Anzeige

Das Potsdamer Marathon-As „Mücke“ Busch wurde Siebzig

Jürgen Busch beim Einlauf im Olympiastadion von Athen. (Repro: G. Pohl)
Jürgen Busch erlebte ein besonderes Weihnachtsfest:
Der Potsdamer beging am 24. Dezember seinen 70. Geburtstag. Der Spitzname „Mücke“ begleitete ihn seit Jahrzehnten, denn mit knapp 50 kg Gewicht bei 1,62 m Körpergröße galt er schon in den 60er Jahren als wahres Leichtgewicht. Allerdings gelang es dem Jubilar als ersten Sportler der DDR, im Trikot des ASK Vorwärts Potsdam den Marathonlauf international salonfähig zu machen.

Zur Leichtathletik kam Busch, nachdem er während seines Grundwehrdienstes bei einem Sportfest der NVA allen davonlief und anschließend Silber im Cross bei den Armeemeisterschaften gewinnen konnte. Fortan gehörte er in Potsdam zur Läufergarde um Hans Grodotzki, Fritz Jahnke sowie Siegfried Valentin und hatte hatte mit Bronze über 10 000 m bei den DDR-Meisterschaften 1964 einen glänzenden Einstand.

Seinen ersten Marathon bestritt „Mücke“ 1965. Nach 2:24:12 Stunden überquerte er die Ziellinie. Ein Jahr später schaffte er mit 2:18:27 Stunden einen neuen DDR-Rekord. Es folgten etliche internationale Auftritte. „Herausragend waren für mich unter anderem der Lauf von Marathon nach Athen 1967 mit dem Ziel vor 50 000 Zuschauern im alten Olympiastadion und der anschließenden Ehrung durch den Griechischen König Konstantin II. sowie das Zusammentreffen mit Emil Zatopek im gleichen Jahr in Prag und die Begegnung mit Fidel Castro bei einem Sportfest in Kuba“, erzählt er. Zatopek weilte auch in Potsdam, als Jürgen Busch mit dem Titel „Meister des Sports“ im Kulturhaus 'Hans Marchwitza' geehrt wurde. Er signierte auch die Urkunde.

1968 nahm Busch in Mexiko an den Olympischen Spielen teil und belegte in 2000 m Höhe bei tropischer Hitze den 15. Platz. Zuvor erfüllte er in Karl-Marx-Stadt die geforderte Norm von 2:14 Stunden: Er lief 2:13:45,2 und somit einen neuen DDR-Rekord, was den 3. Platz in der Weltbestenliste bedeutete.

Mit dieser damaligen Zeit (persönliche Bestzeit) würde er in der DLV-Jahresbestenliste 2012 nur 35 Sekunden hinter Jan Fitschen (Wattenscheid) auf dem 2. Platz stehen!

Anm.: Die Fotos wurden von Jürgen Busch zur Verfügung gestellt. (Repro: G.P.)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.