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„The Age of Stupid – Warum tun wir nichts?“ Doku-Drama im „Thalia“ Potsdam / Diskussion mit Prof. Jung

Wann? 03.06.2010 19:00 Uhr

Wo? Thalia, Rudolf-Breitscheid-Straße, 14471 Potsdam DEauf Karte anzeigen
 
Franny Armstrong
Potsdam: Thalia | NABU zeigt Doku-Drama im „Thalia“ Potsdam / Diskussion mit Prof. Jung

Am Donnerstag, den 3. Juni zeigt der NABU um 19 Uhr im „Thalia“ Potsdam das Doku-Drama „Age of Stupid“, anschließend Filmgespräch (mit Publikumsdiskussion) mit Prof. Dr. Norbert Jung, Professor (em.) für Umweltbildung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (Arbeitsschwerpunkte: Naturerfahrung und -beziehung, Naturentfremdung, Ökopsychologie, Psychologie des Umweltverhaltens).

Wir schreiben das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney in Flammen, Las Vegas von der Wüste verschluckt. Der letzte Mensch, gespielt vom oscar-nominierten Pete Postlethwaite sitzt in „The Age of Stupid – Warum tun wir nichts? “ in der geschmolzenen Arktis in einem riesigen Weltarchiv, das die Überreste der Zivilisation enthält und fragt sich: „Warum haben wir die Klimakatastrophe nicht verhindert, als wir noch die Chance dazu hatten?“. Vor seinem interaktiven Bildschirm sucht er nach Antworten.

Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Original-Fernsehbeiträgen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren dabei den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit und zeigen auf, wie wir dabei sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören.

In glaubhaften Bildern, ohne anklagend zu sein, erzählt der Film aus dem Leben von sechs über den Erdball verteilten Menschen und legt dabei eine Denkart offen, die auf stetes Wachstum zielt – und an ihrem Größenwahn zugrunde geht.

Die Anwohner eines Dorfes im britischen Cornwall befürchten, dass Windräder ihre Landschaft verschandeln könnten. Ein indischer Geschäftsmann gründet in Indien eine Billig-Airline.

Ein 82-jähriger Bergführer in Frankreich sieht die Gletscher dahinschmelzen und kämpft gegen Lkw-Transporte durch seine Bergregion, die Milch nach Italien fahren, um sie als Joghurt wenig später wieder zurückzubringen. Und ein Ölbohr-Spezialist auf einer Ölplattform vor New Orleans prophezeit: „Wenn wir später auf unsere Zeit zurückschauen, wird sie das Zeitalter der Dummheit genannt werden.“

Gleichzeitig zeigt die Regisseurin Franny Armstrong aber auch alternative Ansätze auf, erzählt von gewöhnlichen Menschen, die vor der eigenen Nase mit einem großen Umbruch beginnen – einem Umbruch, der zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde führen könnte.

Viele in der Umweltbewegung sind überzeugt, dass „Age of Stupid“ der derzeit beste Film zum Thema Klimawandel ist. Im Juni ist es endlich auch in Deutschland so weit. Pünktlich zur UN-Klimakonferenz in Bonn erscheint der Film in deutsch synchronisierter Fassung – als eine Steilvorlage für die Anliegen nationaler Umweltschutzorganisationen, die beim Klima an einem Strang ziehen.

Zwar ist die Öffentlichkeit seit Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ für die Problematik sensibilisiert, gleichwohl sind nach wie vor nur wenige bereit, grundsätzlich das eigene Verhalten zu überdenken und – mehr als das – klimaverträglich zu handeln. In Großbritannien hat das bewegende Doku-Drama „The Age of Stupid“ bewiesen, dass es zusammen mit der Kampagne 10:10 große Massen mobilisieren kann, CO2 einzusparen.

Zeitgleich zum Film startet deshalb auch in Deutschland die von der Filmemacherin Franny Armstrong gegründete 10:10-Kampagne zur Einsparung von CO2-Treibhausgasen. Diese vereint alle Bereiche der Gesellschaft – Einzelpersonen, Familien, Schulen, Unternehmen, Gemeindeverwaltungen, Sportvereine und vieles mehr – hinter einer einfachen Idee: Wir versuchen, in einem Jahr zehn Prozent CO2-Emissionen einzusparen und fangen noch in diesem Jahr damit an. Mehr als 60.000 Menschen und über 2.000 Organisationen und Unternehmen – darunter Sony UK, Microsoft UK, die Royal Mail oder die HSBC Bank – machen bereits mit. 10:10 gibt konkrete Anregungen, wie sich der Alltag klimafreundlich umgestalten lässt. Leistet in Kooperation mit anderen Umweltverbänden Aufklärungsarbeit. Und rüttelt auf. Denn wenn wir sofort damit beginnen, uns von unbedachten, bequemen Gewohnheiten zu verabschieden, können wir alle einen Beitrag leisten, um das Klima zu schützen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.

NABU, NAJU, co2online u.a. Umwelt- und Klimaschutzorganisationen unterstützen den Film, der am 3. Juni in den Kinos startet. In der Startwoche (und mancherorts auch später) finden in vielen Städten Kinoevents mit Podiumsdiskussionen oder Gesprächsrunden statt, die von Umweltverbänden veranstaltet werden.

„Age of Stupid – Warum tun wir nichts?“ kann wieder Power in die nach Kopenhagen etwas eingeschlafene Klimadiskussion bringen. Bitte kommen Sie gleich in der Startwoche in die Kinos und bringen Sie zehn Freunde, Nachbarn und Kollegen mit! Nur wenn die Kinobesitzer sehen, dass es wirklich Interesse an Umwelt-Themen gibt, sind sie bereit, solche Dokumentarfilme länger zu spielen. Helfen wir alle mit, dass mit dem Film neuer Schwung in die Klimadebatte kommt!
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