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Claudia Jung: Ich bleibe beim „JA“ zu Babyklappen!

Liebe Leser,

wie der DONAUKURIER aktuell berichtet, blieb über zehn Jahre lang das Fenster in der Sebastianstraße in Ingolstadt geschlossen. Bis Ende Mai im Bettchen dahinter zum ersten Mal ein Kind lag.

Der Vorfall macht die Notwendigkeit einer Einrichtung wie der Ingolstädter Babyklappe überdeutlich. „Wenn man damit nur ein Kind vor einem schlimmen Schicksal bewahren kann, hat sie ihren Zweck erfüllt“, meinte der Geschäftsführer des Altstadtzentrums, Josef Hartinger, ein paar Tage, nachdem die Kleine abgegeben worden war.

Leider hat der Bundestag in dieser Legislaturperiode einen von Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, vorgelegten Gesetzentwurf zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt endgültig beschlossen. Vertrauliche Geburten sollen die für Mütter und Kinder risikoreichen heimlichen Geburten außerhalb medizinischer Einrichtungen minimieren und Fälle verhindern, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden. Außerdem sollen vertraulich geborene Kinder die Möglichkeit bekommen, später ihre Herkunft zu erfahren.

Die Freien Wähler forderten per Antrag im bayerischen Landtag, nicht den Empfehlungen des nationalen Ethikrates zu folgen, der sich gegen Babyklappen und die Möglichkeit einer anonymen Geburt ausgesprochen hat, sondern die bewährte Praxis beizubehalten.

Ich persönlich bleibe beim „JA“ für Babyklappen, auch wenn sie wissenschaftlich höchst umstritten sind und sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt als legales und rechtssicheres Angebot für alle Betroffenen nützt nämlich reichlich wenig, wenn Frauen eine Schwangerschaft aus einer Notlage heraus nicht eingestehen wollen oder aus Angst vor einem möglichen Bekanntwerden der Schwangerschaft keine Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie der DONAUKURIER weiter berichtet, ist das Kind in guten Händen. Das freut mich sehr.

Ihre

Claudia Jung
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