Anzeige

Scheidung & Trennung - war "früher" alles besser...?

...nein - ich denke, es war "nur anders".

Die Hast, die Anforderungen, letzt endlich die Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation, lassen die Trennungen und Scheidungen beängstigende Ausmaße annehmen. Die Lebensumstände waren nie "besser oder märchenhafter", wenn man in 50-Jahres Schritten zurückdenkt.

Zurückblickend betrachtet, mag es wohl "bessere" Jahrzehnte gegeben haben, persönlich meine ich damit z.B. die Jahre, in denen ich aufwachsen durfte. Ich bezeichne sie aus jetztiger Sicht als "die fetten Jahre" - zwischen 1960 und bis vielleicht in die 80er Jahre hinein.

Eines hatten diese Jahre nicht oder nicht in dem Ausmaß wie heute: HETZE - MOBBING - ZU WENIG ARBEITSPLÄTZE - ALTERSARMUT und natürlich HARTZ...
Soweit zum heutigen Druck, die Ehen und Familien auf die Probe stellen.

Ich meine, dass es um so weniger Scheidungen gab, je abhängiger Frauen waren. Das ist noch nicht wirklich lange her. Ganz zu schweigen von vor 100 Jahren und weiter zurück. Welche Frau hätte denn mit durchschnittlich 4 bis 8 Kindern den Mann verlassen....? Ohne Arbeit, wohl gemerkt. Gehen wir noch weiter zurück und blicken zum Ende des Mittelsalters ins 14./15. Jahrhundert, dann wird offenbar, dass das Leben der Menschen, bis auf wenige Ausnahmen, karg, ärmlich, von Hunger und Krankheit geplagt war. Mann MUSSTE zusammen halten, um zu überleben.

Damit möchte ich Männer weder schlecht reden noch beklagen - denn es war seit je her einfach so üblich, entstand aus der Verantwortlichkeit des Mannes für seine Familie zu sorgen.
Erst 1977 durfte eine Frau arbeiten ohne ihren Mann um Erlaubnis zu fragen:

[Quelle: Focus online:]
"...Das Bürgerliche Gesetzbuch schrieb es vor: Wollte eine Frau arbeiten, musste das ihr Ehemann erlauben. Erst 1977 wurde das Gesetz geändert. Bis 1. Juli 1958 hatte der Mann, wenn es ihm beliebte, den Anstellungsvertrag der Frau nach eigenem Ermessen und ohne deren Zustimmung fristlos kündigen können. (...)
Die erste Frau mit eigenem Bankkonto:
Bis 1958 hatte der Ehemann auch das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder inne. Auch wenn er seiner Frau erlaubte zu arbeiten, verwaltete er ihren Lohn. Das änderte sich erst schrittweise. Ohne Zustimmung des Mannes durften Frauen kein eigenes Bankkonto eröffnen, noch bis 1962. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen..."

Nun, es ist wie mit allem im Leben: Das eine verändern wir zum Vorteil, schaffen es aus der Welt, dafür bringt uns etwas Anderes eine neue Herausforderung.
Deshalb meine Ansicht: Es war nie wirklich besser - nur anders.

Wer weiß, was die Welt in 50 Jahren über unsere Lebensverhältnisse sagt und denkt,

herzlichst,
Angelika Müller
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.