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Geschichte der Feuerwehr Potsdam

ehem. Feuerwache am Bassinplatz neben der Französischen Kirche im Jahr 1862; Gemälde von K. Redlin, 1937 (Foto: Gemälde von K. Redlin, 1937; persönliche Lizenz liegt dem Autor des Artikels vom Rechteinhaber vor)
 
ehem. Feuerwache in der Moltkestr. 1 um 1900; Gemälde von K. Redlin, 1937 (Foto: Gemälde von K. Redlin, 1937; persönliche Lizenz liegt dem Autor des Artikels vom Rechteinhaber vor)
Die Feuerwehr Potsdam unterteilt sich in die Berufsfeuerwehr Potsdam und in 15 Freiwilligen Feuerwehren. Die neue Feuer- und Rettungswache befindet sich in der Holzmarktstraße Nummer 6/7, nahe der Humboldt-Brücke.

Geschichte der Feuerwehr Potsdam


Im Jahr 1536 gab es einen Stadtbrand und 14 Jahre später wütete ein weiterer Großbrand, wobei auch viele Dokumente zur Geschichte der Feuerwehr vernichtetet wurden. Erst im für das Jahr 1744 sind sechs öffentliche Spritzen und drei Spritzenhäuser verzeichnet.

Am 1. Oktober 1862 wurde in Potsdam die „Berufsfeuerwehr Potsdam“ gegründet. Sie war im Beeskowschen Schuppen – später eine Freifläche östlich der Französischen Kirche – untergebracht.

Es gab zwei bespannte Spritzen, einen Wasserwagen, einen Apparatewagen und eine fahrbare sogenannte „Tiene“. In den Nächten war die Feuerwache mit 10 Mann besetzt. Desweiteren gab es zwei Pumpen, die auf Kähnen montiert waren. Einer dieser „Prähme“ befand sich auf der Havel, mit einem Liegeplatz in der Nähe der Heilig-Geist-Kirche, und der andere hielt sich auf dem Stadtkanal auf, dessen Liegeplatz an der Breiten Brücke war. An die Pumpen waren rund 20 Meter lange Lederschläuche montiert. Die daran angeschlossen Spritzen schossen ihren Wasserstrahl über 30 Meter weit.

Am 1. Oktober 1867 wurde eine neue Feuerwache eröffnet. Sie befand sich in der Straße Am Kanal Nummer 66. Doch auch dieses Domizil bestand nicht lange, da es, ebenso wie das erste, den Anforderungen sehr schnell nicht mehr gerecht wurde. Im Jahr 1894, der Tradition folgend wieder am 1. Oktober, erfolgte der Umzug in das neue Feuerwachlokal in der Moltkestraße Nummer 1 (später Hebbelstraße). Dieser Standort blieb für 70 Jahre die Heimstatt der Berufsfeuerwehr Potsdam. Gleichzeit wurde – nunmehr regelmäßig – die Ausrüstung der Feuerwehr modernisiert. So erhielten die Kameraden ihre erste Dampfspritze. Diese 1-Zylinder-Dampfspritze brachte es auf eine Leistung von 750 Liter Wasser in der Minute. Im Jahr 1901 wurde auf die Braunsche Gasspritze umgestellt. Bei diesem Gerät wird das Wasser mittels Kohlensäure als Druckmittel durch die Schläuche gedrückt. Drei Jahre später erfolgte die Anschaffung einer Doppelzylinder-Dampfspritze. Damit konnten bis zu 2.400 Liter in der Minute gefördert werden. Die erste Spritze mit Verbrennungsmotor erhielten die Kameraden der Berufsfeuerwehr im Jahr 1912. Der Fuhrpark musste jedoch noch auf diese nicht mehr ganz neue Erfindung warten. Zum Einsatzort fuhr man die Technik nach wie vor mit Fuhrwerken oder Handkarren. Die Kameraden kamen teilweise mit Fahrrädern zum Brandeinsatz. Die damalige freiwillige Feuerwehr von Nowawes erhielt erst im Jahr 1922 die erste Kraftspritze. Dafür bezogen die Nowaweser Kameraden vier Jahre später ein neu errichtetes Depot an der Ecke Stephensonstraße und Anhalterstraße, während die Feuerwache in der Moltkestraße erweitert wurde.

Mit der Eingemeindung von Babelsberg (ehemals Nowawes) nach Potsdam, im Jahr 1939, wurden beide Wehren unter ein gemeinsames Kommando gestellt. Während des Zweiten Weltkrieges unterstand die Feuerwehr jedoch der Polizei und erfüllte hauptsächlich Aufgaben im Zusammenhang mit dem Luftschutz. Die Nacht von Potsdam, am 14. April 1945, überforderte die Feuerwehr erheblich. Der Stadtkern, der binnen 20 Minuten durch Bomben zerstört wurde, war ein einziges Flammenmeer. Ein Löschen war so gut wie unmöglich. Hinzu kam, dass die Feuerwache in der Moltkestraße ebenfalls stark zerstört wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Berufsfeuerwehr fast vor dem Nichts. Eine Bestandsaufnahme ergab, dass es nur noch zwei defekte Fahrzeuge, von einst 40, existierten. Notwendige Ausrüstung bargen die Kameraden aus den Trümmern. Im darauf folgenden Jahr erhielt die Feuerwehr einen offenen Lieferwagen. In umliegenden Gegenden konfiszierte man intakte Feuerwehrfahrzeuge und baute so die neue Berufsfeuerwehr auf. Ein Jahr darauf waren auch die Reparaturarbeiten an der Wache Hebbelstraße beendet. Nach zweijähriger Bauzeit wurde im Jahr 1964 die neue Feuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße Nummer 5 – neben dem ehemaligen Langen Stall – bezogen.

Am 7. Dezember 2007 wurde in der Holzmarktstraße der Grundstein zum Bau der neuen Potsdamer Hauptfeuerwache gelegt. Damit begann die Realisierung des zu dieser Zeit größten kommunalen Bauvorhabens. Zwei Jahre später, am 10. Dezember 2009, wurde die neue Feuerwache offiziell bezogen.
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