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Josef Schäch: CSU verkauft uns die Mittelschule, als sei es etwas Neues

Josef Schäch, Kreisvorsitzender Freie Wähler Pfaffenhofen
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Freie Wählerinnen und Freie Wähler,

die Klagen der Wirtschaft über mangelnde Ausbildungsreife bei Jugendlichen, sowie Probleme der Arbeitsagenturen bei ihrer Vermittlung, waren Anstoß für Bundesbildungsministerin Schavan, Hauptschulabbrüche einzudämmen, um gefährdete Jugendliche besser in eine Lehre vermitteln zu können.

In Berlin stimmte das Kabinett zusammen mit dem Berufsbildungsbericht 2010 zu Gunsten einem entsprechenden Projekt zu. Betroffene Schüler werden von der siebten Klasse an durch so genannte Bildungslotsen begleitet. Der Bund stellt bis 2018 dafür rund 755 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere Unterstützung kommt von der Bundesagentur für Arbeit.

Dieses Projekt kann ich nur begrüßen.

Doch in Bayern will die Staatregierung bei uns den Eindruck wecken, die Hauptschule sterben zu lassen und verkauft uns die Mittelschule, als sei sie etwas Neues auf den Markt. Aber wo Mittelschule drauf steht, ist immer noch Hauptschule drin. Es Bedarf keiner großen Worte, um den Unterschied zwischen einer Hauptschule und einer Mittelschule Ihnen als Leser zu erläutern. Es sind ein paar Förderstunden und die Hinweisschilder werden gewechselt. Doch gerade diese Hinweisschilder werden wir in ein paar Jahren nur noch vereinzelt wahrnehmen.

Im ländlichen Bereich, werden es schnell Hunderte von Restschulen, die zu klein und verstreut sind, um Mittelschule zu werden. Und die Eltern werden das tun, was sie die ganze Zeit schon machen: Sie werden diesen Schulen davonlaufen. Denn im gleichen Atemzug wird den Eltern der Übergang zur Realschule und Gymnasium erleichtert. Erst 2008 wurde die Übertrittsregelung verschärft und jetzt wieder aus taktischen Gründen zurück gerudert.

Der bestehende und zukünftig noch gravierende Fachkräftemangel verlangt von uns ein Bildungsangebot, das anschauliches Denken und praktische Begabung passgenau fördert und nicht die „Filetierung“ unseres Schulsystems, wo ja PISA zudem ausdrücklich vor gewarnt hat.

Schade, dass Kultusminister Ludwig Spaenle keine richtigen Dialogforen in der Vergangenheit eingerichtet hat, um den Kommunen, Eltern, Lehrern und natürlich der Wirtschaft, so ein wirkungsvolles Mitspracherecht gewährt zu haben. Dann würde garantiert einiges anders laufen.

Der demographische Wandel wird ein Flächenland wie Bayern es ist, nicht gleichmäßig treffen. Und trotzdem wird aus München eine Bildungspolitik als Gesetzentwurf vom Kabinett verabschiedet und dem Parlament zugeführt, als seien alle Landkreise mit den selbem Problemen konfrontiert.

Im Prognosepapier der Wirtschaft wird auf 2020-30 verwiesen, wo denn mehr als 1 Mio. Facharbeiter in Bayern herkommen sollen? Daran werden sich unsere Regierenden zu messen haben.

Ihr

Josef Schäch
Kreisvorsitzender
Freie Wähler Pfaffenhofen
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