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Institutsporträt: Institut für Laboratoriumsmedizin im Klinikum Ingolstadt

Das Institut für Laboratoriumsmedizin im Klinikum Ingolstadt steht unter der Leitung von Direktor Prof. Dr. Johannes Aufenanger.

Beinahe jeder Patient im Klinikum Ingolstadt wird von Menschen in einer Abteilung untersucht, die er nie zu Gesicht bekommt: dem Labor. Bei 96 Prozent aller Patienten im Klinikum wird während ihres stationären Aufenthaltes eine Laboruntersuchung gemacht, um Erkrankungen festzustellen oder den Heilungsverlauf zu verfolgen.

Während viele, vor allem kleinere Krankenhäuser, sich kein vollwertiges Labor leisten können, sondern ihre Befunde an Zentrallabore schicken, verfügt das Klinikum mit dem Institut für Laboratoriumsmedizin über ein modernes hauseigenes Laboratorium. Rund 2,3 Millionen Aufträge bearbeiten Institutsleiter Prof. Dr. Johannes Aufenanger und sein Team jährlich. Dabei werden rund 2,4 Millionen Laboranalysen durchgeführt. Das entspricht durchschnittlich rund 40 Analysen pro Patient oder etwa fünf pro Pflegetag eines Patienten.

Diese Zahlen belegen bereits, wie präsent das Labor des Klinikums im medizinischen Alltag des größten Krankenhauses der Region ist, obwohl es eigentlich für den Patienten und überwiegend auch für Ärzte und Pfleger im „Verborgenen“ arbeitet. Dabei liefert das Klinikumslabor wichtige Befunde über den Zustand eines Patienten und seine Erkrankung, die einen entscheidenden Beitrag zur Diagnosefindung und Therapie leisten. Im Institut für Laboratoriumsmedizin werden die unterschiedlichsten Laboruntersuchungen durchgeführt, von hämatologischen Verfahren wie Messungen des Hämoglobingehalts im Blut, klinisch-chemischen Analysen wie der Messung von Enzymen oder Proteinen bis hin zu hygienisch-bakteriologischen Untersuchungen wie der Empfindlichkeit von Bakerienstämmen gegen Antibiotika. Täglich werden Tausende solcher Testverfahren durchgeführt. Untersucht werden Blut, Urin, Liquor, Stuhl, Abstriche oder verschiedenste andere Proben, beispielsweise aus Biopsien.

Die vielfältigen Analysen aus dem Institut sind an den meisten Diagnosen und Kontrolluntersuchungen des Therapieverlaufs beteiligt. Eine falsche Analyse aus dem Labor könnte die Mediziner zu falschen Schlüssen führen und schwere Konsequenzen haben. Gerade angesichts der Vielzahl und der Geschwindigkeit der Untersuchungen wird schnell klar, dass hier mit absoluter Präzision und Zuverlässigkeit gearbeitet werden muss. Denn eine Verwechslung oder falsche Etikettierung könnte gravierende Folgen haben. Deshalb verfügt das Institut für Laboratoriumsmedizin über ein aufwendiges Qualitätsmanagementsystem und Qualitätssicherungsmaßnahmen, die sicherstellen, dass alle Daten und Ergebnisse einer kontinuierlichen Kontrolle unterzogen werden. Nur gesicherte Befunde dürfen das Labor verlassen. „Die große Herausforderung an unsere Labororganisation ist die unmittelbare zeitliche Reaktion auf die Analyseanfrage, und zwar rund um die Uhr und in höchster Qualität und Sicherheit“, erklärt Prof. Johannes Aufenanger.

Die Untersuchungsaufträge werden auf den Stationen über das Intranet in Auftrag gegeben, in der Datenbank des Laboratoriums gespeichert, verarbeitet und terminiert und dann vom Team des Labors, meist aber computergesteuert halb- oder vollautomatisch abgearbeitet. Das Laboratorium des Klinikums verfügt dabei über modernste Analysegeräte und eines der neuesten Laborinformationssysteme, das die tägliche Daten- und Auftragsflut verwalten hilft.

Bei aller Computerisierung und Automatisierung spielt dennoch die menschliche Komponente gerade im Bereich der Qualitätssicherung und der aufwendigeren Verfahren eine sehr wichtige Rolle. Neben Direktor Johannes Aufenanger, Oberarzt Wolfgang Blobner und Privatdozentin Gabriele Hahn arbeiten im Institut daher 30 Medizinisch-Technische Laborassistentinnen (MTLAs). Das Institut legt größten Wert auf absolute Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und ein hohes Maß an Weiterqualifizierung der Mitarbeiter.

Neben den zahlreichen Untersuchungen verwaltet das Institut für Laboratoriumsmedizin auch die klinikumseigene Blutbank, in der Blutkonserven für Notfälle oder aufwendige Operationen und Eigenblutspenden der Patienten aufbewahrt, getestet und aufbereitet und für ihre Verwendung vorbereitet werden. Als interner Dienstleister für die anderen Bereiche des Klinikums ist das Institut für Laboratoriumsmedizin mit seiner wichtigen Funktion jeden Tag rund um die Uhr tätig und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit allen anderen medizinischen Fachbereichen. Und das alles für etwa zehn Euro pro Patient, denn mehr darf der enorme Aufwand für den Betrieb eines modernen und leistungsfähigen Labors in Zeiten der DGS nicht kosten.

Institutsleiter Johannes Aufenanger und seine Mitarbeiter nehmen ihre Funktion als wichtiger Dienstleister „hinter den Kulissen“ dabei sehr ernst. Die Beratung der auftraggebenden Ärzte in Bezug auf den Laborbefund und die daraus folgenden Konsequenzen für Diagnostik und Therapie spielen eine wichtige Rolle. Die Ärzte des Labors befinden sich daher besonders im Rahmen von mikrobiologischen Visiten und Konsiliardiensten in einem stetigen Dialog mit den Ärzten der einzelnen Kliniken.

Das Institut für Laboratoriumsmedizin hat größte Bedeutung für verschiedene medizinische Vorgänge im Klinikum. Es leistet wichtige Beiträge bei der ärztlichen Diagnosefindung, der Verlaufskontrolle von Erkrankungen sowie der Beurteilung von Therapieeffekten, und es wirkt entscheidend bei der Krankheitsprophylaxe mit, hilft also, Krankheitsrisiken zu erkennen und präventiv dagegen vorzugehen. Beispielsweise kann durch verschiedene Laborbefunde das Herzinfarktrisiko eines Patienten genauer eingeschätzt werden.

Ein wichtiger Aufgabenbereich des Laboratoriums ist die Hämatologie und Hämostaseologie. Erstere liefert durch verschiedene Analyseverfahren des Blutes wichtige Informationen für die Diagnostik hämatologischer und onkologischer Erkrankungen. Zu den Verfahren gehören Blutzellzählungen oder Messungen des Hämoglobingehalts oder auch zytologisch-morphologische Zelldifferenzierungen im Blut- und Knochenmark. Vielfach werden dabei automatische Zellzählgeräte eingesetzt, die automatisch eine Vielzahl von Blutzellen erkennen können. Dennoch werden auch mikroskopische Untersuchungen zur Differenzierung von Blutzellen durchgeführt. Die Hämastesiologie analysiert die Gerinnungseigenschaften des Blutes und die Funktion des Blutgerinnungssystems. Mittels globaler Testverfahren, der Bestimmung der Einzelfaktoren des Gerinnungs- und Fibrinolysesystems (zuständig für die körpereigene Auflösung eines Blutgerinnsels) sowie molekulargenetischer Verfahren werden die Ursachen von Blutungs- oder Thromboseneigungen und anderen Störungen des Gerinnungssystems aufgedeckt. Die Diagnostik der Thrombophilie (die Neigung, Thrombosen zu bilden) erfolgt mithilfe der so genannten „Polymerase-Ketten-Reaktion“ (PCR).

Neben den labormedizinischen Leistungen verwaltet und betreibt das Institut auch die Blutbank des Klinikums und führt immunhämatologische Untersuchungen durch. Dazu gehören Blutgruppenbestimmungen, Antikörpersuchtestverfahren und Antikörperdifferenzierungen. Vor jeder Bluttransfusion werden Verträglichkeitsuntersuchungen (so genannte Kreuztests) durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Blut des Empfängers mit dem aus der Blutkonserve kompatibel ist. In Zusammenarbeit mit den Ärzten des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin werden auch Eigenblutspenden durchgeführt. Das Blutdepot des Klinikums versorgt neben dem eigenen Haus auch andere Krankenhäuser in der Region sowie einige ambulante Praxen. Die Infektionsdiagnostik gehört zum Bereich der Mikrobiologie. Sie befasst sich mit der Aufklärung akuter und chronischer viraler und bakteriologischer Infektionen mit modernen serologischen, immunologischen und molekularbiologischen Verfahren (PCR).

Die klinische Chemie und Immunologie bilden den vierten Aufgabenbereich des Instituts. Im Bereich der klinischen Chemie werden die pathobiochemischen Ursachen oder Folgen von Krankheiten durch die Analyse krankheitsbezogener Messgrößen wie Enzyme, Metabolite, Proteine oder Lipide untersucht. Dabei werden auch biochemische und immunologische Methoden einbezogen, die größtenteils mit Analyseautomaten abgearbeitet werden. Durch die Bestimmung des Pharmakaspiegels im Blut ist eine laufende Kontrolle der medikamentösen Therapie (z. B. Antibiotika, Antiepileptika, Hormonbehandlung) durch das so genannte „therapeutische drug monitoring“ (TDM) möglich, so dass die behandelnden Ärzte den Verlauf und den Erfolg der Therapie überprüfen und gegebenenfalls optimieren können. Zusätzlich stehen aufwendige chromatographische Verfahren für toxikologische Untersuchungen zur Verfügung, durch die das Auftreten von Giftstoffen beim Patienten untersucht werden kann. Außerdem gehören weitere Spezialuntersuchungen der klinischen Chemie zum Spektrum des Instituts für Laboratoriumsmedizin. Dazu zählen etwa Analysen des Hormonstatus für endokrinologische Fragestellungen, Liquoruntersuchungen auf entzündliche Erkrankungen oder die Untersuchung von Tumormarkern für die Bewertung und Verlaufskontrolle karzinomatöser Erkrankungen bei Krebspatienten. Darüber hinaus bietet die mikroskopische Urindiagnostik Möglichkeiten der Erkennung von Nieren- und Blasenerkrankungen. Täglich werden mehr als 100 Urinproben auf diese Art oder durch ein Screening mit Teststreifen analysiert.

Schließlich gehört auch die medizinische Mikrobiologie zu den wichtigen Aufgabenbereichen des Laboratoriums. Die Aufgabe des mikrobiologischen Labors ist es, Krankheitserreger aus verschiedenen Untersuchungsmaterialien wie Blut, Liquor, Urin, Stuhl oder Abstrichen zu identifizieren und zu analysieren. Im Rahmen der Laboruntersuchungen werden mit verschiedenen Kulturverfahren Mikroorganismen einschließlich Tuberkuloseerreger gezüchtet und anschließend mit Hilfe mikroskopischer, serologischer und biochemischer Techniken identifiziert sowie durch ein so genanntes Antibiogramm auf ihre Empfindlichkeit gegen Antibiotika getestet. Das Institut trägt zudem durch hygienisch-bakteriologische Untersuchungen zur Krankenhaushygiene bei. In Keimstatistiken wird das Auftreten von Bakterienstämmen erfasst. Im Zuge der Resistenzstatistik wird zudem deren Empfindlichkeit gegen Antibiotika festgestellt. Dadurch erhält der behandelnde Arzt eine wichtige Grundlage für eine effiziente Antibiotikatherapie.

Durch die verschiedenen Untersuchungsmethoden leistet das Institut für Laboratoriumsmedizin einen unverzichtbaren Beitrag zu Diagnose, Therapie und Prävention von Erkrankungen. Das Laboratorium verfügt über fortschrittliche technische Geräte und ein modernes Laborinformationssystem, das zusammen mit einem motivierten und gut ausgebildeten Team von Ärzten und MTLAs eine rasche, effiziente und gleichzeitig sichere Bearbeitung des Analysebedarfs des Klinikums ermöglicht.

Das Aufgabengebiet des Instituts für Laboratoriumsmedizin im Klinikum Ingolstadt ist zunächst einmal einfach: die anderen medizinischen Bereiche des Hauses möglichst schnell mit exzellenten Befunden verschiedenster biologischer Proben zu versorgen. Dass diese Aufgabe angesichts der mehr als zwei Millionen Analysen pro Jahr und einer Vielzahl verschiedenster Analyseverfahren und -parameter in der Praxis ungleich schwerer – vor allem schwerer zu koordinieren und zu managen – ist, liegt auf der Hand. Hinzu kommt, dass der Betrieb des modernen Labors sowie die Anschaffung und der Einsatz teurer vollautomatischer Analysegeräte auch noch wirtschaftlich sein muss, was in Zeiten riesiger Zentrallabore und erheblichen Kostendrucks im Gesundheitswesen alles andere als einfach ist.

Der Betrieb eines gut funktionierenden Labors ist daher trotz aller Computerunterstützung vor allem eine logistische Meisterleistung. Die besondere Leistung des Labors besteht darin, präzise Befunde geprüft und absolut sicher möglichst schnell sowie meist als „Eilprobe“ zur Verfügung zu stellen.

Es erfordert ein erhebliches Maß an organisatorischem Aufwand, die Bereitstellung dieser Leistungen in der bestmöglichen Qualität und mit einer Fehlerquote nahe Null bereitstellen zu können. Die Analyseprozesse müssen reibungslos funktionieren und Mensch und Maschine müssen perfekt zusammenarbeiten, um die Präzision und Zuverlässigkeit der Untersuchungen sicherzustellen. „Alle Daten und Ergebnisse werden im Rahmen der Validierung und im Rahmen der Qualitätssicherung einer kontinuierlichen Kontrolle unterzogen, so dass nur geprüfte und gesicherte Befunde unser Labor verlassen“, versichert Prof. Aufenanger.

Um dies zu gewährleisten, hat das Institut für Laboratoriumsmedizin ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das die Qualität der Befunde sicherstellen, Fehler quasi ausschließen und die Sicherheit für die Patienten optimieren soll. Das Institut führt interne Qualitätskontrollen gemäß den Richtlinien der Bundesärztekammer durch. Eine externe Qualitätskontrolle erfolgt durch die regelmäßige Teilnahme an den Ringversuchen der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie (DGKC) und des Instituts für Standardisierung (INSTAND), so dass alle im Labor durchgeführten Verfahren einer ständigen externen Kontrolle unterliegen. Institutsleiter Prof. Dr. Johannes Aufenanger ist selbst wissenschaftlicher Berater für die Durchführung der Ringversuche der DGKC.

Daneben wird eine hochwertige Qualitätssicherung nach den Kriterien der European Foundation for Quality Management (EFQM) im Sinne eines Total Quality Management (TQM) betrieben, die deutlich über eine reine Prozesskontrolle hinausgeht. Konstantes Ziel ist dabei die ständige Verbesserung der Qualität der Leistungen. Auch eine Zertifizierung des Labors bestätigt seine Leistungsfähigkeit und trägt zu Transparenz und Qualität bei. Die Mitgliedschaft im Institut für Qualitätsmanagement in medizinischen Laboratorien (INQUAM e. V.) verdeutlicht die Verpflichtung des Instituts auf die TQM-Prinzipien. Prof. Aufenanger selbst ist Prüfgutachter bei der Zentralstelle der Länder für Gesundheits- und Medizinprodukte (ZLG) und, wie auch Oberarzt Wolfgang Blobner, ausgebildeter Assessor bei der European Foundation for Quality Management (EFQM).

Die Qualitätssicherung ist im Institut für Laboratoriumsmedizin also omnipräsent und selbstverständlich. Trotz aller institutionalisierter und automatisierter Qualitätssicherung ist dabei vor allem eine selbstkritische Haltung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen MTLAs und Laborärzten eine wesentliche Voraussetzung für ein gutes Funktionieren des Labors und die Qualität seiner Produkte beziehungsweise Ergebnisse.

Zur Qualität gehört es auch, sich ständig verbessern zu können. Innovationsbereitschaft wird daher im Institut für Laboratoriumsmedizin groß geschrieben. Aus diesem Grund wird permanent an der Verbesserung und Neueinführung von Methoden in das Analyseprogramm gearbeitet, wie beispielsweise molekularbiologischen Verfahren zur Erfassung so genannter nosokomialer Infektionen oder resistenter Keime. Das Institut beteiligt sich außerdem an einer Reihe von klinischen Studien im Klinikum.
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Dr. Bernhard Ugele aus Pfaffenhofen | 18.02.2008 | 22:31  
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