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Netzwerk des Guten - Bundespräsident würdigt ehrenamtliche Hospizhelferinnen

Erika Neumann (links) und Sabine Grochowski erlebten einen unvergesslichen Abend im Schloss Bellevue und waren dankbar für die hohe Wertschätzung, die ihnen Bundespräsident Joachim Gauck entgegenbrachte.

Zu seiner Verabschiedung am 17. März 2017 lud Bundespräsident Joachim Gauck 300 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger ins Schloss Bellevue ein. Unter ihnen waren auch Erika Neumann (73) und Sabine Grochowski (57) aus Berlin, die im Elisabeth Hospizdienst der Stephanus-Stiftung mitarbeiten.

Vor der offiziellen Verabschiedungszeremonie im Schlossgarten nahmen sich der scheidende Bundespräsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt im Empfangssaal seines Amtssitzes eine Stunde Zeit, um dem ehrenamtlichen Engagement ihre hohe Wertschätzung und Dankbarkeit auszudrücken. Dabei ging Bundespräsident Gauck auf die großen Herausforderungen für das Land ein, die ohne den Einsatz der Ehrenamtlichen nicht zu bewältigen sind.
Das Ehrenamt und überhaupt der unmittelbare Kontakt zu den Bürgern in Deutschland waren Bundespräsident Gauck und Daniela Schadt sehr wichtig. Bei einem seiner letzten offiziellen Termine am 15. März in Wismar unterstrich Gauck seine Wertschätzung für die sich engagierenden Menschen. Sie trügen mit ihrem Wirken dazu bei, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Deutschland sei durchzogen von einem „Netzwerk des Guten“, sagte er dort.
Diese hohe Anerkennung erfuhren auch Erika Neumann und Sabine Grochowski am 17. März in Berlin. Nach seiner Ansprache mischten sich der scheidende Bundespräsident und Daniela Schadt unter die Gäste, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei gelang es auch Erika Neumann und Sabine Grochowski, mit ihm einige Worte zu wechseln und ein persönliches Erinnerungsfoto zu machen.

„Sterbende Menschen haben einen großen Bedarf, berührt und gehalten zu werden“

Für Erika Neumann war diese Begegnung ein sehr wichtiges Zeichen persönlicher Wertschätzung. Im Jahr 2007, nach ihrem Eintritt ins Rentenalter, absolvierte sie die Ausbildung zur Sterbebegleiterin. Zuvor leitete sie 16 Jahre eine Altenpflegeeinrichtung und weiß, dass Sterbenden viel zu wenig Zeit gewidmet werden kann. Dies war für sie der Beweggrund, sich im Elisabeth Hospizdienst einzubringen.
„Meine Kraft schöpfe ich aus meiner Familie, aus meinem Glauben und dem, was ich von den Sterbenden bekomme“, sagt Erika Neumann, die als aktives Mitglied im Gemeindekirchenrat ihrer Gemeinde den Besuchsdienst dort verantwortet und mit ihrem Mann im Kirchenchor singt.
Im Sommer 2015 ließ sich Sabine Grochowski aus eigener Betroffenheit zur Hospizhelferin ausbilden. Das Sterben ihres Schwiegervaters in einem Hospiz und die erlebte gute Begleitung bewog die Berlinerin, sich ebenfalls für sterbende Menschen zu engagieren. „Es sind die sterbenden Menschen selbst und zum Teil auch die Angehörigen, die mir Kraft geben“, erläutert Sabine Grochowski. „Ein Mensch, der in liebevoller und friedlicher Begleitung in die andere Welt hinüber geht, ist mein größtes Geschenk.“

Ihr Wunsch sei es, den Menschen den Umgang mit Tod und Trauer leichter zu machen. Ihnen nahe zu bringen, dass sie nicht allein sterben müssen, kein Furcht haben brauchen, einsam hinüberzugleiten. Dabei ist für Sabine Grochowski die körperliche Berührung sehr wichtig. „Sterbende Menschen haben einen großen Bedarf, berührt und gehalten zu werden“, sagt sie. „Ein liebevolles Handstreicheln, das Berühren des Kopfes und der Schläfen machen unglaublich viel aus."

Für beide Frauen des Elisabeth Hospizdienstes ging am 17. März ein sehr bewegender Abend zu Ende. Die Begegnung mit dem Bundespräsidenten, die Verabschiedung durch einen „Großen Zapfenstreich“ der Bundeswehr und die schöne Kulisse des illuminierten Schlosses im Abendlicht bildeten zusammen ein unvergessliches Erlebnis. „Ich habe es genossen, einmal den Menschen nahe zu sein, die unser gutes Leben mitverantworten“, berichtet Erika Neumann dankbar.

In seiner letzten Rede als Staatsoberhaupt dankte Bundespräsident Joachim Gauck den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern und sagte: „Ich danke Ihnen, dass Sie dieses unser Vaterland schön gemacht haben und schön machen. Bleiben Sie dabei.“
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