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5 Jahre Museum Alexandowka – eine großartige Privatinitiative

Im Jahr 1994, anlässlich einer Reise zum Thema „Backstein-Gotik an der Ostsee“, wurde Herrn Dr. med. H. A. Kremer, einem Arzt aus Haltern in Westfalen, das Ausmaß der Schäden und der Verfall an der Bausubstanz in den neuen Bundesländern bewusst. Herr Dr. Kremer war motiviert, seinen eigenen kleinen persönlichen Anteil beizutragen und die Verpflichtung ernst zu nehmen, die jede Generation auf sich nehmen sollte: „In Deutschland gibt es immer weniger historische Orte. Geschichte allgemein und ihr unmittelbares Erleben durch Baudenkmäler wird immer mehr verdrängt und ausgelöscht.
Je nach Wahrnehmung und Bewusstsein ist jede Generation zu der Entscheidung gezwungen, welche Denkmäler sie weitergibt oder für immer zerstört. Wir haben diese Verantwortung gegenüber der Vergangenheit und der Zukunft. Das, was wir als bauhistorische Umwelt wahrnehmen, wirkt bewusst oder unbewusst auf alle Entscheidungen. Diese lassen dann bei späteren Generationen wieder Rückschlüsse zu über unser kulturhistorisches Denken.“ Durch Zufall wurde Dr. Kremer auf die Russische Kolonie Alexandrowka in Potsdam aufmerksam. Er erfuhr von dem geplanten Verkauf des Hauses Nr. 8 und konnte es im Dezember 1998 erwerben. Im Sommer 2000 erwarb Dr. Kremer von der Stadt Potsdam mit der Nr. 2 ein weiteres Haus in der Russischen Kolonie.
In dem Haus Nr. 2 ist nach seiner aufwendigen und mühevollen Restaurierung im Erdgeschoss ein schon lange fehlendes Museum zur Geschichte der Kolonie Alexandrowka eingerichtet worden. Dort soll die Kolonie Alexandrowka als ein begehbares Baudenkmal lebendig bleiben.
Anfang 2005 erfolgte nach mehrjähriger Rekonstruktion des Hauses und Vorbereitung der Ausstellung die Eröffnung des Museums Alexandrowka.
Die Besucher können das Haus betreten und im historischen Ambiente anhand von Dokumenten, Bildern, Plänen und Fundstücken, Informationen über die Kolonie, die Lennéschen Gärten, die orthodoxe Kirche und den Kapellenberg erhalten.
Jeder der Museumsräume untersucht ein eigenes Thema. Im Eingangsbereich erfährt man etwas über die Sanierung des Hauses Nr.2, die frühere Wohnstube befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Kolonie und ihrer Einordnung in das Zeitgeschehen. In der Küche erfährt man etwas über die Obstgehölze und im alten Vorratsraum wird aus dem Leben der Bewohner der Kolonie erzählt. Ein Raum wird für regelmäßig wechselnde Ausstellungen benutzt. Die Ausstellungen werden durch zwei Filme ergänzt. Im ehemaligen Stall befinden sich die Kasse, ein kleines Bistro und ein Souvenir-Shop.
Neben den Räumen verfügt das Museum über einen 2000m2 großen rekonstruierten Garten, in dem der interessierte Besucher über 300 verschiedene renaturierte Obstgehölze finden kann. Der Lennésche Garten ist ebenfalls Teil der Ausstellung.


weitere Informationen unter: www.alexandrowka.de
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Potsdam | Erschienen am 16.10.2009
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