Anzeige

Hochsensibel - wenn die äusseren Reize zu viel werden

Die Wissenschaft vermutet einen Unterschied in der neurologischen Konstitution des Gehirns, d.h. der Filter für Sinneseindrücke ist sozusagen grobmaschiger, filtert nicht so viele Sinneseindrücke (ca. 11 Mio. pro Sekunde!) aus.
Hochsensible Personen (HSP genannt) nehmen viel mehr davon bewusst auf und somit wahr.
Hochsensible Menschen sind somit ausser-gewöhnlich schnell "überflutet" und meiden daher große Menschenansammlungen, zu viel "Krach" - das kann schon die Geräuschkulisse im Cafè sein, auch ein von dauernder Musik untermalter Film ist zuviel Input (man stelle sich noch ein Durcheinander gesprochener Dialoge und sonstige Geräusche vor), es kann sogar schon zu viel sein, wenn irgendwo ruhige Musik läuft.
Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt weitaus intensiver wahr und haben daher auch andere Bedürfnisse. Sie bevorzugen häufig ruhigere und reizärmere Umgebungen - wenn nicht sogar einfach nur Stille um sich zu entlasten, zu entleeren, abzuschalten. Je weniger Eindrücke sie konfrontieren, um so angenehmer.
Eine hohe Sensibilität ist jedoch nicht "nur angeboren" und ein Wesensmerkmal, sondern kann im Verlaufe des Lebens auch ausgebildet bzw. erworben werden - vorübergehend oder auch dauerhaft.

Dies kann geschehen durch Stress, durch ein Ungleichgewicht von Konzentration/Anforderung und entspannenden Ruhephasen, aber auch durch gezielte Bewusstseinsentwicklung bzw. -schulung, um sensibler zu werden.
Wissen Sie, wie viel uns bewusst und wie viel unbewusst abläuft? Es ist meines Erachtens überschätzt zu glauben, dass 90% unbewusst und 10% bewusst wären, wie manchmal zu lesen steht. Es dürften sogar weniger als 5% sein.
Gerade deshalb, weil pro Sekunde 11 Mio. (!) Sinneseindrücke auf uns einprasseln, sogar wenn wir dösen und meinen nichts mit zu bekommen:
______

".....Selbst auf jemanden, der nur dösend im Sessel sitzt, prasseln pro Sekunde elf Millionen Sinneseindrücke ein, die von ebenso vielen Sinneszellen im Körper ans Gehirn gesendet werden. Dazu gehört der Druck des Sessels auf Rücken und Gesäß genauso wie das leise Ticken der Uhr oder der Nachgeschmack des Salamibrötchens, der noch eine halbe Stunde nach Verzehr auf der Zunge liegt.

Viele dieser Wahrnehmungen verlangen nach rascher Entscheidung: aufstehen oder sitzen bleiben, das Fenster schließen oder ein Glas Wasser holen? Das Bewusstsein schafft es gerade einmal, 40 Sinneseindrücke gleichzeitig zu verwalten. Der Rest muss schon aus purem Mangel an Verarbeitungskapazität dem Autopiloten im Kopf überlassen werden...."

Quelle: "Das Bewusstsein ist zu klein für diese Welt" aus Spiegel online (Rubrik: Wissenschaft-Mensch-Intuition v. 2007)
______

Ich kenne Menschen, die sich aufgrund ihrer gefühlten geistigen Überflutung meinen, dass sie nicht dazu gehören, sie fühlen sich als Sonderlinge, weil sie sich einfach nur mehr abgrenzen wollen (und müssen) um einem Overload zu entkommen.

Diese Menschen sollten mehr Verständnis finden - sie benötigen zum Ausgleich einfach eine reizärmere Umgebung, mehr Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten,
um für sich zu sorgen.

In diesem Sinne wünsche ich allen HSP viele Ruhepole und Ressourcen!
Herzlichst, Angelika Müller
0
5 Kommentare
27.556
Heike L. aus Springe | 12.05.2013 | 12:46  
128
Angelika Müller aus Pfaffenhofen | 13.05.2013 | 09:15  
27.556
Heike L. aus Springe | 13.05.2013 | 18:08  
128
Angelika Müller aus Pfaffenhofen | 16.05.2013 | 12:44  
27.556
Heike L. aus Springe | 16.05.2013 | 18:54  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.