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Klinikum Ingolstadt blickt nach vorne

Das Klinikum Ingolstadt, das größte Krankenhaus der Region, blickt auch 2008 nach vorne. Dazu wird weiter investiert, zum Wohle der Patienten aus der ganzen Region.

An erster Stelle steht sicherlich der Neubau des Ärztehauses. Ohne große Zwischenfälle ist die Arbeit daran stetig fortgeschritten - ein absolutes Muss, denn der Zeitplan ist straff: Zum 1. Januar 2009 werden die ersten Mieter einziehen. Bei der kürzlich erfolgten Grundsteinlegung spürte man schon, wie die Vision des Gesundheitscampus langsam Realität wird. Neben dem Klinikum und dem 2005 errichteten Geriatrie- und Rehazentrum entsteht in den nächsten 16 Monaten für rund 25 Millionen Euro ein multifunktionales Zentrum für ambulante medizinische Versorgung, Dialyse und andere Dienstleistungen im Gesundheitsbereich. Architekt Stefan Ludes erklärt, dass das Gebäude dem Klinikum ein neues Gesicht gebe. Das Ärztehaus hat er mit seinem Team in enger Absprache mit der Klinikleitung entwickelt.

Ebenso eng war die Absprache zwischen den Verantwortlichen und den Mietern des neuen Ärztehauses. Alle 14 Tage fanden gemeinsame Gespräche statt, in denen die neuesten Entwicklungen und Pläne besprochen werden. Aus diesem Grund verlief bisher so gut wie alles reibungsfrei. Auch ein Einblick in die finanzielle Planung war den Mietern möglich. In dem modernen Gebäude aus Glas, Stahl und Holz wird ein einheitliches Farbkonzept verfolgt, in dessen Rahmen die Mieter bestimmte Farben für Wände und Einrichtung sowie einen für ihr Gebiet passenden Bodenbelag auswählen können.

Das Gebäude muss Charakter haben, der schon in der Fassade ersichtlich ist: Hier wird bewusst auf Holz gesetzt, ein Baustoff, der Wärme und Wohlbefinden vermittelt.

Durch den Neubau wird eine Art Gesundheitscampus abgerundet: Der Patient kommt am Parkplatz vor dem Ärztehaus an, wo er ambulant behandelt wird. Er kann bei schwereren Erkrankungen direkt ins Klinikum gelangen und nach einer erfolgreichen Behandlung im Geriatrie- und Rehazentrum auf der anderen Seite den Gebäudekomplex wieder gesund verlassen - eine runde Sache.



Das NotfallZentrum des Klinikums Ingolstadt soll 2008 ein neues Gesicht bekommen. Die Pläne für einen kompletten Umbau und eine Neuorganisation des Notfallzentrums liegen dem Bayerischen Sozialministerium zur Genehmigung und Prüfung bereits vor. Jetzt muss man nur noch das Genehmigungsverfahren des Ministeriums abwarten.

Das neue Notfallzentrum soll nicht nur größer, sondern auch klarer strukturiert, effizienter und komfortabler werden. Im Empfangsbereich wird der Patient dann schneller einer eingehenden Eingangsuntersuchung unterzogen und unter Aufsicht einer Pflegekraft an die entsprechenden Stellen weitergeleitet. Die Wartezeiten sollen sich durch die Neuorganisation erheblich verkürzen. Überflüssige Untersuchungen, wie sie bisweilen durch Verlegungen zwischen der GOIN-Notfallpraxis und dem NotfallZentrum des Klinikums vorkamen, werden vermieden. Die GOIN-Praxis würde durch die Umbaupläne von 110 auf 140 Quadratmeter vergrößert und die Fläche des NotfallZentrums würde deutlich von etwa 1.500 auf dann etwa 2.500 Quadratmeter zulegen.

Die Patienten werden in Zukunft je nach Schwere der Erkrankung oder Verletzung in drei Gruppen aufgeteilt und separat in baulich getrennten und farblich markierten Bereichen behandelt. Dadurch nutzt man vorhandene Kapazitäten gezielter und verhindert den Kontakt zwischen leicht verletzten Patienten und Schwerverletzten. Wie in einem Ampelsystem werden leicht verletzte Patienten in Zukunft im grünen Bereich, mittelschwer Verletzte im gelben und traumatisierte Patienten im roten Bereich behandelt.

Neue Untersuchungs- und Behandlungszimmer bieten nach den Umbauplänen mehr Platz. Eine so genannte „Holding Area“ gewährleistet, dass Patienten nicht mehr auf dem Flur warten müssen, sondern in speziellen Zimmern überwacht werden können. Außerdem wird das Personal im NotfallZentrum aufgestockt. Eine zusätzliche Station mit 27 Betten soll darüber hinaus dafür sorgen, dass Patienten, die vorübergehend im Klinikum bleiben müssen, nicht in die stationären Bereiche verlegt werden müssen.

Außerdem kommt im Sinne der Patientensicherheit ein auf Funkchip-Technik basierendes Lokalisierungssystem zum Einsatz. Die Patienten erhalten einen RFID-Chip, mit dem sie überall im NotfallZentrum geortet werden können, sodass man im Ernstfall schneller reagieren kann.

Der Umbau soll rund fünf Millionen Euro kosten und eine deutliche Verbesserung der Behandlungssituation bringen. Die Klinikleitung reagiert damit auch auf die zunehmende Zahl der Patienten im NotfallZentrum, das zu Stoßzeiten schon manchmal an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Um die Qualität der Versorgung zu optimieren, soll das Qualitätssicherungsprogramm, das bereits in der ADAC-Luftrettungsstation im Klinikum erfolgreich eingesetzt wird, auch im NotfallZentrum implementiert werden.



Die Deutschen werden immer älter - und das in doppelter Hinsicht: Nicht nur, dass sie immer länger leben, es werden auch zu wenig Kinder geboren. Die Geburtenrate liegt gerade einmal bei rund 1,4 Kindern pro Frau - für eine gleich bleibende Bevölkerungszahl müsste die Quote bei etwa 2,1 liegen. Die Folgen der so genannten „Überalterung“ sind hinlänglich bekannt: Die Sozialversicherungssysteme drohen aus den Fugen zu geraten und müssen deshalb seit Jahren schrittweise reformiert werden. Das trifft in besonderem Maße auf das Gesundheitssystem zu, denn die alternde Gesellschaft zieht auch erhebliche Veränderungen in der Medizin nach sich. Speziell Krankenhäuser müssen sich deshalb zunehmend mit dem Thema Altersmedizin beschäftigen.

Wie gravierend diese Veränderungen sind, stellt das Klinikum Ingolstadt bereits seit einiger Zeit fest - und das mit wissenschaftlicher Unterstützung: In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt arbeitet die Klinikumsleitung daran, ein genaueres Bild von den demografischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf die Situation der einzelnen Krankenhäuser im Allgemeinen und des Klinikums im Besonderen zu bekommen und dabei gleichzeitig Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, mit deren Hilfe man adäquat darauf reagieren kann.

Aus den demografischen Entwicklungen unserer Gesellschaft lassen sich verschiedene Rückschlüsse ziehen, die dann die Leitlinien der anstehenden Veränderungen ergeben – so die Überlegung. Deshalb arbeitet die Klinikumsleitung eng mit jungen Volkswirtschaftlern zusammen, um die so genannten makroökonomischen Beobachtungen und Konzepte der Volkswirtschaftslehre auf den medizinischen Bereich und das Krankenhauswesen zu übertragen und daraus mikroökonomische Konzepte für das Klinikum als Unternehmen zu entwickeln.



Die grundlegenden Diagnosen sind relativ einfach: Ältere Menschen sind - leider - im Durchschnitt kränkere Menschen. Häufig haben alte Patienten, die wegen eines bestimmten Befundes in das Krankenhaus eingeliefert werden, zusätzlich viele weitere Beschwerden: „Multimorbidität“ nennen das die Mediziner. Die Konsequenz ist, dass ältere Menschen häufiger krank und auch häufiger schwer krank werden, wodurch wiederum die Behandlungshäufigkeit im Krankenhaus steigt.

Im Klinikum lassen sich die Folgen bereits heute deutlich ablesen: Rund 55 Prozent der Patienten sind über 65 Jahre alt. Dieser Anteil könnte sich in Zukunft noch einmal erhöhen. Das aber stellt das Klinikum - wie auch andere Krankenhäuser – vor Probleme, denn gerade dieser Patientenkreis weist auch eine überdurchschnittliche lange Verweildauer auf. Sie geht oft über den Zeitraum hinaus, der durch die Vergütung in Form der DRGs (Diagnosis Related Groups) abgedeckt wird – der pauschalen Abrechnung nach Krankheitsbildern. Dem Klinikum entstehen also auf der einen Seite durch gesundheitlich sehr labile Patienten und die überdurchschnittlich lange Behandlungsdauer erhebliche Kosten, auf der anderen Seite bekommt es dafür aber meist nicht alle Ausgaben erstattet – anders als bei einem jungen Patienten, der schneller wieder gesund zu Hause ist. Fast zwei Drittel der Patienten im Klinikum, die die übliche Verweildauer überschritten haben, sind älter als 65 Jahre.

Hinzu kommt, dass sich die Gewichtung verschiedener Krankheitsbilder verschiebt: Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Aneurysmen, Herzinfarkte und Schlaganfälle, aber auch Bandscheibenvorfälle, Gelenkprothesen oder Altersdemenz nehmen zu, da sie häufiger ältere Menschen treffen. Aber wie sollen die Kliniken auf diese Veränderungen reagieren?

Im Klinikum Ingolstadt will man die Altersmedizin in den Mittelpunkt eines gleichnamigen Zentrums stellen, das durch die Vernetzung der betroffenen Fachabteilungen entstehen soll. Innere Medizin, Urologie, Gerontopsychiatrie, Orthopädie, Palliativmedizin, Chirurgie und Neurologie sollen in dem neuen Zentrum für Altersmedizin eng kooperieren, dazu kommen weitere Bereiche wie Geriatrie, ambulante Pflege oder Rehabilitation.

Die verschiedenen Behandlungsstufen sollen durch eine sehr enge Verzahnung optimal aufeinander abgestimmt werden. Prästationäre, stationäre und poststationäre Behandlungen sollen gemeinsam geplant und die Prozessketten der verschiedenen Instanzen so organisiert werden, dass für den Patienten quasi alles aus einer Hand kommt: Bereits bei der Aufnahme eines Schlaganfallpatienten soll eine Meldung an die Geriatrische Fachklinik geschickt werden, damit er nach seiner Behandlung möglichst schnell einen Platz erhält und sich das Team dort auf den Patienten einstellen kann.

Im Mittelpunkt soll vor allen Dingen eine altersgerechte Versorgung stehen. Die oft multimorbiden Patienten sollen ganzheitlich interdisziplinär behandelt werden. Chronische Krankheiten, Pflegebedürftigkeit und vor allem die Einbindung des sozialen Umfelds sollen als wichtige Aspekte der Genesung so weit wie möglich berücksichtigt werden. Von der Aufnahme, Behandlung und Pflege bis hin zur Entlassung soll alles auf die Bedürfnisse der älteren Patienten zugeschnitten sein.

Die Zentrumsgründung soll durch die Optimierung der Prozesse neben qualitativen Verbesserungen zugunsten des Patienten (z.B. weniger Verlegungen) auch Kosten sparen, indem Synergieeffekte genutzt und Abläufe so geplant und optimiert werden, dass man dadurch Verweildauer, Bettenpolitik und letztlich Effizienz und Wirtschaftlichkeit verbessert - eine Notwendigkeit in Zeiten knapper Kassen im Gesundheitssystem.

Die Krankenhäuser müssen mit den Veränderungen einer alternden Gesellschaft umgehen und sich darauf einstellen. Derzeit werden die Folgen durch eine entsprechende Umverteilung noch abgemildert. Das Klinikum ist bestens auf diese Situation vorbereitet. Bereits heute kann man einen etwa ausgeglichenen Haushalt vorweisen.



Den Krankenhäusern in Deutschland weht seit Jahren ein starker Wind entgegen. Die Kliniken kämpfen mit tief greifenden Veränderungen im Gesundheitswesen. Vor allem der Kostendruck hat die Krankenhauslandschaft in den letzten Jahren erheblich verändert. Viele, vor allem kleinere Einrichtungen, sind bereits von der Bildfläche verschwunden, andere mussten zumindest erheblich an der „Kostenschraube“ drehen, sich spezialisieren oder sich mit anderen Häusern zusammenschließen. Die Krankenhäuser versuchen dem Gegenwind zu trotzen, indem sie kooperieren und Ketten bilden.

Das Bundeskartellamt hat deshalb nach Angaben seines Präsidenten Ulf Böge in den letzten Monaten eine Vielzahl von Zusammenschlüssen zwischen Krankenhäusern fusionsrechtlich geprüft und wird versuchen, den Wettbewerb im System zu erhalten. Neben Fusionen haben in den letzten Jahren vor allem Kooperationen erheblich an Bedeutung gewonnen. Die beteiligten Krankenhäuser bleiben dabei weitgehend selbstständig, arbeiten aber auf verschiedenen Ebenen zusammen und profitieren wechselseitig davon.

Ohne Kooperationen geht es heute nicht mehr. Kein Krankenhaus kann in Zukunft alleine überleben. Das Klinikum Ingolstadt hat deshalb in den letzten Jahren eine ganze Reihe solcher Partnerschaften geschlossen: von einfacher Zusammenarbeit zwischen verschiedenen vor- und nachgelagerten Instanzen im Gesundheitsprozess bis hin zu Geschäftsbesorgungsverträgen, wie im Falle des Treuchtlinger Krankenhauses. Im Laufe der Zeit ist durch vielfältige Kooperationen ein ganzes Netz von Partnerschaften entstanden. Das größte Krankenhaus der Region arbeitet in verschiedenen Bereichen mit niedergelassenen Ärzten zusammen, mit Hebammen, Technikverbünden, Fitness- und Wellnesseinrichtungen, aber auch mit anderen Kliniken in der Region oder darüber hinaus.

Auch der wirtschaftliche Druck durch die großen Krankenhausketten zwingt Kliniken und andere Spieler im Gesundheitssystem, enger zusammenzuarbeiten. Kooperationen bieten den Krankenhäusern zudem die Möglichkeit ihr Leistungsspektrum zu erweitern, indem sie die Leistungen der Partner mit einbeziehen und eigene Ressourcen gleichzeitig zur Spezialisierung der Leistungsfähigkeit verwenden.

Das Klinikum Ingolstadt hat inzwischen mit verschiedenen Partnern ein Netz von rund 90 Kooperationen aufgebaut: Einige betreffen den Betrieb, sodass ein Partner Einfluss auf das operative Geschäft des anderen nimmt, andere orientieren sich am Patienten und dem Krankheitsbild. Bei Letzteren geht es vor allem darum, die gemeinsamen Schnittstellen mit den verschiedenen Partnern so aufeinander abzustimmen, dass Kooperationspartner und Patient davon profitieren.

Eine optimale Abstimmung zwischen dem einweisenden Arzt und dem Klinikum führt nicht nur dazu, dass die Klinik bestens auf den Patienten vorbereitet ist, die Übergabe reibungslos funktioniert, unnötige Verlegungen vermieden werden und die Heilung des Patienten schneller beginnen kann: Sie bringt meist auch Kosteneinsparungen und eine Verbesserung der prozessualen Strukturen mit sich. Das Wichtigste ist, dass der Patient von derartigen Verbesserungen profitiere, denn je reibungsloser die Behandlung abläuft, desto besser ist das auch für den Patienten.

Im Klinikum wird das Thema Kooperationsmanagement deshalb ganz groß geschrieben. Aber mit einer solchen Geschäftspartnerschaft verhält es sich wie mit einer Ehe: Sie muss gepflegt werden. Von den einzelnen Kooperationsprozessen bis hin zum Portfolio der Partnerschaften wird die gesamte Zusammenarbeit sehr genau analysiert und gesteuert.

Entscheidend sind der Wille zu einer Zusammenarbeit und die grundsätzliche Logik der Verbindung. Dann lassen sich meist auch die anderen Modalitäten regeln. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig: von reinen Geschäftspartnerschaften bis hin zum Austausch von Geräten und Know-how.

Das Klinikum ist mit seiner Strategie auf einem guten Weg: Während viele Krankenhäuser finanzielle Probleme haben, entwickelt sich das Klinikum Ingolstadt zu einem profitablen Unternehmen - auch dank der vielfältigen Kooperationen, die man aufgebaut hat und permanent pflegt. Diese Kooperationen im Gesundheitssektor werden wohl in Zukunft weiter zunehmen. Denn alleine – das bringt man schon kleinen Kindern bei - wird man bei starkem Gegenwind schnell weggeblasen.
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