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Nein zu Studiengebühren! – Eintragen im Rathaus 17. – 30. Januar 2013

Claudia Jung, MdL - Kreisvorsitzende der FREIE WÄHLER Pfaffenhofen und familienpolitische Sprecherin der bayerischen FREIE WÄHLER Landtagsfraktion

Liebe Leser,

der Freistaat Bayern gehört mit Niedersachsen zu den letzten zwei Bundesländern, die von ihren Studierenden Semester um Semester Geld verlangen, damit diese an den Hochschulen immatrikuliert bleiben dürfen.

Die neoliberale Bildungspolitik der bayerischen FDP setzt auf die Förderung elitärer Kreise. Dabei sollte doch ein vorrangiges Ziel von Bildungspolitik sein, den Hochschulzugang allen Schichten gleichermaßen und damit mehr Menschen insgesamt zu öffnen. Selbst wenn die Ansatzpunkte hierfür natürlich bereits viel früher in der individuellen Bildungsbiographie liegen (Stichwort Selektion in der Schule), wirken Gebühren für das Hochschulstudium schon psychologisch zusätzlich abschreckend für junge Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen. Sie werden ihrer Chance beraubt!

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Von Forschung, Wissenserwerb und Technologieentwicklung profitiert die gesamte Gesellschaft, auch Nicht-Akademiker. Die politische Aufgabe muss daher lauten, ein gerechteres Steuersystem zu schaffen, das auch Spitzenverdiener, ob Akademiker oder nicht, zu einer adäquaten Finanzierung öffentlicher Aufgaben heranzieht.

Der wichtigste Zweck des Studiums kann nicht die maximale wirtschaftliche Verwertbarkeit von Wissen sein. In einer oft nicht messbaren Weise profitiert die Gesellschaft auch von der Existenz wirtschaftsferner Studiengänge, wie z. B. den Geisteswissenschaften. Würden Studiengänge rein nach dem zu erzielenden Profit ausgewählt, würden diese Studiengänge zum einen mangels Studenten verschwinden, obwohl diese entscheidend für unsere kulturelle gesellschaftliche Entwicklung sind und somit einen hohen Wert an sich haben. Andererseits würden die Kosten pro Student explodieren und somit von keiner Uni mehr angeboten.

Eine weit verbreitete Illusion ist es, dass Studiengebühren – egal welcher Art – sozialverträglich seien. Allerdings konnte mir das bisher kein Befürworter von Studiengebühren weder praktisch noch theoretisch belegen. Denn auch bei nachlaufenden Gebührenmodellen stehen die Studierenden am Ende ihres Studiums vor einem Schuldenberg, der bereits vor dem Studium abschreckend wirkt: besonders auf jene, die aus sozial schwachen Schichten stammen. Die soziale Selektion beim Hochschulzugang wird damit zur Ware und die schwarz/gelbe Staatsregierung stiehlt sich mit den Studiengebühren aus ihrer Verantwortung, eine gute und umfassende Bildung für alle Teile der Bevölkerung zu garantieren. Studenten könnten zudem immer mehr den Eindruck gewinnen, Bildung als „Ware“ kaufen zu müssen und diese dann wohlmöglich noch kritiklos konsumieren.

Viele Studenten leiden unter den Studiengebühren und der straffe Bachelor-Studiengang erlaubt es kaum, während des Studiums Geld hinzu zu verdienen. Das teure München mit seinen hohen Mieten können sich bald nur noch Kinder reicher Eltern leisten. Gehen sie arbeiten, um ihren Lebensunterhalt und Studium zu finanzieren, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Studienzeit verlängert – was letztlich auch ein Wettbewerbsnachteil ist, wenn man so argumentieren will. Haben sie kein finanzstarkes Elternhaus werden sie durch Kredite und einem unübersehbaren Schuldenberg in ihrer individuellen Freiheit durch Arbeiten während der Vorlesungen und in den Semesterferien beraubt. Für ein soziales Engagement bleibt keine Zeit und die Übernahme einer „staatsbürgerlichen Verantwortung“ bleibt ebenfalls auf der Strecke.

Bleiben die Studiengebühren im Freistaat erhalten, könnten die bayerischen Hochschulen schnell von den Spitzenplätzen rutschen, weil viele Talente lieber in Baden-Württemberg studieren als hier. Das sollte sich Bayern nicht leisten. Doch unser Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) hält nach wie vor an Studiengebühren fest und betont in der Presse: “In Bayern haben wir uns für Studienbeiträge entschieden, weil wir dadurch die Qualität der Lehre entscheidend verbessern konnten.“

Ob sich die Qualität der Lehre und die Betreuung der Studenten aber tatsächlich verbessert haben, daran bestehen berechtigte Zweifel – wie man oft genug in der Presse lesen konnte. Festzuhalten ist jedenfalls, dass alleine die vielen Versprechungen der Staatsregierung – allen voran von Ministerpräsident Horst Seehofer – sich gerade in Massenfächern wie Jura oder Betriebswirtschaft die Studienbedingungen nicht entscheidend verbessert haben. Und das trotz der Erhebung von 500 € Studiengebühren pro Semester. Eine Verschwendungssucht ist zu dem auch nicht ausgeschlossen.

Studiengebühren schaffen auch nachweisbar Bürokratie. Studiengebühren müssen streng von einem Hochschulhaushalt getrennt geführt werden. So ist jede Hochschule verpflichtet, getrennte Buchhaltung zu machen, der keinen unerheblichen Aufwand mit sich bringt. So wundert es sich nicht, dass Fachbereiche von € 500 Studienbeiträgen gerade mal 200 € erhalten.

Wenn Horst Seehofer es ernst meint mit seinen Bildungszielen, dann muss Bayern die Abschaffung der Studiengebühren als eine Investition in die Zukunft sehen. Ich kann es nur immer wieder betonen: Investitionen in die Bildung sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes und aus Gründen der Generationsgerechtigkeit und der Nachhaltigkeit notwendig. Und deshalb sollten die Hürden für den Beginn einer akademischen Ausbildung so niedrig wie möglich sein!

Das bayerische Bildungssystem bleibt auch ohne Studiengebühren noch ungerecht genug. Aber es ist ein Anfang und ein wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen.

Gehen Sie die Studiengebühren abwählen! Übernehmen Sie Verantwortung für sich, für Ihre Kinder, für Ihre Enkel – damit Bayern nicht seiner Zukunft beraubt wird!

Ihre

Claudia Jung


Ihnen ein herzlichen Dank für Ihre Unterstützung, was 72% aller Menschen in Bayern am Herzen liegt.
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