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Hitverdächtiges Oratorium beim traditionellen Kirchenkonzert

Arzu Gök
Pfaffenhofen: Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist Pfaffenhofen | Das traditionelle Konzert von Kirchenchor und Kammerorchester St. Johannes findet am 14. November um 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche statt. Auf dem Programm steht dann das Oratorium „Stabat mater“, vertont vom walisischen Komponisten Karl Jenkins. Der Vorverkauf läuft bereits, Karten zu Euro 18.--/14.--/10.—sind bei der Firma Daubmeier, Scheyererstr. 6, in Pfaffenhofen erhältlich, Restkarten können ggf. ab 15.00 Uhr an der Tageskasse gelöst werden.
Nähere Infos und Hörbeispiele gibt es im internet unter
www.kirchenchor-pfaffenhofen.de.

Das “Stabat mater” („Es stand die Mutter schmerzerfüllt“) ist ein mittelalterliches Gedicht, das die Gottesmutter in ihrem Schmerz um den Gekreuzigten besingt. Die Herkunft und der Verfasser des Gedichtes sind unbekannt. Der Text ist über 50 mal (!) von klassischen Komponisten vertont worden. Nicht immer wurde der gesamte Text verwendet, unterschiedliche Anlässe der Stücke und verschiedene persönliche Prägungen der Komponisten führten zu Akzentsetzungen unter den Themen: Trost, Leid und Klage.
Im März 2008 erschien das „Stabat mater“ von Karl Jenkins. In diesem Werk für Orchester, Chor und Solisten verbinden sich unüberhörbar klassische Elemente, altkirchliche Sequenzen und aus Ethno, Jazz und Pop abgeleitete Harmonien: Spannend, aber nie atonal!

Karl Jenkins, geboren 1944 in Wales, studierte an der Universität von Cardiff Musik und ist als Oboist, Saxophonist und Komponist tätig. Seit 1970 ist er als professioneller Musiker in verschiedenen Gruppen engagiert, zu den bekanntesten gehören „Soft Machine“ und „Adiemus“. Dabei widmete er sich einem von Miles Davis geprägten Jazzrock ebenso, wie dem Verfassen von Werbemusik. Als Beispiel dient hier die durch Bauten des Renaissance-Architekten Andrea Palladio in Venedig inspirierte Streichersuite „Palladio“. Später wandte er sich großen, konzertant angelegten Chor-Arrangements zu, in denen er seine musikalischen Erfahrungen, die von Pop über Symphonik und geistliche Chormusik bis hin zu ethnischer Musik reichten. Aus Anlass des Kosovo-Krieges schuf er sein Werk „The Armed Man – A Mass for Peace“, welches im April 2000 in der Royal Albert Hall in London uraufgeführt wurde. Basierend auf einem französischen Lied „L’Homme Armé“ aus dem 15. Jahrhundert wurden Texte aus verschiedenen Religionen und Epochen in äußerst eindrucksvoller Weise vertont. Im Jahr 2005 wurde dann das Requiem von Jenkins uraufgeführt, bevor 2008 das „Stabat mater“ folgte.

Einen ganz besonderen Höhepunkt bedeutet die Verpflichtung der Solisten. Bei diesem Konzert wird mit der in Istanbul geborenen und in Köln lebenden Altistin Arzu Gök eine absolute Spezialistin zu hören sein. Sie sang 2008 die Deutsche Erstaufführung des Werkes in Marktheidenfeld und übernahm – wie auch in Pfaffenhofen – die beiden im ethnischen Stil gehaltenen Rezitative. Diese beiden Teile in aramäischer Sprache erinnern an Klänge aus dem mittleren Osten und dem Heiligen Land und mischen sich zwischen die abendländisch-kirchenmusikalischen Passagen. Die junge Türkin ist europaweit die gefragteste Solistin für die Aufführungen des „Stabat mater“, zwei Wochen nach der Pfaffenhofener Aufführung singt sie den gleichen Part in Ulm! Arzu Gök genoss eine umfangreiche Gesangsausbildung sowohl in der Türkei, aber auch in Köln und Mainz, u. a. bei Edith Matthis und Prof. Grünhagen. Erste Preise bei verschiedenen Gesangswettbewerben, Stipendien u. a. des Deutschen Tonkunstvereins und zahlreiche Verpflichtungen machen sie zu einer überaus erfolgreichen Künstlerin aus der jungen Generation.

Regine Jurda absolvierte ein Gesangsstudium bei Wolfgang Brendel und Gabriele Kaiser an der Musikhochschule München. Sie war mehrfach auf der Bühne des Münchner Prinzregententheaters zu erleben. Im Staatstheater am Gärtnerplatz sang die Mezzosopranistin in Opern von Richard Strauss und Johannes Maria Staud. Des weiteren gastierte sie am Theater Konstanz, im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, bei der Münchner Biennale, den Wiener Festwochen und den Berliner Festspielen.
Besonders im konzertanten Bereich ist sie eine gefragte Interpretin und häufig zu Gast bei renommierten Musikfestivals wie z.B. dem Internationalen Beethovenfest Bonn oder dem Oberstdorfer Musiksommer. Konzertreisen führten sie u.a. nach Frankreich und Russland.
Ihr Repertoire umfasst dabei neben der gängigen Konzert- und Oratorienliteratur auch Werke der Renaissance bis hin zu zeitgenössischer Musik.


Das Kammerorchester St. Johannes wird auch heuer durch Kollegen aus Münchener und Nürnberger Orchestern ergänzt. Zur üblichen symphonischen Besetzung kommen fünf(!) Schlagwerker, unter ihnen der Solopauker der Bayerischen Staatsoper München, Dieter Pöll.
Die Besucher werden also an die 100 Sänger und Musiker bei der insgesamt erst elften Einstudierung in Deutschland, davon die fünfte in Bayern, erleben können. In diesem Jahr wurde das Werk bereits in mehreren großen Konzerthäusern wie dem Gasteig in München, der Carnegie Hall in New York sowie der Colston Hall in Bristol aufgeführt.
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