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Heil nach dem Sturzfestival

Das Finale des Bremer Sechstagerennens wurde von einem schweren Massensturz überschattet. Mit dem Potsdamer Robert Bartko, der am Ende Vierter wurde, sprach Peter Stein.

MAZ: Sind Sie unverletzt geblieben?
Robert Bartko: Ja, ich hatte Glück im Unglück und das Gemetzel überlebt. Das Finale verlief extrem nervös, dazu kam die enge, nur 166 Meter lange Bahn. Da braucht es nur Kleinigkeiten und bums, kracht es gewaltig.
Wie hat sich der Sturz elf Runden vor Schluss ereignet?
Bartko: Fünf von elf Fahrern, die gerade dran waren, lagen plötzlich auf der Bahn. Mein Partner Alexander Aeschbach aus der Schweiz, der mich kurz zuvor abgelöst hatte, mittendrin. Am schlimmsten hat es Olaf Pollack erwischt, der sich das linke Schlüsselbein brach, und den Niederländer Danny Stam, der sich schwere Abschürfungen zuzog. Beide wurden vom Rennarzt sofort ins Krankenhaus beordert.
Wie ging es weiter?
Bartko: Wir standen natürlich alle unter Schock. Das Publikum forderte schon den Abbruch. Nach einer halben Stunde sind wir doch weitergefahren, haben noch mal 15 Runden absolviert. Die Siegesfeier für Erik Zabel und Leif Lampater war damit getrübt. Trotzdem haben es die Zuschauer honoriert, dass wir das Rennen zu Ende brachten.
Auch Sie haben in der 5. Nacht Ihren Partner Andreas Beikirch verloren. Was war passiert?
Bartko: Bei einem Wechsel wurde es plötzlich eng. Andy Beikirch kam an das Hinterrad von Bruno Risi, der Sturz ließ sich nicht mehr verhindern. Andy hat einen Haarriss im Lendenwirbelbereich erlitten, konnte aber am Dienstag wieder das Krankenhaus verlassen. Danach bin ich mit dem Schweizer Alexander Aeschbach weitergefahren, dessen Partner und Landsmann Tristan Marguet wegen einer Bronchitis aufgeben musste. Nach dem Reglement bekam ich dadurch eine Runde Rückstand aufgebrummt, so reichte es nur zum vierten Platz. Aber ich bin immerhin heil durchgekommen.
Sind Sie bei den Sixdays schon mal schwer gestürzt?
Bartko: Nein, auf der Straße habe ich mir 2000 mal die Schulter ausgekugelt.
Am Donnerstag sollte es in Stuttgart weitergehen. Das Rennen wurde aus finanziellen Gründen längst abgesagt. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Bartko: Mit gemischten Gefühlen. Es geht um die wirtschaftliche Existenz der Fahrer. Weniger Rennen bedeuten weniger Einnahmen.
Nun steht ab 22. Januar das „Heimrennen“ in Berlin an, wo Sie mit Erik Zabel starten.
Bartko: Darauf freue ich mich schon. Auch die anderen Fahrer sind heiß auf Berlin. Den einen bleibt bis dahin Zeit, die Wunden zu lecken, und die andern können sich in Ruhe vorbereiten und noch mal Luft holen. Das werde ich daheim bei meiner Familie in Jütchendorf tun. Zum Training fahre ich auf die Bahn nach Frankfurt(Oder).
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