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Claudia Jung: 100. Weltfrauentag am 8. März 2011 Ein Grund zum Feiern und Nachdenken

Claudia Jung MdL - familienpolitische Sprecherin der Bayerischen Freie Wähler Landtagsfraktion
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Freie Wählerinnen und Freie Wähler,

am 8. März jährt sich zum 100. Mal der Internationale Frauentag. Ein Tag, der an einen langen Weg erinnert: von der Einführung des Wahlrechts über die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau bis hin zur Gründung der Frauenbewegung. Trotz dieser Erfolge gibt es für die Frauenpolitik noch viel zu tun. Dass wir auch im 21. Jahrhundert von einer echten Gleichstellung noch weit entfernt sind, beweist die neue Gleichstellungsstrategie der EU und die öffentliche Diskussion um eine Frauenquote in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Frauenarmut bekämpfen

Im Schnitt verdienen laut Statistischem Bundesamt hierzulande Frauen 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen – im europäischen Schnitt sind es 17,9%. Diese Lohn-Ungleichheit bedeutet auch eine geringere Rente für Frauen und muss deshalb auch als eine der Hauptursachen für die ständig steigende Altersarmut bei Frauen angesehen werden. Politik und Tarifpartner sind gleichermaßen aufgefordert diese Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen und Sonntagsreden zu belassen.

Stillschweigend werden alleinerziehende Mütter bei der Arbeitssuche diskriminiert, in dem sie trotz gleicher Qualifikation erst gar nicht eingestellt werden. Vielen jungen Frauen wird ein Arbeitsplatz erst gar nicht angeboten, da sie möglicherweise durch Schwangerschaften oder Kinderbetreuung und Kinderarztbesuche häufiger Fehlzeiten in Betrieben aufweisen, als das männliche Geschlecht. Und so sind es meist Frauen, die in Teilzeit- oder Minijobs arbeiten – schlecht bezahlt und ohne soziale Absicherung! Diese Benachteiligung müssen wir verhindern.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf forcieren

Damit Frauen den Alltag zwischen Kind und Beruf erfolgreich managen können, darf sich eine nachhaltige Frauenpolitik nicht auf das Thema „Frauen in Führungspositionen“ beschränken, wie es aktuell von regierenden Ministerinnen diskutiert und in den Medien auf Titelseiten boulevardmäßig abgedruckt wird. Schon das Wort „Frauen-Quote“ ist eine weitere Diskriminierung auf dem Weg zu einem höheren Frauenanteil in Wirtschaft und Politik, der selbsterklärend notwendig ist – nicht nur weil Frauen angesichts des drohenden Fachkräftemangels stärker in die Erwerbstätigkeit integriert werden müssen. Aber dann bitte freiwillig und selbstverpflichtend von der Arbeitgeberseite. Die Lösung liegt zum einen in der Weiterentwicklung und im Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagsbildungseinrichtungen, die die Politik zu verantworten hat. Zum anderen muss die Privatwirtschaft dieses Defizit auch wirklich beheben wollen.

Gewalt gegen Frauen – hinschauen, nicht wegschauen

Bei der Diskussion um Frauen in Chefsesseln, Aufsichtsräten und Kabinetten darf am Internationalen Frauentag ein Thema nicht vergessen werden: Rund um den Globus gehört Gewalt gegen Frauen und Mädchen immer noch zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Und sie betrifft Frauen - jeden Alters, unabhängig von ihrem Bildungsstand, ihrer Herkunft, Religionszugehörigkeit oder ihrem sozialen Hintergrund.

Gewalt darf nicht toleriert werden! Egal in welchem Land, egal in welcher Gesellschaft. Körperliche und seelische Misshandlungen von Mädchen und Frauen müssen gemeinsam und entschlossen bekämpft werden! Weltweit. In diesem Sinne ist auch die Politik aufgerufen, endlich alle Absichtserklärungen und Resolutionen zum Schutz von Frauen umzusetzen.


Ihre

Claudia Jung



Tipp: In ganz Bayern finden in den nächsten Wochen verschiedene Veranstaltungen zum 100. Internationalen Frauentag statt. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei! Klicken Sie doch einfach mal auf die Homepage Ihrer Stadt/Gemeinde.
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