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Luckhaus forever – Die große Pfaffenhofener Retrospektive in der Städtischen Galerie und der Kulturhalle

  Am Wochenende wurde in Pfaffenhofen der Maler und Sportler Eduard Luckhaus gefeiert - und alle kamen. Natürlich war die engere Familie des Künstlers dabei, der vor genau 100 Jahren im russischen Pleskau geboren wurde, aber auch aus Wuppertal, Luckhausen und sogar aus Amerika waren Familienmitglieder angereist, um die doppelte Premiere der großen Luckhaus-Retrospektive mitzuerleben. Im Auftrag der Stadt Pfaffenhofen hat der Neue Pfaffenhofener Kunstverein in Zusammenarbeit mit der Tochter des Künstlers Sophie Spies und ihrem Mann Hans sowie der erheblichen Unterstützung der Sparkasse, diese Ausstellung vorbereitet und realisiert. An zwei Orten, bislang erstmalig in der Kreisstadt, sind nun die Werke des im Mai 1975 verstorbenen Eduard Luckhaus zu sehen. Die Grafiken, darunter viel Werbegrafik für Firmen wie Müllerbräu oder die Stadtwerke, Zeichnungen und Skizzen sind bis zum 26. September in der Städtischen Galerie zu sehen. Dort fand am Freitag abend auch die erste Vernissage für den „Maler der Maler statt, wie Kunstvereinsvorsitzender Steffen Kopetzky es in seiner Laudatio formulierte. Thomas Herker (SPD), 1. Bürgermeister Pfaffenhofens, begrüßte die zahlreichen Gäste und dankte u.a. auch Galerist Franz Xaver Hitzler, der schon vor drei Jahren im Gespräch mit Kulturreferent Steffen Kopetzky (SPD), auf das Luckhaus-Jahr 2010 hingewiesen hatte, als Ideengeber für die Retrospektive. Viele Helfer wirkten am Entstehen der Ausstellung mit, auch die Bürger Pfaffenhofens haben dazu ihren Beitrag geleistet. Nach einem in den Zeitungen verbreiteten Aufruf nahmen 50 Besitzer von Luckhaus-Werken diese von der heimischen Wohnzimmerwand ab und gaben sie in die Hände von Kunstvereins-Kuratorin Karin Probst. Die studierte Kunsthistorikerin Probst hat das Leben und Werk von Eduard Luckhaus über viele Monate durchdrungen, hat geforscht, Gespräche geführt und Bezüge zur Kunstgeschichte herstellt. Beide Ausstellungen und der Katalog, den es für 24 Euro zu erwerben gibt, zeichnen ihre Handschrift. Rund 100 grafische Werke sind nun im Haus der Begegnung zu sehen und über 200 Gemälde in der Kulturhalle auf dem ehemaligen Herion-Gelände. Der amtierende Landrat Anton Westner (CSU), 2. Bürgermeister Albert Gürtner (FW), Sparkassen-Chef Norbert Lienhardt, Wirtschaftsreferent Markus Käser (SPD) und viele andere feierten dort Samstag nachmittag in heiterer, spätsommerlicher Atmosphäre bei Bier und Schmalzgebäck die zweite Vernissage. Viele Besucher staunten dabei nicht schlecht, hatten sie doch entweder die 800m² große Kulturhalle, die die Stadt für Ausstellung erhalten will, noch nie gesehen, oder eben ihren Luckhaus in dieser Vielfalt noch nicht erlebt, oder sahen ihren Privat-Luckhaus in diesem Kontext mit ganz anderen Augen. Bis zum 31. Oktober ist in der Halle die wunderbare Vielfalt von Eduard Luckhaus‘ Kunst zu sehen: von den russischen Impressionen, die Luckhaus, der 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Pfaffenhofen kam, aus der Erinnerung malte, über die Porträts der Familienmitglieder – besonders schön Tochter Sophie im Luckhaus-Rahmen - den bayerischen Landschaften bis zu den Stadtansichten, oft mit Rathaus oder Kirchturm - und den herrlichen Genre-Bildern, die Luckhaus z. B. für den Pfaffenhofener Fasching im Bortenschlager Saal erstellt.
Aber Eduard Luckhaus war nicht nur der Maler von Pfaffenhofen-Stadt, sondern hat sich im gesamten Kreis einen Namen gemacht. Ein Bild der Ausstellung etwa stammt aus dem Besitz der Stadt Vohburg, in der Städtischen Galerie werden Plakatentwürfe für Wolnzacher Festivitäten gezeigt. Die Hallertauer Landschaft schlechthin hat Luckhaus immer wieder gemalt und schließlich hat er auch das Landkreiswappen entworfen, so dass alle Würdenträger, die sich das Kreis-Wappen ans Revers heften dürfen, gewissermaßen einen echten Luckhaus tragen.
Es sind aber nicht nur Bilder übrig, sondern auch viele Erinnerungen an Eduard Luckhaus: er war nicht nur Maler und Grafiker, sondern auch erfolgreicher Sportler und Sportlehrer oder um es mit der Süddeutschen Zeitung zu sagen: „Es kommt nicht oft vor, dass jemand zwei Talente bis zur Höchstleistung vorantreibt.“ Durch die Bank erinnern sich seine Schüler mit der größten Lebendigkeit und Freude an den Mann, der in seinen jungen Jahren sechsfacher polnischer Meister im Dreisprung war und der ihnen oft eigens angefertigte Urkunden für besondere Leistungen überreichte und sie immer mit seiner Herzensgüte, Fröhlichkeit und seiner kreativen Freigiebigkeit begleitete.
Zeit also für diese anspruchsvolle, großartige gelungene Hommage an einen unvergessenen Pfaffenhofener!
http://www.kunstverein-pfaffenhofen.de

„100 Jahre Eduard Luckhaus“
Eine Retrospektive

Kulturhalle Pfaffenhofen/Herion-Gelände
Kellerstraße 6A
85276 Pfaffenhofen

Ausstellungszeitraum:
Samstag, 11. September bis Sonntag, 31. Oktober 2010
Vernissage:
Samstag, 11.9. um 15 Uhr
Öffnungszeiten:
Mittwoch – Freitag, 16 – 20 Uhr,
Sa,So 14-18 Uhr



und in der
Städtischen Galerie
im Haus der Begegnung
85276 Pfaffenhofen
Vernissage:
Freitag, 10.9. um 19.30 Uhr
Ausstellungszeitraum:
Samstag, 11. bis Sonntag, 26. September 2010
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag, 9 – 12 Uhr/13.30 – 16.30 Uhr
Samstag/Sonntag, 10 – 18 Uhr

Organisiert vom Neuen Pfaffenhofener Kunstverein e. V. in Zusammenarbeit mit der Familie Spies und im Auftrag der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm



http://www.myheimat.de/pfaffenhofen/?page=content%...
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