Anzeige

Klinikum Ingolstadt pflanzt über 3.000 Bäume

Für die Fläche des Geriatrie- und Rehazentrums, das 2006 in Betrieb ging, pflanzte das Klinikum Ingolstadt jetzt über 3.000 Bäume.

Eigentlich ist das Geriatrie- und Rehazentrum am Klinikum Ingolstadt schon seit über zweieinhalb Jahren in Betrieb. Und doch ist das Projekt erst jetzt richtig abgeschlossen.

Der letzte Abschnitt des Bauvorhabens entstand aber nicht etwa an dem Gebäude am Klinikum und wurde auch nicht gemauert oder installiert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „gepflanzt“. Am Ortsrand von Gerolfing ließ das Klinikum eine Feuchtwiese mit über 3.000 Bäumen bepflanzen.

Der Grund: Gesetzliche Vorschriften sehen vor, dass dort, wo natürliche Flächen versiegelt werden, Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen, auf denen auch Bäume und Sträucher als Ausgleich für abgeholzte Flächen gepflanzt werden. Ziel der Vorschrift ist es, die fortschreitende bauliche Versiegelung der Landschaft und das Zurückdrängen der Natur durch Baugebiete und Industriegebiete zu begrenzen und einen Ausgleich zu schaffen.

Dieser Verpflichtung ist das Klinikum als Bauherr nun nachgekommen. Es kaufte ein großes Grundstück am so genannten Torfgraben außerhalb von Gerolfing, das sich inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen befindet. Ein Bauer erklärte sich kurzerhand bereit, ein anderes Grundstück auf der anderen Seite des Grabens dagegen einzutauschen, das bereits zur Hälfte von einem Waldstück umgeben war. „Eine ideale Lösung“, sagt Jürgen Schneider, zuständiger Projektleiter des Klinikums. „Die aufgeforstete Fläche fügt sich hervorragend in das dort bereits bestehende Waldstück ein“, findet auch Hubert Krenzler, der Leiter des Ingolstädter Forstamtes, das die Pflanzung und die Pflege der jungen Bäume übernommen hat.

Insgesamt 3.075 Bäume wurden auf dem Grundstück am Ortsrand von Gerolfing im Heindlmüller Moos neben dem Torfgraben gepflanzt – weit mehr als am Klinikum tatsächlich gerodet worden war. Dafür, dass die Setzlinge in den kommenden Jahren wachsen und gedeihen, sorgt das Ingolstädter Forstamt. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Klinikum sieht vor, dass das Forstamt sich auch weiterhin darum kümmern wird, dass die erst frisch in dem matschigen Boden verwurzelten, zarten Setzlinge sich zu mächtigen Bäumen entwickeln werden.

Den größten Teil der gepflanzten Bäume machen Eschen aus. „Die wachsen auf dem feuchten Boden am besten“, erklärte Krenzler vor kurzem bei der abschließenden Begehung und offiziellen Übergabe des aufgeforsteten Grundstücks. Aber auch 800 Eichen, 325 Schwarzerlen, je 200 Hainbuchen und Winterlinden und je 75 Ulmen und Ahornbäume wurden gepflanzt. Außerdem werden 225 Sträucher als Unterholz einen wichtigen Lebensraum für Tiere bilden und 75 Kirschbäume werden zur Blütezeit das Grundstück in ein rosa-weißes Blütenmeer verwandeln.

„Es war mir persönlich und dem Klinikum ein großes Anliegen, die Auflagen so gut wie möglich zu erfüllen und der Natur ihren Raum wiederzugeben. Wir glauben, dass wir in Gerolfing eine exzellente Stelle dafür gefunden haben“, erklärt Jürgen Schneider, der als Prokurist des Klinikums zuständig für den Bau des Zentrums war. Bis sich aus den zarten Setzlingen standhafte Bäume entwickeln und die Kirschbäume in einigen Jahren rosa-weiße Blütenkronen tragen, wird noch einige Zeit vergehen. Aber es wird ein schönes „Fleckerl Erde“ werden, da ist sich auch Klaus Draeger als zuständiger Planer des Geriatrie- und Rehazentrums vom Ingolstädter Architekturbüro „breitschaft architekten“ sicher. „Wir sind froh, dass das Projekt jetzt erfolgreich abgeschlossen ist. Es ist eine ideale Lösung“, sagte Draeger bei der Übergabe zufrieden.

Ganz so idyllisch sieht es derzeit noch nicht aus. Noch sind die Setzlinge klein und durch einen Zaun vor Wildverbiss geschützt. Spätestens aber wenn der Frühling kommt und die Triebe wachsen, wird man schnell ahnen können, wie das 6.000 Quadratmeter große zukünftige Wäldchen einmal aussehen wird. Es wird noch einige Jahre dauern, bis aus der Ersatzfläche auch ein echtes kleines Waldstück und Biotop entstanden ist. Dieses, da sind sich alle Beteiligten sicher, werde sich hervorragend in die umgebenden Waldstücke und die feuchte Mooslandschaft mit ihren kleinen Fischweihern einfügen. „Wir haben bei der Bepflanzung darauf geachtet, die gleichen Bäume zu pflanzen, wie auf den Grundstücken nebenan“, erläutert Krenzler. Das Grundstück des Klinikums im Heindlmüller Moos ist übrigens bisher nicht einmal zur Hälfte bepflanzt. Für mögliche weitere Baumaßnahmen stehen noch einmal etwa 7.500 Quadratmeter zur Verfügung.

In etwa 40 Jahren wird aus der Feuchtwiese ein schönes kleines Waldstück entstanden sein, dass sich aller Voraussicht nach sehr gut in die umgebende Naturlandschaft in der Nähe des Gerolfinger Sportplatzes einfügen wird. Durch die Renaturierung des Grundstücks erhält die Natur damit eine Ausgleichsfläche für den Bau des Geriatrie- und Rehazentrums. Wenn man so will, wird das Zentrum also erst dann wirklich fertig sein.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.