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Potsdamer Germania-Ringer stehen vor dem Regionalligaauftakt

Das Regionalligateam im Ringen des RC Germania Potsdam. (Foto: Gerhard Pohl)
 
Der neue Mann an der Matte ist Hans-Joachim Schmiege. (Foto: Gerhard Pohl)
Nach mehr als fünfzehn Jahren Bundesligazugehörigkeit, wird es im August wieder ernst für das Ringerteam des RC Germania Potsdam, was sich mitten in der unmittelbaren Vorbereitung auf die bevorstehende Saison für die neu gebildete Regionalliga-Mitteldeutschland befindet.

Dieses Unterfangen steht unter etlichen neuen Vorzeichen, denn im Verein gab es einige Veränderungen in der Trainerfrage. 2010 hatten Olaf Bock und Roland Gehrke die Verantwortung für die „Erste“, beide verließen aber vorzeitig die Mannschaft und Reiner Leffler, sportlicher Leiter des Ringervereins, betreute bis zum Abschluss der Meisterschaftskämpfe das Team. Bock wechselte als Lehrer an die Sportschule nach Luckenwalde und Gehrke zog sich aus persönlichen Gründen vom Traineramt zurück.
Der neue Mann an der Matte ist seit zwei Monaten Hans-Joachim Schmiege, der von klein auf an, das ABC des Ringkampfsports erlernt hat und als Arbeitspädagoge für Behinderte in Hermanswerder tätig ist. 1970 begann er in Demmin zu Ringen, wurde 1976 an die Sportschule nach Luckenwalde delegiert und kam als Athlet 1984 nach Potsdam und stand bis 2002 in der Gewichtsklasse bis 120kg selber im Trikot der SG Dynamo Potsdam-West, dann PSV Potsdam bzw. des RC Germania in der II. Bundesliga auf der Matte, insgesamt 32 aktive Ringerjahre! Ab 2008 zeichnete er Verantwortlich für das Oberligateam, trainierte noch die Junioren des Clubs und assistierte 2010 Reiner Leffler bereits in den letzten Mannschaftskämpfen der II. Bundesliga. Ihm steht als Mannschaftsleiter mit Marco Kleest ein ehemaliger erfolgreicher Ringer zur Seite und alle organisatorischen Fragen liegen weiter in den Händen von Reiner Leffler. Was wenig bekannt ist, Hans-Joachim Schmiege war erster Präsident des RC Germania von 1996-1997.

„Die bevorstehende Saison in der Regionalliga – Mitteldeutschland ist für mich als verantwortlicher Trainer und das gesamte Team eine große Herausforderung“, bemerkt der neue Coach, „immerhin erwarten alle von uns den sofortigen Wiederaufstieg“, fügt er hinzu. Ursachen, dass die Bundesliga 2010 nicht gehalten werden konnte, sieht Schmiege neben oft sehr strittigen Entscheidungen gegen Potsdam u.a. darin, dass insgesamt zu wenig kleine Punkte bei 5:5 Kämpfen gewonnen wurden und dadurch die entscheidenden Zähler bei den Gegnern blieben, dass einige Leistungsträger zu spät eine notwendige Ligaform gefunden hatten bzw. in der mannschaftlichen Geschlossenheit bei Auswärtsauftritten. „Das haben wir hinreichend aufgearbeitet und müssen mit aller Konsequenz vom ersten Meisterschaftskampf an, der auswärts am 27. August beim AV Zella-Mehlis stattfindet, uns geschlossen darstellen. In dieser äußerst ausgeglichenen und enorm starken Regionalliga, wo jeder jeden bezwingen kann, kann man sich in keinem Vergleich die Blöße geben“, bemerkt Schmiege, der neben dem Mattentraining sein Team in zwei Trainingslagern bis zum Auftakt fit und auf Augenhöhe haben möchte. Allerdings hätte er es gern gesehen, wenn sich seine Athleten noch bei ein bis zwei Turnieren getestet hätten, aber da gab es keine Möglichkeiten.

Mit den Teams aus Zella-Mehlis, dem RSK Gelenau, der WKG Leipzig/Taucha, der KG Frankfurt/O-Eisenhüttenstadt, dem SV Luftfahrt Berlin II und dem RV Lübtheen steht diese Staffel vom Leistungsvermögen der II. Bundesliga kaum nach, zumal bis auf die Mecklenburger, alle Teams in höheren Klassen gerungen haben. Die KG Frankfurt/O.-Eisenhüttenstadt war noch 2010 Erstligist und zählt neben den sich mit Ausländern und ehemaligen Bundesligaathleten verstärkten RV Lübtheen unumstritten zum Meisterschaftsfavoriten.

„Trotz dieser Konstellation wollen wir vorn mitringen. Das Team ist in der Lage, alle Gegner zu bezwingen, wenn wir mit einer optimalen Besetzung antreten und jeder mit einer maximalen Leistung auftritt“, bewertet selbstbewusst der Coach die Chancen für seine Germanen. Immerhin sind die Potsdamer bis auf drei Abgänge (Stephan Spengler 66kgF, Eric Hahn 84gk gr und Ricardo Melz 120kg gr) zusammen geblieben und haben dem gegenüber acht Zugänge, alles Nachwuchsringer aus der Region, womit der Verein seiner eigenen Philosophie, den Eigengewächsen eine Perspektive zu geben, treu bleibt. So erweitern Tobias Groß (55kgF), Michael Schmieder (55kg gr), Lucas Bast (60gk gr), Norman Mahmudov (74kgF), Martin Eiseler (74kgF), Nico Brunner (84kg gr), Aslan Mahmudov (96kgF) sowie Mikhail Tsetskhladze (96kg gr) den Kader, alle waren bereits erfolgreich bei nationalen Meisterschaften. Nico Brunner nimmt gegenwärtig in Warschau an den Kadetteneuropameisterschaften teil. Aus dem eigenen Nachwuchs werden Paul Küster (60kgF) und Alexander Pippel (66kgF) eine Chance erhalten. Mit dieser Besetzung ist wie in den vergangenen Jahren, der RCG das jüngste Ligateam.

„Damit sind wir in den mittleren Gewichtsklassen, neben unseren bisherigen Leistungsträgern, wie u.a. Brian Tewes (66kg gr), Heiko Gensicke (66kgF), Stefan Barde (74kg gr), Daniel Hlavati (74kg gr), Fabian Albrecht (84kgF), Karsten Siegert (96kgF) und Oliver Diller (96/120kgF) recht variabel aufgestellt. Diese Breite fehlt uns in der 55kg -, 60kg - sowie 120kg-Klasse, damit hatten wir aber schon immer unsere Probleme“, so Schmiege, der mit der klaren Zielorientierung des Vereinspräsidenten Thomas Braune in die Saison geht die da lautet, „die Regionalliga soll eine einmalige Episode für uns sein“, was heißt, den Wiederaufstieg ganz schnell anzustreben.

Den ersten Heimkampf bestreitet der RC Germania Potsdam am 3. September, um 19.30 Uhr, in der Sporthalle der Schule 20 in Drewitz. Gegner ist der RSK Gelenau. Beide standen sich schon in der II. Bundesliga mit wechselseitigen Erfolg mehrfach gegenüber.
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