierung. Zahlreiche Beispiele würden zeigen, dass eine Sanierung nicht zwangsläufig mehr kosten muss als ein vergleichbarer Neubau.

Auch Energieeffizienz und Barrierefreiheit lassen sich inzwischen bei historischer Substanz erreichen, argumentieren die Anhänger des Hauses. Im Sinne der Nachhaltigkeit plädieren Experten inzwischen sogar verstärkt für die Weiternutzung bestehender Substanz, berichten sie. Großes Plus eines Altbaus sei die städtebauliche Ausstrahlung. Sie stifte Identität und binde emotional an den Ort.

Die Schulhausfreunde setzen auf die Überzeugungskraft ihrer Argumente und die Einsicht einer Mehrheit der Gemeinderäte. Alternative Konzepte für die Ortsmitteplanung wurden bereits von FW, ubp und Grünen vorgelegt. Alle sehen den Erhalt der Alten Schule vor. Die Kompromisslinie ist - den Schulhausfreunden zufolge - die Kombination von „Alt“ und „Neu“, die sinnvolle Weiternutzung des Alten Schulhauses zum Beispiel im Rahmen eines Bildungszentrums, in dem Bücherei, vhs und Musikschule untergebracht sind. Ein Bürgerbegehren wollen die Schul-hausfreunde nur als letztes Mittel herbeiführen.
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