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Claudia Jung: In puncto Politik für Alleinerziehende, von denen etwa 90 Prozent Frauen sind, gibt es noch viel zu tun

Claudia Jung, MdL - Kreisvorsitzende FREIE WÄHLER Pfaffenhofen und familienpolitische Sprecherin der Bayerischen FREIE WÄHLER Landtagsfraktion
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Freie Wählerinnen und Freie Wähler,

Alleinerziehende – Was kann der Staat tun, um deren Situation zu verbessern?

Diese Frage stellte die Bayerische Staatszeitung allen Fraktionen im Bayerischen Landtag, die MdL Claudia Jung, familienpolitische Sprecherin der Bayerischen Freie Wähler Landtagsfraktion beantwortet hat. (BSZ 12.08.2011)



Die Entscheidung des BGH stärkt die Rechte der Unterhaltzahler und erhöht den Arbeitsdruck auf alleinerziehende Geschiedene. Dagegen wäre nichts einzuwenden, hätte man dabei dem Gesetzgeber auferlegt, für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen.

In puncto Politik für Alleinerziehende, von denen etwa 90 Prozent Frauen sind, gibt es noch viel zu tun. Was brauchen Alleinerziehende, um nicht auf staatliche Transferleistungen angewiesen zu sein? Zuallererst brauchen sie einen Arbeitsplatz mit familienfreundlichen Arbeitsmodellen und existenzsicherndem Einkommen, wobei mit einem Entgeltgleichheitsgesetz ein großer Schritt getan wäre: Der (Wieder)Einstieg in den Beruf fiele um vieles leichter mit einer maßgeschneiderten Arbeitsberatung und –vermittlung sowie differenzierten Möglichkeiten zur Schließung von Qualifizierungslücken.

Das aber ist nur realisierbar, wenn die Kinder auch betreut werden: Ohne ein bedarfsdeckendes Angebot an Kitas und Ganztagsschulen ist die Sicherung des Lebensunterhalts durch eigene Erwerbstätigkeit nicht machbar! Eine kostenfreie, gesetzlich garantierte Ganztagsbetreuung, erweitert auf 6-12 Jährige, ist ebenso wünschenswert wie flexible Kita-Öffnungszeiten und Betreuungsmöglichkeiten bei atypischen Arbeitszeiten.

Dabei muss auch die Qualität der Einrichtungen gesteigert werden, damit sie nicht nur ihrem Betreuungs-, sondern auch ihrem Bildungsauftrag gerecht werden können. Auf die Agenda einer modernen Familienpolitik gehören auch die Einführung einer Kindergrundsicherung, die Weiterentwicklung der Unterhaltsvorschussregelungen sowie engmaschige soziale Netzwerke, um Alleinerziehenden bei der Alltagsbewältigung unter die Arme zu greifen.
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